The Death of X: Die Rache der Mutanten

Als das Marvel-Universum nach Secret Wars komplett neugestartet wurde, war die Verwirrung groß. Denn zwischen Ende und Neuanfang vergingen acht fiktive Monate. Lange blieb unklar, was genau in dieser Zeit geschah. Endlich enthüllen Jeff Lemire und Charles Soule das Schicksal von Cyclops, dem radikalen Anführer der X-Men.

Auf Leben und Tod

Nach der Explosion einer Terrigen-Bombe ziehen Nebelwolken über den Planeten. Während Menschen, die ein latentes Inhuman-Gen in sich tragen, durch Kontakt zur Wolke Superkräfte erhalten, bringt der Dunst den Mutanten den Tod. Unterdessen suchen die meisten Inhumans und Mutanten eine friedliche Lösung, doch Cyclops greift mit seinen Getreuen zu immer radikaleren Mitteln. Sein rücksichtsloses Vorgehen ruft Black Bolt auf den Plan, der alles für das Wohl der Inhumans tun würde. Ein Konflikt scheint unausweichlich.

Am Ende sinkt die Titanic

Die beiden Autoren haben es sicherlich nicht leicht, denn jeder, der seit dem Neustart des Marvel-Universums einen Comic aus dem Haus der Ideen gelesen hat, weiß, dass Cyclops nicht mehr unter den Lebenden weilt. Somit ist das Ende der Geschichte vorherbestimmt. Trotzdem gelingt es Jeff Lemire und Charles Soule den Weg dorthin spannend zu gestalten. Die Positionen der X-Men und der Inhumans werden geschickt ausgearbeitet. Dabei ist das Handeln beider Seiten nachvollziehbar. Dies macht die Frage nach Recht und Unrecht herrlich schwierig und es ist auch für den Leser schwer sich einer Fraktion anzuschließen. Und auch wenn das Ende unausweichlich scheint, gelingt dem Autorenduo eine finale Überraschung.

Verwechslungsgefahr bei halbnackten Mutantinnen

Auf den ersten Blick wirken die Zeichnungen des Amerikaners Aaron Kuder imposant. Gerade die epischen Szenen setzt er bildgewaltig um. Abseits der Action in den ruhigen Momenten fällt jedoch auf, dass Kuders Gesichtsausdrücke immer eine Nuance an der Stimmung vorbei gehen. So schaut Inhuman Crystal häufig verklärt aus der Wäsche. Lediglich Cyclops wirkt immer grimmig und entschlossen, was aber vor allem an seiner Gesichtsmaskierung liegen dürfte. Besonders ungerecht geht Kuder mit Emma Frost und Illyana um. Die beiden Blondinen haben generell sehr freizügige Kostüme, hier sind die beiden Figuren häufig jedoch kaum zu unterscheiden mit ihrem Mix aus nackter Haut und schwarzem Leder. Wesentlich gelungener sind da Kuders Seitenkompositionen. Der Künstler setzt geschickt auf verschiedene Panelgrößen und variiert souverän die Perspektive. So entstehen während der Lektüre einige besondere Passagen, die einer geschickten Schnittfolge eines Films nicht unähnlich sind.

Fazit

Die Enthüllung eines der großen Geheimnisse des Marvel-Universums nach Secret Wars wird eindrucksvoll gelüftet. Gerade die nachvollziehbaren Positionen der feindlichen Lager hebt diese Lektüre von einem gewöhnlichen Superheldenkonflikt ab. Da kann man auch wohlwollend über die Makel im Artwork hinwegsehen. Insgesamt ist Death of X eine gute Einstimmung auf die nächste Stufe der Eskalation zwischen X-Men und Inhumans.

zur Leseprobe
The Death of X: Die Rache der Mutanten von Jeff Lemire, Charles Soule, Aaron Kuder und Javier Garr ist bei Paninicomics als Softcover erschienen. Umfang 108 Seiten Preis 12,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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