Thor 1: Donner im Blut

Jane Foster ist würdig Mjölnir zu schwingen und besitzt damit die Macht Thors – und kämpft gleichzeitig gegen den Krebs der ihren Körper zu zerstören droht.

Imposthor!

„False Thor – Thief“, Plakate mit diesem Spruch pflastern ganz Asgard, dass sich unter einem verrückt gewordenen Odin und seinem Bruder in eine Tyrannei verwandelt hat. Der Allvater unterdrückt seine Arsen, lässt seine Frau wegsperren und eröffnet die Jagd auf die neue weibliche Thor, die es irgendwie geschafft hat sich Mjölnir würdig zu erweisen. Odin ahnt nicht, dass sich unter Flügelhelm und Kriegswams, die einstmalige Freundin seines Sohnes, Jane Foster verbirgt. Die sterbliche Hülle Janes kämpft zur gleichen Zeit eine fast aussichtslose Schlacht gegen den Krebs, mehr als genug Probleme bereits für alle Beteiligten. Doch da ziehen am Horizont bereits weitere Gefahren auf – und die Hammerschwingerin sieht es als ihre Aufgabe die neun Welten zu beschützen, ob von den Häschern Odins gejagt oder nicht.

Das Best-Of mit den größten Hits

thor-1-donner-im-blut-bild-fuer-beitrag-1Autor Jason Aaron riss sich den Thor-Kosmos bereits 2013 unter den Nagel und konnte seitdem fast durchgehend mit hochqualitativer Arbeit überzeugen was den Donnergott und die neun Welten angeht. Dabei liest sich diese Nummer 1 ein wenig wie ein Best-Of; mit Lokis Betrügereien, Malekith dem verdorbenen Dunkelelf und einem Schlagabtausch zwischen Odin und Thor selbst. Es gibt die eisige Heimat der Frostriesen, Feen und Elfen und rebellische Arsen. Und wenn der gestandene Thor-Leser all dies wahrscheinlich bereits in irgendeiner Form schon einmal bewundern durfte, kommt man nicht umhin sich auch diesmal wieder direkt in die Welt des nordischen Gottes gezogen zu fühlen. Dazu trägt gerade die Rolle Jane Fosters bei, die in doppelter Funktion für Asgard von Bedeutung ist und sich in ihrer Funktion als Thor zwar als Einzelgängerin aber auch unverzichtbar für das Reich sehen muss. Was Aaron also schafft in die enthaltenen fünf Ausgaben zu pressen ist eine abwechslungsreiche Wucht, die nie langweilt, neue Leser sofort abholt und auf den neusten Stand bringt und der nie die Puste auszugehen droht. Und a propos „Wucht“ …

Hammerschlag statt Pinselstrich
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Zeichner Russell Dauterman weiß erst einige Comic-Arbeiten sein Eigen zu nennen (Supurbia) konnte aber im Erstauftritt des weiblichen Thors bereits Erfahrung sammeln. Nun präsentiert er bei „Donner im Blut“ mächtige Bilder, die treffen wie der Hammer auf den Nagel. Denn was Dauterman in Details und Feinheiten zu fehlen droht, macht er mit einer „Schwere“ in seinen Zeichnungen wett, die gerade für eine Serie wie „Thor“ fundamental scheint. Ob Thor dem Allvater den Hammer um die Ohren haut oder eine abstürzende Raumstation „auffängt“, die Bilder vermitteln jederzeit perfekt das nötige Gewicht, den sichtbaren „Wumms“ und können damit dem Schlagabtausch eines Gottes jederzeit gerecht werden. Da schadet es natürlich nicht, dass sich mit Matthew Wilson ein Vollprofi für die Kolorierung verantwortlich zeigt und wenn der Grundton des Bandes auch äußerst „orange“ geraten ist, sorgt Wilson doch für die nötige Balance aus der schmutzigen Optik des Krieges und einer bunten Götter-Saga.

Fazit:

Zeichnerisch absolute Spitze, unterfüttert mit einer wohl-warmen Farbgebung, bringt der neue Band eins der Donnergöttin bereits ordentlich Gewicht aufs Papier. Aaron kann zu diesem Zeitpunkt sicher schon als Thor-Veteran bezeichnet werden, er hält es hier aber mehr bei einem einführenden Best-Of statt dem großen Schritt nach vorn. Dass dies bei Aaron aber dennoch unterhält und den notwendigen emotionalen Kern mitbringt, sollte auf der Hand liegen. Damit können Interessierte bedenkenlos zugreifen und selbst für die Leute, die sich partout nicht mit Jane „FosThor“ anfreunden können, winkt bereits potenzielle Ablösung am Horizont. Für mich mit Sicherheit ein Band, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

zur Leseprobe

„Thor 1: Donner im Blut“ erscheint bei Panini Comics im Softcover, 124 Seiten, 14,99€, geschrieben von Jason Aaron, gezeichnet von Russell Dauterman.
Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

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