Transformers: Devastation im Test

Vor über 30 Jahren lief die erste Folge der Transformers Zeichentrickserie über die Bildschirme der US-amerikanischen TV-Geräte. Ein paar Jahre später, 1989,waren die Folgen auch hierzulande im Privatfernsehen zu sehen. Die Transformers der ersten Generation, kurz G1, haben sich seit dem zu absoluten Kultfiguren entwickelt. So zollte auch Michael Bay in Transformers 4: Ära des Untergangs dem Original Modell von Optimus Prime seinen Respekt und baute ihn in seiner ursprünglichen Truck-Form in den Film ein – wenn auch nur sehr kurz. Videospiele rund um die Autobots und Decepticons gab es in den letzten Jahren mehr als genug, darunter wirklich gute Titel wie War of Cybertron und Fall of Cybertron, aber natürlich auch den ganzen Filmlizenzmist. Das nächste Transformers Spiel stammt aus dem Hause PlatinumGames, welche mit Bayonetta und Vanquish bereits ihr Können unter Beweis gestellt haben und wird von Activision auf den Markt gebracht.

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Kultfeeling

Transformers: Devastation sieht unglaublich gut aus. Abseits des Wettkampfes um fotorealistische Darstellungen in Videospielen greift PlatinumGames auf CelShading zurück und präsentiert das Spiel in genau der Optik, für die diese Animationen gemacht sind: Cartoon-Look. Das ganze Spiel wirkt dadurch wie eine lange Folge der Zeichentrickserie. Untermalt mit knackigen Metal-Soundtrack strotzt das Spiel vor Kult-Feeling und der Heraufbeschwörung von Kindheitserinnerung. Dazu trägt auch bei, dass die Entwickler sich bei den Modellen der Charaktere streng an die erste Generation gehalten haben. So ist Bumblebee ein VW Käfer und kein Product-Placement von Chevrolet (wobei das hätte der Käfer ja auch sein können). Die Fahrzeuge wie auch die Transfomers sind also genau die eckigen, kantigen Fahrzeuge und Roboter aus unserer Kindheit. Dank des Nostalgiefaktors heimst das Spiel einen extrem großen Pluspunkt ein.

Aber es ist die Gesamtpräsentation, welche bei Transformers: Devastation überzeugt. Obwohl die Stadt die immer gleichen Gebäude aufzeigt, fällt dies kaum auf. Dazu liegt der Fokus zu sehr auf der Nonstop-Action im Spiel. So kämpfen wir uns als einer von fünf Autobots in der Third-Person-Perspektive durch eine unbekannte Stadt. An jeder Ecke lauern Decepticons, welche mit Schwertern, Äxten, Blastern und Raketenwerfern sowohl im Nah-, wie auch im Fernkampf besiegt werden wollen. Gelingt es einem dabei einem Angriff seines Gengers im richtigen Moment auszuweichen, wechselt das Spiel in eine Slow-Motion und man darf seinem Gegenüber ordentlich eins überbraten. In den Kämpfen selbst, ist es immer wieder sinnvoll seinen Transformer in ein Fahrzeug zu verwandeln. Dadurch sind die Protagonisten nicht nur schneller, sondern können auch einen Angriff ausführen, welcher den Block eines Gegners durchbrechen kann und ihn somit angreifbar macht. Neben dem direkten Kampf mit den Decepticons, müssen auch immer wieder gefahrene Herausforderungen bestanden werden, wie zum Beispiel eine Verfolgungsjagd mit Megatron oder kleine Hüpfeinlagen im inneren des Raumschiffes. Wem die Action in der Kampagne nicht reicht, der darf im zusätzlich verfügbaren Herausforderungsmodus gegen unzählige Wellen von Decepticons antreten.

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Wie erwartet

Eine tiefgründige Geschichte erwartet vermutlich niemand bei Transformers: Devastation und die bekommt man auch nicht. Die Erde und ihrer menschlichen Bewohner stehen mal wieder vor ihrer Auslöschung, was sich aber mehr auf die Menschen bezieht als auf den Planeten. Diesen wollen Megatron und seine Decepticons cyberformen und zur neuen Heimat der Transformers machen. Ermöglicht hat das alles erst der Fund eines alten Autobot Raumschiffes durch die Decepticons. Darin findet Megatron Plasmaenergie, wodurch das Cyberforming erst möglich ist. Aber in den Tiefen des Schiffes versteckt sich noch mehr – das Vermächtnis einer ganzen Spezies und dessen Beschützer. Nur Optimus Prime und seine Autobots können die Erde und das Vermächtnis retten und stellen sich den Decepticons entgegen. Eine achtziger Cartoon-Story at it’s best!

Autobots, roll out!

Optimus Prime und seine Autobots bezieht sich in diesem Fall auf Bumblebee, Sideswipe, Wheeljack und Grimlock, welche alle nach und nach in der Kampagne spielbar sind. Dabei unterscheiden sich die Figuren im Gameplay vor allem in Geschwindigkeit, Stärke und ihren Spezialfähigkeiten. Davon hat jeder zwei. Einen Spezialangriff und eine ultimative Attacke. Optimus Prime klemmt den Hänger bei seinem Spezialangriff an schleudert diesen gegen seine Gegner und ist Sideswipes ultimative Attacke erstmal aufgeladen, dann lässt er Projektile aus seiner Schulterkanone auf die Gegner prasseln. Ein guter Kniff um die Abwechslung etwas anzuschrauben, war Grimlock ins Spiel zu bringen. DerDinobot spielt sich komplett anders als die anderen Autobots. Aber apropos Abwechslung: PlatinumGames hat sich viel Mühe gegeben die vorhandene Eintönigkeit der Kampagne aufzulockern. So gibt es immer wieder eine Verfolgungsjagd zu bestreiten oder große und kleine Bossgegner zu bezwingen. Dabei ist vor allem Devestator, der gleich zu Beginn seinen Auftritt hat, sehr beeindruckend. Die Bossgegner lassen sich sehr klassisch durch Analyse von Bewegung und Schwachstellen bezwingen, was auf den höheren Schwierigkeitsgraden auf jeden Fall eine Herausforderung ist. Im Laufe der Kampagne muss man sich namhaften und bekannten Decepticons wie Soundwave und Starscream, aber auch dem Kinopublikum vorenthaltene Charaktere wie Blitzwing stellen. Ansonsten gilt es aber immer wieder die gleichen Decepticons zu vermöbeln. Sehr schnell gesellen sich zu den Gegnern auch die Insecticons, aber auch hier bleibt das Schema gleich und das Konzept wiederholt sich.

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Frozen Decepticon

Optimus Prime und Co. lassen sich im Autobot Hauptquartier, der Arche, aufleveln und mit neuen Waffen bestücken. Jeder besiegte Gegner lässt neben Munition und Lebensenergie auch Erfahrungspunkte für die Transformers springen. Diese werden dann in Attribute wie Stärke und Schnelligkeit investiert um das Alter Ego zu verbessern. Ebenfalls verbessern und kombinieren lassen sich die Waffen, welche im Laufe der Kampagne aufgesammelt werden können. Es gibt sowohl Nah- als auch Fernkampfwaffen, die auch unterschiedliche Effekte wie Vereisung oder einen Brandschaden auf die Gegner haben. Des Weiteren lassen sich auch Verbesserungen entwickeln. Auch hierfür werden die im Kampf erhaltenen Punkte benötigt.

Fazit:

Transformers: Devastation wird primär durch seine Präsentation und dem tollen Soundtrack getragen. Spielerisch anspruchsvoll oder abwechslungsreich ist der Titel nicht besonders. Alle Elemente sind in Actionspielen seit Jahren unzählig verwendet worden, bieten dadurch aber auch altbewährtes. Ein solides Actionspiel in einem unglaublich coolen Look und ganz viel Kult-Feeling.

Transformers: Devastation ist bereits im Handel für PC, PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360 und Xbox One erhältlich. Zum Test lag uns die XBox 360 Version vor.

 

Daniel Klein

Author: Daniel Klein

Comics, Science Fiction und Videospiele begleiten mich seit meiner Kindheit. Im Nachhinein muss ich mich eigentlich bei meinen Eltern entschuldigen, da ich ich ihnen andauernd irgendwelche Comichefte, Actionfiguren oder Raumschiffe aus den Rippen geleiert habe. Ach und danke Oma, für den GameBoy, durch den ich die Welt der digitalen Unterhaltung betreten und bis heute nicht mehr verlassen habe. Heute bin ich natürlich älter und weiser, aber die kindliche Faszination hat die Jahre überdauert und jetzt bin ich sozusagen Berufs-Nerd. An Comics schätze ich, dass kein anderes Medium eine derartige Erzählkunst, mit einem Mix aus Schrift und Bild in unendlichen Variationen bietet.

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