Spider-Woman 2: Beste Feindinnen

Auch die Spinnenfrau musste im zweiten Civil War ran – und steht dabei ausgerechnet auf der Seite gegenüber ihrer besten Freundin, Carol Danvers.

Beste Feindinnen

Der Konflikt zwischen Jessica Drew und Captain Marvel macht dabei nur ein Kapitel des Bandes aus, als typisches Tie-In für das große Crossover, stehen hier, Gott sei Dank, noch weitere Abenteuer auf dem Programm. Denn diese Einzelausflüge von Jessica Drew und ihrem Protegé Roger „Porcupine“ Gocking, machen weiterhin den größten Spaßfaktor von Spider-Woman aus. Ohne irgendwelche Erwartungen schaffte es ja bereits der erste Band mich ziemlich vom Hocker zu hauen, weil Autor Dennis Hopeless mit seiner Jessica Drew eine charmante Superheldin aufs Papier zauberte und dabei sogar allzu plumpe Schwangerschaftswitzchen gekonnt umschiffte. Wo das Miteinander, ausgelebt in pfiffigen Dialogen, schon im ersten Band eine große Rolle spielte, baut Hopeless diese Stärke seiner Figuren weiter aus; ob der große Civil War, ein Angriff des Sandmans beim Strandurlaub oder Kloppereien in Aquarien: das Superheldeneinerlei scheint oft mehr nettes (wenn auch sehr unterhaltsames) Beiwerk, während der wahre Spaß in den zwischenmenschlichen Konflikten stattfindet. Das lässt die Auseinandersetzung mit Besty Captain Marvel auch aus dem drögen Tie-In Einerlei hervorstechen. Die Action-Setpieces müssen nicht groß sein, es folgen auch keine dramatischen Wendungen oder unerwartete Enthüllungen, denn der emotionale Kern stimmt und eine (vorerst) zerbrochene Freundschaft kann daher zehnmal so viel schmerzen wie der kosmischste Faustschlag.

Die kantige Dreieinigkeit

Zeichner Javier Rodriguez ist auch in „Beste Feindinnen“ wieder mit von der Partie, wird diesmal aber von Veronica Fish und Tigh Walker unterstützt. Walker darf dabei die Strandabenteuer von Jessica und Roger pinseln, wo der Spidey-Bösewicht Sandman das familiäre Sandburgenbauen mit viel Gewalt zu unterbrechen versucht. Der Gesamtstil des Bandes ist dabei angenehm einheitlich, mehrere Köche verderben hier nicht den Brei, dafür sorgt auch eben Rodriguez der mit leitender Zeichenfeder alles beisammen zu halten scheint. Der darf sich dann auch an einem besonders absurden Moment abarbeiten und sich die Splashpage des Bandes sichern und das natürlich wieder mit ordentlich Laune und Schwung im Zeichenstrich. Trotz eines eigentlich sehr, sagen wir „rechteckigen“ Motivs.

Fazit:

Für Fans des ersten Bandes lässt auch „Beste Feindinnen“ eigentlich keine Wünsche offen, selbst die Schwierigkeiten des verpflichtenden Tie-Ins werden dank dem gesunden, emotionalen Kern locker aufgefangen und in brauchbare Emotionen transportiert. Abseits davon ist „Spider-Woman“ sowieso weiterhin bunter, frecher Comic-Spaß, der ständig mit Überraschungen sein Tempo zu halten weiß. Wer eben genau dies sucht, darf der Serie weiterhin treu bleiben, Dennis Hopeless und Javier Rodriguez rühren mit den Abenteuern ihrer Spider-Woman derweil weiter kräftig die Werbetrommel für sich und ich freue mich drauf alle Beteiligten auch in zukünftigen Spaßgaranten wiedertreffen zu können.

„Spider-Woman 2: Beste Feindinnen“ erscheint bei Panini Comics im Softcover, 116 Seiten, 14,99€. Von Dennis Hopeless, Javier Rodriguez, Veronica Fish und Tigh Walker.
Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

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