Tales from the Darkside

Zwischen 1984 und 1988 begeisterte die TV-Serie Tales from the Darkside, die von Horrorikonen wie Stephen King und George A. Romero produziert wurde, die Zuschauer. Nun wagt sich Joe Hill an ein Comic-Revival der Horrorserie!

Willkommen auf der dunklen Seite

Ziggy, ein unverbesserlicher Party-Löwe, verdient sich in den Ferien etwas als Bademeister. Dabei schläft er jedoch entweder seinen Rausch aus oder bewundert die Bikini-Schönheiten. Nach einem Unfall, der durch seine Unachtsamkeit geschehen konnte, verwandelt sich Ziggys Leben in einen Alptraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint.

Brian Newman hat eine seltene Gabe und einen gemeinen unsichtbaren Freund aus Kindertagen. Um endlich ein normales Leben führen zu können, entschließt er sich für eine umstrittene Operation. Sein unsichtbarer Freund ist alles andere als glücklich über diese Entscheidung und so kommt es zu weitreichenden Komplikationen.

Als Babysitterin auf zwei Nachbarskinder aufzupassen klang für Joss nach einem Routinejob. Doch schnell wird klar, dass die beiden Kinder, die quasi ununterbrochen auf ihre Tablets starren, ein mörderisches Geheimnis haben.

Recyeclte Fernsehserie

Als Sohn vom Horrorautor Stephen King attestiert man Joe Hill ein Händchen für gruselige Unterhaltung. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass Hill mit einer Neuauflage der Tales from the Darkside TV-Serie beauftragt wurde. Daraus entstand ein Konzept für drei Staffeln, die zum einen unabhängige Horrorkurzgeschichten beinhalten sollten und zum anderen eine eigene Mythologie etablieren sollte. Der Entwurf fand jedoch wenig Anklang bei den Auftraggebern, sodass die TV-Umsetzung auf Eis gelegt wurde. Anders als die TV-Macher ist Joe Hill jedoch von seiner Idee überzeugt und adaptiert das Konzept zusammen mit Michael Benedetto und Zeichner Gabriel Rodriguez als Comic. Auf der einen Seite liefert Hill hier klassische Horrormotive wie „Die Babysitterin in Nöten“ in einem modernen Rahmen. Durch diesen frischen Ansatz werden abgenutzte Klischees entstaubt und kurzweilig aufbereitet. Auf der anderen Seite stören vor allem die Elemente, die den Darkside-Mythos aufbauen sollen. So wirken wiederkehrende Figuren eher deplatziert und verwirrend. Hier fehlt den Machern der Raum, um den Aufbau der Welt glaubwürdiger zu gestalten.

Kreative Wiedervereinigung

Joe Hill und Gabriel Rodriguez haben bereits an der Horrorserie Locke & Key zusammengearbeitet und einige Preise gewonnen. Fans dieser Serie dürfen sich freuen, dass das Kreativteam wieder zusammenarbeitet. Dass die Beiden Erfahrung mit gruseligen Comics haben, kommt auch Tales from the Darkside zugute. Der chilenische Zeichner bringt Hills Schreckensvisionen glaubhaft zu Papier und spielt gekonnt mit etablierten Horrorfilmklischees. Rodriguez variiert die Perspektive und erzeugt so, unterstützt durch seinen dynamischen Strich, eine rasante Leseerfahrung.

Fazit

Tales from the Darkside gibt das Versprechen einer großen Mythologie ohne es einzulösen. Denn bisher ist kein weiterer Band mit Geschichten aus der Schattenwelt geplant. Auf der einen Seite funktioniert die Hommage an die alte TV-Serie mit modernem Ansatz gut, doch auf der anderen Seite sind es gerade die wiederkehrenden Elemente, die die Freude an den Kurzgeschichten trüben. So wandert dieser Comic vermutlich vor allem in die Regale von Locke & Key Fans, die sich über neues Material der beiden Kreativen freuen.

zur Leseprobe
Tales from the Darkside: Geschichten aus der Schattenwelt ist bei Panini Comics als Hardcover erschienen. Geschrieben von Joe Hill, Gezeichnet von Gabriel Rodriguez. Umfang 108 Seiten Preis 16,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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