Silver 1

Stephan Franck hat ein Vierteljahrhundert in Hollywood gearbeitet. Nun gibt er mit Silver sein Comicdebüt und setzt dabei vielen Vampirlegenden ein Denkmal.

Der Schatz der Vampire

James Finnigan liebt die Herausforderung, schießt jedoch bei seinen Raubzügen auch schon mal über das Ziel hinaus. Als er wieder einmal improvisiert, stolpert er über einen Silberbarren, der Teil eines legendären Vampir-Schatzes sein soll. Kurz entschlossen sucht sich Finnigan Komplizen, die ihm bei der gefährlichen Suche unterstützen sollen. Und wer könnte da besser geeignet sein, als die Enkeltochter des berühmten Vampirjägers Abraham van Helsing?

Gemächlicher Einstand mit Hang zur Akribie

Mit Silver erfüllt sich Stephan Franck selbst einen Wunsch und gibt sein Debüt als Comickünstler. Dabei nimmt sich der Autor jede Menge Zeit, um die Figuren einzuführen. Die eigentliche Jagd auf den legendären Schatz rückt dabei erst einmal in den Hintergrund. Besonders gelungen ist die Einführung der Hauptfigur James Finnigan. Hier greift Franck, der den Comic auch gezeichnet hat, auf seine jahrelange Erfahrung als Halloywood-Animator zurück. Durch die geschickte Steuerung des Auges des Lesers wirkt die Eröffnungssequenz wie aus einem Actionblockbuster. Obwohl die Handlung nur langsam an Fahrt aufnimmt, gelingt es dem Autor dennoch, die Spannung hochzuhalten. Die Figuren sind interessant und geheimnisvoll, sodass man gerne mehr über sie erfahren möchte. Im Anhang des Comics gewährt Franck einen Blick auf seine Arbeitsweise. Hier wird besonders deutlich, mit welcher Hingabe er die einzelnen Panels gestaltet und dabei viel Wert auf die Perspektive und die Bildkomposition legt. Die Zeichnungen sind schwarz-weiß und nutzen alle Möglichkeiten, die dieser Stil bietet. Der großzügige Einsatz von dunklen Flächen erinnert in Grundzügen an den Zeichenstil von Mike Mignola. Bei Franck kommt jedoch auch noch eine Rasterfolie zum Einsatz, die eher an einen Manga erinnert. Und so wie er künstlerische Einflüsse miteinander vermischt, bedient sich Franck auch an unterschiedlichen Genres und Legenden und erzeugt so ein eigenes lebendiges und stimmungsvolles Universum.

Fazit

Eindrucksvoll inszenierter Genremix, der sich am besten mit “Oceans Eleven trifft auf Dracula” umschreiben lässt. Auch wenn die Teamfindung viel Zeit in Anspruch nimmt, brennt man doch darauf zu erfahren, wie es weiter geht.

zur Leseprobe
Silver 1: Der Fluch der Silberdrachen Text und Zeichnungen: Stephen Franck erschienen im Softcover bei Schreiber und Leser Umfang: 112 Seiten Preis 14,95 €

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*