Rocket Raccoon und Groot

Jeff Loveness und Brian Kesinger schicken das ungleiche Duo aus Waschbär und Baum auf eine interstellare Reise zur Erde.

Irrer Roadtrip durchs Universum

Eigentlich wollten Rocket und Groot nur einen kurzen Abstecher zur Erde machen, weil Groot eine Liste mit Dingen, die man auf der Erde tun kann, abarbeiten will. Eine Raumschiffpanne sorgt dafür, dass die beiden per Anhalter durch die Galaxis reisen müssen. Auf dem Weg zum Blauen Planeten treffen sie zahlreiche merkwürdige Wesen. Als eine Kopfgeldjägerin Rocket entführt, wird aus der harmlosen Spritztour eine Rettungsmission. Da kommen der Silver Surfer und seine Freundin Dawn gerade recht.

Spaß im Allgroot_anhalter

Jeff Loveness hat sich als Autor für die TV-Show Jimmy Kimmel Live! einen Namen gemacht. Damit dürfte die grobe Richtung, in die seine Miniserie „Groot“ geht, schon festgelegt sein. Panini Comics hat augenscheinlich wenig Vertrauen in den wandelnden Baum. Anders ist es nicht zu erklären, dass man kurzerhand Rocket Raccoon mit aufs Cover geschrieben hat. Somit wird die erste Soloserie von Groot in Deutschland als Team-Up verpackt veröffentlicht. Dies ändert natürlich nichts am Inhalt und der ist durchaus unterhaltsam. Loveness ist in der Lage, witzige Dialoge zu schreiben, die auch durch die Übersetzung von Alexander Rösch nichts von ihrem Humor verlieren. Dabei entsteht die meiste Komik durch das Zusammenspiel der Figuren. Ähnlich wie der Star Wars Droide R2D2 benötigt Groot einen Übersetzter, der dem Leser durch seine Antwort erklärt, was Groot gerade mit seinem berühmten Einzeiler „Ich bin Groot“ meint. groot_coverDarüber hinaus lebt der Comic von den merkwürdigen Gestalten, die Groot auf seiner Rettungsmission trifft. Egal, ob es drei Skulls auf dem Weg zur Invasion sind oder ein mit Floppy-Disk ausgestatteter Tankroboter: alle zeugen von einem immensen Ideenreichtum des Autors. Lediglich die hohe Zahl an Gastauftritten anderer Marvel-Figuren überlädt den Comic unnötig. Dass es auch anders geht, beweist Loveness selbst im letzten Kapitel, wenn er eine emotionale Episode aus Groots Vergangenheit enthüllt, die nahezu ohne andere Figuren auskommt. Allerdings musste der Autor hierzu die Sprachbarrieren zwischen Groot und dem Leser auflösen, indem er eine rothaarige Mutantin als Übersetzerin anheuert. Darüber hinaus persifliert Loveness sehr keck die Entstehungsgeschichte eines sehr berühmten Kryptoniers. Diese freche Art blitzt leider nur gelegentlich auf. Von solchen Pointen kann man gar nicht genug bekommen.

Ein Hauch von Disney

Die intergalaktische Sause des ungleichen Duos wurde von Brian Kesinger gezeichnet. Der Amerikaner arbeitet seit Jahren erfolgreich für die Disney Studios und war an Filmen wie „Der Schatzplanet“ oder „Tarzan“ beteiligt. Mit solch einem Rüstzeug ausgestattet ist es wenig verwunderlich, dass dieser Comic den typischen Disney-Flair versprüht. Gerade die neu geschaffenen Figuren wirken, als wären sie aus einem Animationsfilm entsprungen. Ein kleines Mädchen erinnert sehr an die liebenswerte Lilo, die mit dem Alien Stitch für Chaos sorgt. Abseits der Disney-Optik sticht vor allem eine Variante der Avengers hervor, die alle grootifisiert wurden. Der Künstler unterstützt den Autor, wo er nur kann und so sind die Seitenkompositionen gut auf die Gags in der Handlung abgestimmt. Dadurch wird der Comic zu einer gelungenen Gute-Laune-Lektüre für zwischendurch.

Fazit

Groots erste eigene Serie überzeugt mit viel Witz und liebenswerten Figuren und beweist, dass der Marvel Kosmos keine eiskalte Leere ist, sondern viel Entdeckenswertes bietet. Eine intergalaktische Spritztour, die Spaß macht und keine Langeweile aufkommen lässt. Oder wie Groot sagen würde: “Ich bin Groot!”

zur Leseprobe

Rocket Raccoon und Groot von Jeff Loveness und Brian Kesinger ist bei Panini Comics als Softcover erschienen. Preis 14,99€ Umfang 132 Seiten
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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