Filmreview: The Return of the First Avenger

Die Ereignisse in New York haben die Welt überrumpelt, kalt erwischt und der Staat im Staate unter der Führung von Samuel L. Jackson und Robert Redford bereitet sich auf die nächste Katastrophe vor, doch sollte eine Geheimorganisation wie S.H.I.E.L.D. über eine eigene, hoch technisierte, schwer bewaffnete Armee verfügen?

First Avenger CapMit dem ersten Teil wurde der Captain America zum Leben erweckt, den man immer sehen wollte. Er ist sportlich, mit übermenschlichen Kräften versehen, aber trotzdem nicht zu sehr abgehoben wie beispielsweise Superman. Er ist bodenständig geblieben und man kann sich mit dieser Figur trotz seines Status, seiner Fähigkeiten identifizieren.  Jeder von uns könnte der schmale Hänfling mit überbordendem Patriotismus gewesen sein. Der Zufall hat Steve Rogers, wieder gespielt von Chris Evans, in das Programm für Supersoldaten gebracht und nun wurde er nach dem Kampf gegen den Red Skull aus dem ewigen Eis geborgen. Es ist für Rogers wie eine Zeitreise in die Zukunft. Viel hat er verschlafen. Sei es das siegreiche Ende des zweiten Weltkrieges oder Rocky im Kino. Hier tut sich viel Potenzial für eine gute Story auf, doch die Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely entschieden sich für einen Zeitsprung zwischen dem ersten Teil und der nun erscheinenden Fortsetzung. Steve hat sich in seinem neuen Umfeld eingelebt. Er hat eine eigene Wohnung und seine To-Do-Liste mit Dingen die er bereits nachgeholt hat und welche noch unbedingt abzuhaken sind. Er hat sich deutlich weiter entwickelt und versucht sich schrittweise der modernen Zeit anzupassen und nur ansatzweise wird der Zuschauer in diese doch wichtige Entwicklungsphase des antiquierten Helden mitgenommen. Es warten andere Abenteuer auf ihn und auf uns als Zuschauer.

Fury bereitet sich auf den großen Angriff vor und S.H.I.E.L.D., der Staat im Staate, agiert scheinbar ohne Kontrolle von außen. Für den Captain geht Fury deutlich zu weit. Marvel hingegen hat einen mutigen Weg der Kritik eingeschlagen oder erwischt einfach zufällig ein Thema, welches aktueller denn je ist. Samuel L. Jackson nimmt seine Rolle als Nick Fury, dem Leiter der Geheimorganisation, erneut auf und kann bereits in den ersten Minuten mit einer actiongeladenen Szene glänzen. Die bereits im Trailer angeteaserte Verfolgungsjagd durch die Straßen von Washington hat es in sich, denn ein unbekannter Attentäter, der sich „Winter Soldier“ schimpft, hat den Einäugigen auf seiner Abschussliste und zögert nicht vor Kollateralschäden. Wer hat es auf S.H.I.EL.D. abgesehen? Stehen die Angriffe auf die Agenten im Zusammenhang mit der enormen militärischen Aufrüstung der Geheimorganisation? Fury kann nur noch der Person vertrauen, die als Einzige kritische Worte zum aufrüstenden, alles überwachenden großen Bruder gefunden hat: Captain America.

Vorwissen bedeutet einen Mehrwert

Die Fortsetzung ist ein eigenständiger Film mit einigen Bezügen auf den Vorgänger. Aus dem ersten Teil kehren bekannte Figuren wieder und auch die Ereignisse aus Marvels Avengers und den anderen Marvel Verfilmungen spielen eine geringe Rolle. Das Wissen darüber erhöht den Spaß im Kino, ist jedoch nicht zwingend notwendig. Es wird ein Film mit einer gesunden Mischung geboten, sodass jeder Kinogänger auf seine Kosten kommt. Beeindruckend ist der Umgang von Marvel mit den Filmen. Während in den Comics der Einstiegspunkt immer schwer zu wählen ist, können die Kinoabenteuer ohne jegliches Vorwissen genossen werden und trotzdem bekommt der allwissende Fan seinen Bonus.

First Avenger Falcon

Altmeister Robert Redford liefert als Alexander Pierce, ein hochrangiger Agent bei S.H.I.E.L.D., eine solide Leistung ab und gliedert sich hervorragend in das Ensemble um Samuel L. Jackson, Chris Evans und Scarlett Johansson ein. Nicht grundlos haben die Brüder Anthony und Joe Russo, die sich den Regiestuhl in ihrem ersten Blockbuster teilen,  ihn für die Rolle in dieser klassisch anmutenden Geschichte im aufpolierten Gewand gewählt, denn Redford schafft es durch seine ruhige Spielweise den Plot auf dem Boden der Realität zu halten, während rings um ihn herum alles zusammenbricht. Der Veteran verleiht dem Film den nötigen Glanz. Er gibt dem Film Relevanz, den Glamour von Hollywood und zeigt wieder einmal, dass die alte Garde den Darstellern von heute um einiges voraus ist. Seine dezente Spielweise, die reduzierte Mimik und Gestik erzeugt eine enorme Leinwandpräsenz.

Natasha Romanoff alias Black Widow gehört erneut zur schlagkräftigen Eingreiftruppe von S.H.I.E.L.D. und zeigt ihren Gegnern die kalte Schulter. Mit gewohnt unterkühltem Blick arbeitet Scarlet Johansson mit dem Captain gut im Team zusammen, auch wenn sich erst ein Vertrauensverhältnis bilden muss. Tanzschritt für Tanzschritt werden Gegner von ihr im Takt niedergemäht. Es wird wieder deutlich, dass Hollywood die Kampfszenenchoreographie perfektioniert hat und trotzdem schafft Marvel den gewissen Kniff, den Comicfiguren als Vorbild treu zu bleiben. Lobend möchte ich den Einsatz von Caps Schild erwähnen, der kreativ in die Actionsequenzen eingebunden wurde, auch wenn diese Szenen für meinen Geschmack teils sehr ausuferten, aber weit entfernt von der Endlosschlacht des Mannes aus Stahl sind. Ein deutlicher Fortschritt ist der Umgang mit dem Schild, denn er ist zur Waffe geworden. Der Captain benutzt ihn nicht mehr als Schutz, er ist zum Bumerang mutiert, wird wie eine Billardkugel von Bande zu Bande bis zum Ziel geworfen, kehrt zurück und schon ist der nächste Gegner an der Reihe. Hierdurch entstehen fast spielerisch enorm schnelle, schwindelerregende Actionsequenzen.

Die Haupthandlung spielt in Washington. Für die ur-amerikanische Ikone der perfekte Handlungsort und für eine Intrige nicht besser geeignet. Rogers joggt an den Denkmalen der noch kurzen Geschichte der USA vorbei und die Stadt wird so selbst zum Darsteller. Mit einer Leichtigkeit flitzt er Runde für Runde, überrundet die amerikanischen Werte, die er zu verfechten geschworen hat und muss am Ende feststellen, dass er als ein Relikt vergangener Zeiten ist und dennoch moralisch einen Vorsprung hat.

Fazit

Bis zum ersten Kinofilm hatte ich durch meine Abneigung von Patriotismus jeglicher Art keinen Zugang zu Captain America gefunden, jedoch war die geschickte Mischung aus Trash und Action des ersten Kinoabenteuers äußerst gelungen. Nach dem Spektakel in New York mit dem gesamten Team in Marvels Avengers und der Fortsetzung von Thor war ich gespannt auf die Rückkehr des ersten Rächers. Wie findet sich der aufgetaute Supersoldat aus dem zweiten Weltkrieg in der Neuzeit zurecht? Wie gehen die Autoren mit ihm um und was für Abenteuer lassen sie ihn durchleben? Die Figur war mir letztendlich wohl sympathisch, weil er keine übertriebenen Superkräfte hat und daher alles eher auf einer realistischeren Ebene passiert. Wieder offenbart Marvel seinen Vorsprung gegenüber DC. Neue Helden und Gegner werden ohne Hindernisse eingeführt und nehmen das gesamte Publikum mit in ein Actionspektakel. Mit Witz, Action und einen ausreichend strukturierten Plot, Anknüpfungen an den ersten Teil und dem Rest des Marvel(-Kino)universum konnte mich die Fortsetzung auf ganzer Linie überzeugen.

Ich ziehe wieder einmal meinen Hut und warte nun mit noch größerer Vorfreude auf das nächste Abenteuer aus dem Hause Disney: Guardians of the Galaxy.

 

Verlosung

Zum Kinostart von THE RETURN OF THE FIRST AVENGER am 27. März verlosen wir in Kooperation mit Walt Disney Studios Motion Pictures Germany 3 tolle Cap Fan-Pakete mit jeweils folgendem Inhalt:

1x Schilduntersetzer

1x Notizbuch

1x T-Shirt

Um am Gewinnspiel teilzunehmen sagt uns einfach, wie ihr Cap in seinem ersten Kinofilm und in den Avengers fandet. Alle Kommentare die bis einschließlich 13.04.2014 abgegeben werden nehmen teil.

First Avenger Gewinnspiel

 

Wer noch ein paar Hintergrundinformationen zum Gegner des ersten Rächers in seinem zweiten Abenteuer auf der großen Leinwand haben will, dem sei unser Special „Wer ist eigentlich der Winter Soldier?“ ans Herz gelegt.

Tarante

Author: Tarante

Tiberius Tarante ist der Berliner mit der abgöttischen Liebe zum Medium Comic. Vom Mainstream bis zum Independent Comic verschlingt er alles und als Nerd 2.0 ist er sich bewusst, dass es noch einige Stufen bis zur Allwissenheit zu erklimmen gilt.

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36 Kommentare

  1. Erste einmal vielen Dank für die Kritik. Bin schon auf Samstag gespannt. Die Karten sind gekauft. 🙂

    Den ersten Teil fand ich sehr gut. Auch wenn der zweite Teil von mir aus gerne noch in der Zeit von Cap spielen könnte (ging ja wegen den Avengers nicht).
    Aber die Entwicklung von Cap im ersten Teil fand ich filmisch sehr gelungen. Kann eigentlich nichts an dem Film aussetzen.
    Schade fand ich, wie Red Skull verheizt wurde. Aber das Problem gibts ja leider bei den meisten Comic Verfilmungen. Bei der freundlichen Spinne von nebenan wurden ja echt viele eigentlich dauerhafte Gegner direkt in den Filmen besiegt.

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    • Ich bin leicht frustriert, ich hätte gerne am Gewinnspiel teilgenommen, es war mir aber nicht möglich, meinen Kommentar vor dem 13.03.2014 abzugeben. Oder ist das ein Test, ob man im Comicverständnis schon so weit ist, kleinere Spielereien in temporaler Manipulation zu beherrschen?

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      • Tarante

        Selbstverständlich haben wir hier die Aufmerksamkeit unserer Leser getestet 😉 Du nimmst selbstverständlich an der Verlosung teil und wir haben das Datum korrigiert. Danke dir.

  2. Ich fand ihn gut im ersten Teil und erhoffe mir auch viel vom zweiten 🙂

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  3. Also den ersten Teil fand ich nun nicht so gelungen. Vor allem vor der Verwandlung des Charakters Steve Rogers zu Cpt. America fand ich ihn einfach nur voll Milchbubi…aber gut das gehört zum Film. Trotzdem kommt für mich im 1. Teil der wahre Charakter von Cpt. America nicht so gut zum Vorschein. Die Tatsache, dass er ein Superheld ist mit enormen Kräften kommt nicht klar zum Ausdruck….ausserdem ist das Kostüm kacke XD

    AAABER ich glaube, dass die leichte Enttäuschung durch den 2. Teil aufgehoben wird, und erwarte mit Spannung die Fortsetzung…

    und hey Scarlett Johansson im Leder-Suit (wieder mal)….DER FILM KANN NUR GUT SEIN!!! 🙂

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  4. Ich fand den Captain immer etwas langweilig in den Comics, aber seid es die Filme gibt bin ich ein richtiger Fan geworden, ich freue mich schon sehr auf den neuen Teil mit ihm! 🙂

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  5. Ich mochte den ersten Teil leider gar nicht.
    Das lag nicht mal am veränderten Kostümdesign, aber ich fands überwiegend eher langweilig und träge, z.B. die Phase wo er nur als „Witzfigur“ eingesetzt wird und auch später sprang der Funke nicht über.

    Dafür kommt bei mir beim Schauen des Trailers für diesen Film das Big Time Feeling total über und freue mich drauf 🙂

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  6. Der erste Teil war für mich die größte Gurke unter den Filmen rund um die Avengers und eigentlich der einzige davon, den ich eher langweilig fand. Vom zweiten verspreche ich mir mehr. Zum einen sieht der Trailer schon mal ganz gut aus, zum anderen ist meine Lieblings Cap-Story und überhaupt eine meiner liebsten Marvel-Stories der letzten Jahre die Vorlage.

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  7. Ich bin schon sehr gespannt auf den 2. Teil.Gerade noch den ersten geschaut uur Vorbereitung 😉

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  8. Fand ihn in Avengers wesentlich besser. Als Solocharakter macht er mir zu wenig her leider.

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  9. Im 1. Film war er ja noch ein newbee aber er hat sich dann ja gesteigert 🙂 lustig fand ich die vergleichsbilder wegen seines Anzuges im 1. Film war es dick gepolstert und bei den avangers normaler Stretchanzug. Bei den avengers war er ja dann schon erfahrener und hat seine Rolle sehr gut gespielt 🙂 ich bin auf den 2. Film der ja heute anläuft sehr gespannt mit black widow zusammen 😉 die Trailer die man zuerst gesehen hatte waren sehr sehenswert 🙂

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  10. Im ersten Film hat er mir sehr gut gefallen als der Film noch in der Vergangenheit gespielt hat, sprich die Zeit aus der er herkommt – fand ich persönlich am Besten und Captain America passte dort auch super rein, so als neuer Super Soldat – richtig geil.

    Bei The Avengers gefiel mir sein strebendes Wesen – alle motzen aber Cap sagt – ok muss gemacht werden, ich mach das dann auch, bedingungslos.

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  11. Ich fand den ersten Film einfach klasse, vorallem Black Widow.

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  12. Captain Amerika war mein erster Film aus der Marvel Phase One. Deshalb für mich persönlich Top! Mitlerweile gehen meine Sympathien eher zu Thor. Dennoch war die Premiere des neuen Films eine Pflichtveranstalung!

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  13. Den ersten Film fand ich nicht sooo überragend; lag vielleicht daran, dass er nicht in der heutigen Zeit spielt und voller Propaganda steckt – aber hey, das Setting war ja auch der zweite Weltkrieg. In den Avengers hinkte Cap den anderen Avengers in manchen Bereichen nach, weil er ja über 70 Jahre geschlafen hatte und fast kein Wissen über das 21. Jahrhundert hatte.
    Am besten gefallen hat mir sein aktueller Film.

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  14. Der erste Film war ganz gut, in The Avengers war Captain America auch nicht schlecht. Bin gespannt, wie er sich im neuen Film schlägt…

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  15. Captain America 1 war für einen Marvel-Film relativ schlecht, weil er nicht zeitgemäß war. Im Vergleich zu seinen Rächer-Kollegen hat Captain America natürlich ein großes Herz und gerät oft mit Tony Stark aneinander – echt lustig. Er führt die Avengers aber zurecht an, da er ja strategische Erfahrung während des zweiten Weltkrieges sammeln konnte. Es war außerdem echt interessant, mal das Kraftverhältnis der verschiedenen Avengers zu sehen!

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  16. Captain America 1 war ok, ich fand ihn in The Avengers aber besser.

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  17. Ich fand weder Captain America, noch The Avengers toll.. bin irgendwie eher Thor-Fan^^
    Mal sehen, wie Captain America 2 so wird.

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  18. ich mag seit meiner Kindheit die Marvel-Comic-Helden,Captain America ist mein amerikanischer Held

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  19. in Avengers gefiel er mir deutlich besser mal sehen ob er mich im neuen Film überzeugen kann

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  20. Also ich fand den ersten Film wirklich schlecht… Leider…
    Bei den Avangers war er ganz ok, aber nicht mein lieblings Charakter

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  21. Ich fand ihn gut aber in Avangers fand ich ihn einen Touch besser

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  22. Ich fand ihn gut, sehr gelungen, ich hoffe das da noch was nachkommt

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  23. Sehenswertes Popcorn-Kino! Ich habe ich gut unterhalten gefühlt und fand die Filme sehr kurzweilig. Ich bin schon gespannt, was den Autoren für die Fortsetzung so einfällt! Viele Grüße

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