„Sin City: A Dame To Kill For“ – Klappe, die zweite

Reichlich spät, nämlich 9 Jahre nach Sin City kommt nun „Sin City: A Dame to Kill for“ in die dunklen Leuchtspielhäuser.

Sin City 2 PlakatSchon gleich muss ich einwerfen, dass ich mich mit diesem Schwarz-Weiß-Gemenge des Films schwer tue. Für den Film wurden einige der noch ausstehenden monochromen Comicvorlagen von Miller benutzt. Doch nicht nur dass – Als Zugabe hat der Comiczeichner speziell für den Film zwei neue Geschichten aus dem Hut gezaubert. Wohl gemerkt, dass dies wohl völlig unbeabsichtiger Anreiz für Kenner der Comicreihe sein soll, sich doch ins Kino zu bemühen.

Die Bildsprache hat sich, wie vermutet, zum ersten Film nicht geändert. Viele starke Bilder wurden wieder eins zu eins aus der Comicvorlage übernommen. Doch wenn man sehr kleinlich sein oder einfach nur angeben und auf dicke Hose machen will, so kann man behaupten, dass sich in das sehr viele Grau mehr Farben als im ersten Film zugemischt haben. Auch ist sich Robert Rodriguez der Textvorlage des Comics treu geblieben. Fans des Comics können beruhigt sein und sind so vor Überraschungen gefeit (was natürlich die neuen Geschichten ausschließt).

Die Geschichten sind zeitlich vor, nach und während des vorherigen Films einzuordnen und haben nicht mehr Potenzial als die des Vorgängerfilms. Es geht, ohne zu viel zu verraten, um einen Glücksspieler der sich mit dem Gouverneur anlegt, einer wohlhabenden Frau die um Hilfe von Ihrem Ex-Partner bittet, Nancys Bewältigung mit den erlebten Gewalttaten aus dem ersten Film und einer kurzen Episode aus dem Leben des schon bekannten Haudraufs Marv.

Fans von Eva Green dürfen sich auf viele Szenen der Schauspielerin freuen, in denen Sie gut ausgeleuchtet ihre nackten Brüste (um in der richtigen sündigen Stimmung zu bleiben) in die Kamera hält. Dies schmälert ihrer schauspielerischen Fähigkeit als Femme Fatale im Film jedoch nicht. Größere Bedenken hätte man eher bei der Zusage von Erstwahl Angelina Jolie haben müssen.Wer von Schauspieler wie Mickey Rourke und Jessica Alba keine obsessive schauspielerische Entwicklung erwartet, wird nicht enttäuscht werden. Eine komplett neue Figur spielt Joseph Gordon-Levitt, dessen Figur am ehesten einem masochistischen Gustav Gans entspricht.

Sin City 2

Im Grunde genommen kann und muss man „Sin City“ und „Sin City: A Dame to Kill for“ als das Ansehen, was die Comics seit den 90er schon sind. Eine Reihe ohne große Höhen und Tiefe. Beide Filme hätten gleichzeitig produziert und veröffentlich werden können. Bei diesem Wahl-Zweiteiler wäre es egal gewesen, in welcher Reihenfolge man die Filme angeschaut hätte. Beide plätschern, auch sehr bedingt durch den Comiclook, vor sich hin und hinterlassen beim Zuschauer weder einen schwarzen noch weißen Eindruck, sondern einem unspektakulären grau.

Fazit für meine monochromen Freunde: Einmal anschauen reicht.

Patrick Rorty

Author: Patrick Rorty

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