Silas Corey 2: Das Zarkoff-Testament

Silas Corey ist zurück und muss neue Abenteuer bestehen. Autor Fabien Nury lässt nichts anbrennen und jagt seinen Helden in Mördergruben, Schlangennester, Hinterhalte und viele, viele Kämpfe. Alles in einem Fall, der das Schicksal Europas bestimmt.

Der Ruf des schnöden Geldes

Silas 2 - Bild für Beitrag 1Es ist das Ende des ersten Weltkriegs, der Tag der deutschen Kapitulation. Paris ist im Freudentaumel. Doch durch einen Mord kommt Silas Corey, Privatdetektiv erster Güteklasse, einem gut gehüteten Geheimnis auf die Spur. Die reichste Frau Europas, die ruchlose Waffenhändlerin Madame Zarkoff, liegt im Sterben. Ohne bekannten Erben sehen ihre Geschäftspartner das atemberaubende Vermögen bereits unter sich aufgeteilt. Doch es gibt einen bereits erwachsenen Sohn, bis dato geheim gehalten – und plötzlich auch noch unauffindbar. Silas wird mit der Aufgabe betraut, eben diesen zu finden, mitten im vom Krieg zerrissenen Deutschland. Doch es scheint mehr hinter dem Verschwinden des Erben zu stehen. Eine mysteriöse Schattenorganisation hat ihre Finger im Spiel, und sie macht vor nichts Halt um Silas Einhalt zu gebieten.

Eine Welt voller Gefahren und Geheimnisse

Mit den geschichtlichen Hintergründen wird in „Silas Corey: Das Zarkoff-Testament“ sehr frei umgegangen. So wird das durch denSilas Corey 2 - Cover Krieg schwer erschütterte Europa dargestellt als eine im Chaos versinkende, moralisch bankrotte Welt, in der dem zerrissenen Kontinent keine Pause gegönnt wird. Als gefahrvoll, doppelbödig und ohne Gewissen präsentieren sich Vertreter aller Nationen. Das Deutschland das Rennen als gefährlichster Agitator macht, ist aber unschwer zu erraten. Im Gegensatz dazu steht Silas Corey als perfekter Gentleman mit unverrückbaren Prinzipien und, natürlich, einer Schwäche für schöne Frauen. Mit messerscharfem Verstand und versiert in der Kampfkunst ist er ein glaubwürdiger Hoffnungsträger wider Willen der alten Kriegsprofiteurin. Er überrascht durch Erfindungsreichtum in brenzligen Situationen und ist dem Leser so immer einen Schritt voraus. Das Erzähltempo ist rasant. Verbündete stellen sich als Bösewichte heraus, scheinbare Sicherheit wird zur Gefahr. Immer und überall müssen Kämpfe ausgefochten werden, die spannend und innovativ erzählt werden. Auch die Dialoge sind gewitzt: Schlicht und ohne großes Tamtam wird eine dem Tod trotzenden, kaltschnäuzige Haltung bei Corey und, interessanterweise, auch seinen Widersachern etabliert.

Ansprechender Stil und eindrucksvolle Atmosphäre

Zeichnerisch überzeugt Pierre Alary mit einem cleanen und leichtfüßigen Zeichenstil. Besonders in Actionszenen sind die Bilder dynamisch aufgebaut. Es werden ungewöhnliche Blickwinkel eingenommen und das Gefühl von ständiger Bewegung wird effektiv transportiert. Auch Schatten und Licht werden wirkungsvoll eingesetzt. Die Atmosphäre ist stellenweise düster, gefährlich und grau – nur um völlig unerwartet von fröhlicher Helligkeit gebrochen zu werden. Ein visuell sehr gelungener Comic.

Fazit:

Wer fanatisch auf historische Korrektheit pocht, ist bei „Silas Corey: Das Zarkoff-Testament“ an der falschen Adresse. Freunde spannender Verschwörungstheorien, archetypischer Gentlemanhelden und rasanter Unterhaltung werden mit diesem Comic allerdings viel Spaß haben.

zur Leseprobe

„Silas Corey 2 – Das Zarkoff-Testament“ erscheint bei Splitter im Hardcover, 128 Seiten, 24,80€ von Fabian Nury und Pierre Alary
M. Lehn

Author: M. Lehn

Comics mochte ich eigentlich schon immer sehr gerne, zum klassischen Marvel/DC Superheldencomic habe ich aber relativ spät gefunden. Dafür ist meine Begeisterung jetzt umso größer! Meine große Leidenschaft waren allerdings immer Filme, mit der aktuellen Schwemme an Comicverfilmungen bin ich also mehr als glücklich!

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