S.H.I.E.L.D. 2

Die Figuren der TV-Serie kollidieren mit der langjährigen Marvel-Kontinuität. Besser nicht darüber nachdenken, sonst bekommt man Kopfschmerzen.

Das aufregende Leben eines S.H.I.E.L.D. Agenten

Eine Reihe brutaler Attentate gegen Wesen, die magische Fähigkeiten besitzen, ruft Agent Coulson und sein Team auf den Plan.

Als eine Seuche die intelligentesten Menschen des Planeten in seelenlose Tötungsmaschinen verwandelt, brechen die S.H.I.E.L.D. Agenten zu einer waghalsigen Mission auf.

Um von einer Krankheit geheilt zu werden, bittet Daisy Johnson ihren Vater um Hilfe. Doch darf man ihm trotz seiner schurkischen Vergangenheit trauen?Shield_2_Magier

Mockingbird und Melinda May bekämpfen eine Organisation, die Kinder chirurgisch in Superwesen verwandelt und diese dann als Sklaven oder Söldner verkauft.

Eine alte S.H.I.E.L.D. Akte führt Coulson zu einem Geheimnis, das so alt ist wie die Geheimorganisation selbst und alles in Frage stellen könnte, an was der Agent glaubt.

Als Teen Abomination Amok läuft, schickt S.H.I.E.L.D. eine spezielle Einheit los, um das Chaos zu beenden. Wer wäre besser geeignet als Dum Dum Dugan, um eine Einheit aus Monstern in die Schlacht zu führen?

Howard the Duck wird als Special-Agent rekrutiert, um ein transdimensionales Problem zu lösen. Dabei trifft er Enten aus vielen Parallel-Universen, die von einem verfressenen Franzosen gejagt werden.

Irrungen und Wirrungen im Marvel-Universum

Während die Abenteuer im ersten Band noch komplett unabhängig voneinander waren, wird langsam ein kapitelübergreifender Handlungsstrang erkennbar. Autor Mark Waid setzt dabei weiterhin auf eine bunte Mischung von Gaststars. Außerdem rücken die Agenten mehr in den Mittelpunkt. Und da liegt das große Problem dieses Bandes. Während Fitz, Simmons und May ihren ersten Auftritt in der TV-Serie hatten, wird Skye zum Sorgenkind. In der zweiten Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D. erfährt der Zuschauer einiges über die Vergangenheit von Skye. Außerdem erhält sie durch Terrigennebel erstaunliche Fähigkeiten. Nun ist es so, dass die TV-Serien-Skye eine Variante der Comicfigur Daisy Johnson ist. Im Marvel Comic-Universum hat Johnson aber schon viel mehr erlebt und ist zwischenzeitlich sogar Leiterin von S.H.I.E.L.D. gewesen. Mark Waid versucht nun die beiden Leben stimmig auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Ein Unterfangen, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Hier passen die Figuren einfach nicht zusammen und dadurch wirken die Comicabenteuer der TV-Helden sehr konstruiert. Davon abgesehen greift Waid eine Enthüllung über Dum Dum Dugan aus Original Sin auf und erzählt sie konsequent weiter. Höhepunkt der Ausgabe ist aber sicherlich das Kapitel mit Howard the Duck. Mark Waid parodiert hier gekonnt Spider-Verse und sorgt mit seinem Shield_2_Coverrespektlosen Umgang für Lachtränen. Ein weiteres bemerkenswertes Kapitel greift Szenen aus einer der ersten S.H.I.E.L.D. Serien von Stan Lee und Jack Kirby auf und baut darauf eine aktuelle Bedrohung auf. Geschickter kann man das 50-jährige Bestehen der Geheimorganisation kaum feiern.

Jede Menge Künstler

An den abgedruckten sechs Heften waren zehn sehr unterschiedliche Zeichner beteiligt. Dadurch bekommt der Leser eine enorme visuelle Bandbreite präsentiert. Hier ist wohl für jeden etwas dabei, aber vermutlich gibt es auch Beiträge, deren Stil einem nicht zusagt. Liebhaber imposanter Heldenposen werden von Paul Renaud bedient. Allerdings sollte man sich bei dem Franzosen besser keine Gedanken über Physik machen. Hier werden sogar Lichtstrahlen gekrümmt, um optisch zu beeindrucken. Wer die Abenteuer von Nova vor allem wegen des vom Manga inspirierten Strichs eines Paco Medinas verfolgt, freut sich über ein Wiedersehen mit den unverwechselbaren Bildern des Mexikaners. Auch wenn das Kapitel über Skye inhaltlich schwer zu begreifen ist, setzt Greg Smallwood die Geschichte eindrucksvoll um. Der Künstler, der bereits bei Moon Knight die Grenzen des visuellen Erzählens auslotet, spielt hier geschickt mit Panels und Lautmalerei. Seine Seitenkompositionen sorgen für rasanten Lesespaß. Wesentlich steriler und aufgeräumter wirken die Zeichnungen von Mike Choi und Lee Ferguson. Beide verwenden eher detailarme Hintergründe und starre Figuren. Evan Shaner gibt den Enten des Multiversums ein Gesicht. Seine schwungvolle Strichführung und die vielen Details passen hervorragend zur humorvollen Ausrichtung der Geschichte.

Fazit

Auch wenn die Vergangenheit von TV-Agenten und Comicfiguren nicht stimmig zusammenpasst, machen die Comicabenteuer von Coulson und Co trotzdem Spaß. Wer die TV-Serie nicht verfolgt, wird vermutlich noch mehr Spaß mit dieser Ausgabe haben. Als Comic für Fans der TV-Vorlage eignet sich der Band eher nicht. Insgesamt präsentiert sich die Geheimorganisation nach 50 Jahren recht kurzweilig und unterhaltsam.

S.H.I.E.L.D. 2 von Mark Waid, Al Ewing, Stan Lee, Carlos Pacheco, Paco Medina, Mike Choi, Greg Smallwood, Lee Ferguson, Paul Renaud, Evan Shaner und Jack Kirby ist bei Panini Comics als Softcover erschienen. Umfang: 156 Seiten Preis 16,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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