X-Men Legacy 1: Verlorene Legionen


Legion, der Sohn von Charles X. Xavier, beherbergt in seinem Geist unzählige Persönlichkeiten. Durch mentales Training gelingt es ihm diese zum Teil gefährlichen Mutanten in Schach zu halten. Doch nun sind sechs von ihnen verschwunden. Eine Gruppe von X-Men macht sich auf die Suche.
“Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.”
Professor X ist um seinen Sohn wirklich nicht zu beneiden. Gerade erst war Legion für “Age of X” verantwortlich und schon macht der Mutantenspross schon wieder Ärger. Sechs seiner Persönlichkeiten sind aus dem mentalen Gefängnis ausgebrochen und bedrohen die Menschheit. Professor X stellt ein Team zusammen, doch auch die Mutanten, die gerade erst aus der Scheinwelt von Age of X zurückgekehrt sind, leiden unten den Nachwirkungen. Dennoch machen sich Rogue, Magneto, Professor X, Legion, Frenzy und Gambit auf die Suche nach den flüchtigen Persönlichkeiten.
Eins muss man Autor Mike Carey lassen: er hat ein gutes Gespür für die Mutanten und versteht es ihre Fähigkeiten gut in Szene zu setzten. Die Chemie innerhalb der Gruppe ist differenziert und bietet genügend Möglichkeiten, um die Figuren zu entwickeln. Das Ensemble der Gegner und deren Fähigkeiten sind sehr facettenreich, sodass die unterschiedlichen Kämpfe nicht langweilig werden. Carey lässt neben den Actionsequenzen auch seine Figuren wachsen und zeigt unterschiedliche Ansätze von Konfliktbewältigung. Neben den bekannten Mutanten können auch die eher unbekannten Charaktere wie Frenzy und Legion überzeugen.
Viele Zeichner
An dieser Ausgabe waren relativ viele Zeichner beteiligt und dennoch stören die unterschiedlichen Zeichenstile nicht. Die Künstler haben sich bemüht, einen einheitlichen Stil zu erreichen. Die Seitenzusammenstellungen variieren und passen sich dabei gut an das Erzähltempo der Geschichte an. Lediglich das Design von Legion wirkt befremdlich. Besonders seine Frisur wurde von manchem Künstler etwas zu übertrieben dargestellt. Ansonsten gibt es an der optischen Präsentation nichts zu auszusetzen.
Guter Einsteig
Der Band eignet sich gut, um in die Welt der Mutanten einzusteigen. Die Ereignisse aus Age of X spielen zwar eine untergeordnete Rolle, doch gemeinsam mit Redakteur Thomas Witzler und den Mutanten aus Utopia erfährt der Leser alles, was er zum Verständnis wissen muss. Die Jagd nach Legions Persönlichkeiten ist außerdem ein relativ abgeschlossenes Abenteuer, wobei das Ende schon die Spannung auf den nächsten Band anheizt. Die eigentliche Handlung wird jedoch innerhalb dieses Bandes abgeschlossen. Somit bekommt der Leser hier ein gutes Gespür dafür, ob er die Serie weiter verfolgen will.
Fazit
Gelungener Ausflug in die Welt der Mutanten, der besonders durch die Zusammenstellung der Gruppe überzeugt. Neben reichlich Action kommen auch moralische und zwischenmenschliche Konflikte nicht zu kurz. Wer mit den X-Men liebäugelt und die zahlreichen Serien scheut bekommt hier die Möglichkeit relativ unverbindlich den aktuellen Status quo der bekannten Mutanten zu ergründen.
X-Men Sonderband: X-Men Legacy 1: Verlorene Legionen von M. Carey, J. Molina, R. Sandoval, K. Pham mit 148 Seiten erscheint im Softcover bei Paninicomics. Preis 16,95€



