Thor 5: Krieg der Thors

Der Krieg der neun Welten wütet weiterhin durch die Zweige der Weltesche. Und neben der neuen Thor und dem alten Thor gibt es plötzlich auch noch einen … ganz neuen Thor?

„Und du bist ein Thor! Und du bist ein Thor! Und du! Und …“

Jane muss sich in all dem Kriegsgewitter dabei mit dem Odinsohn auseinandersetzen, der ihre Hammerschwingerei als Verrat an ihrer gemeinsamen Vergangenheit sieht, schließlich ist er immer noch dazu gestraft als unwürdig durch die neun Welten zu reisen. Währenddessen bereist Volstagg als Gesandter das Reich der Zwerge, wo die von Malekith verfolgten Lichtelfen mehr schlecht als recht Zuflucht gefunden haben und nun in Auffanglagern ein ungewisses Dasein fristen. Diese bereits instabile Lage wird durch einen Angriff der flammenden Heere Muspelheims natürlich nur verschärft. Dieser Zorn gebärt dabei einen neuen, pervertierten Thor – der schwört Muspelheim zu vernichten und dabei auch nicht gedenkt vor Unschuldigen Halt zu machen. Das kann Jane Foster natürlich nicht zulassen, der Streit mit ihrem Ex muss also warten, will sie den in Raserei verfallenen neuen Thor aufhalten.

Eine absolute Konstante

An dieser Stelle, fünf Bände in der Serie, scheint es schwierig noch weiter Neues über die Serie von Jason Aaron und Russel Dauterman zu sagen. Solange kein Qualitätseinbruch eintritt, hat man das Gefühl mit dem Lob auf der Stelle treten zu müssen – aber auch das kann ja bereits als großer Schulterklopfer verstanden werden. So konstant Qualität abzuliefern ist keine Selbstverständlichkeit, Aarons/Dautermans „Thor“ darf sich hier so langsam neben nahezu perfekten Mainstreamcomics wie Brubakers „Captain America“ oder Scott Snyders/Greg Capullos „Batman“ einreihen. Das Geschehen spitzt sich weiter unweigerlich auf sein Finale zu, auch wenn mit dem Auftritt des Kriegs-Thor noch einmal ein anderer Schauplatz und ein anderer Konflikt in den Vordergrund zu treten scheinen. Hier bietet sich auch die Möglichkeit zu kleiner Kritik, die Panel sind mancherorts zum Bersten voll, wenn auch nie tatsächlich überladen. Gerade in der Muspelheim-Episode versucht Aaron besonders viele Dialoge unterzubringen, während sich Dauterman (unterstützt von Valerio Schiti) die Finger selbst im kleinsten Panel Wund zeichnen. Das vortreffliche Colouring spielt hier eine große Rolle das tatsächliche Ausufern zu verhindern. Farbebenen wie ein blitzendes Donnerblau inmitten des schwarz-gelbs Muspelheims helfen bei Orientierung und Unterscheidung, gleichzeitig machen sie die Welt weiter lebendig. Selbst in Momenten des Schwächelns scheinen also alle Beteiligten daran interessiert auch daraus eine Stärke für „Thor: Krieg der Thors“ zu machen.

Fazit:

Es wirkt unnötig weiter groß Worte darüber zu verlieren, als wie gut sich auch diesmal  Aaron/Dautermans „Thor“ herausstellt. Die Beiden nehmen uns mit auf eine wilde Fahrt durch die Mythenwelt Asgards, Aarons Fingerspitzengefühl weiß selbst in den ruhigsten Momenten die Charakterisierung voranzutreiben, während beim großen Krawall die Optik in die Vollen geht. Selbst wenn es hier einmal droht zu voll zu werden, können die Farbkleckser Rain Beredo, Veronica Gandini und Matthew Wilson mit ordnendem Pinsel zur Seite stehen. Und dabei sogar noch ein weiteres Stück Charakter aus dem Band kitzeln. Auch „Krieg der Thors“ bleibt damit eine Wucht, die den treuen Leser blind zugreifen lässt. Und allen anderen noch einmal vor Augen führt, dass sie hier vielleicht grad eine der besten und spaßigsten Serien des Marvel-Lineups verpassen könnten.

„Thor 5: Krieg der Thors“ erscheint ab dem 10.04.2018 bei Panini Comics im Softcover, 12,99€, 100 Seiten. Von Jason Aaron, Valerio Schiti und Russel Dauterman.
Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

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