Road Rage

Mit Richard Matheson, Stephen King und Joe Hill stehen drei große Namen der Horrorliteratur auf dem Cover. Kann der Inhalt das Versprechen des Covers halten?

Auf dem Highway hört dich niemand schreien

Nach einem verpatzten Drogengeschäft ist eine Motorradgang auf der Suche nach ihrem verlorenen Geld. Auf dem Highway überholen die Rocker einen Lastwagen. Plötzlich macht der Koloss aus Metall Jagd auf die Bande. Ein blutiges Wettrennen beginnt …

Auf dem Weg nach San Francisco überholt David Mann einen Truck. Plötzlich wird er von dem rollenden Ungetüm bedrängt. In der Wüste kommt es zum blutigen Duell zwischen Mann und Maschine.

Die Comicumsetzung einer Adaption eines Films, der auf einer Kurzgeschichte basiert.

Am Anfang stand eine Kurzgeschichte von Richard Matheson, die von Steven Spielberg verfilmt wurde. Gepresst auf eine Bildplatte fand “Duell” seinen Weg in das Wohnzimmer von Stephen King. Der Film prägte den Mann und seinen Sohn nachhaltig. Deshalb wählten sie Mathesons Geschichte als sie einen Beitrag zu einer Anthologie, die dem Werk von Matheson gewidmet ist, beisteuerten. Chris Ryall, Kreativchef von IDW, schließt den Verwertungskreislauf, indem er sowohl die Kurzgeschichte von Richard Matheson, als auch die Geschichte von Stephen King und Joe Hill zu einem Comic verarbeitet.
Bei dieser Verwertungskette bleiben die Innovationen unweigerlich auf der Strecke. Es gibt wenig Überraschendes und die Handlung reduziert sich auf eine Aneinanderreihung von Unfällen und Actionsequenzen. Dabei schöpft Ryall gerade bei der Motorradgang aus den Vollen und eliminiert die Mitglieder wie am Fließband. Der eingebaute Vater/Sohn Konflikt täuscht nur kurz über die flache Handlung hinweg.

Rasterpunkte und Nostalgie

Den ersten Beitrag zeichnete Nelson Daniel. Seine Figuren unterscheiden sich stark voneinander und spiegeln die typischen Klischees einer Motorradgang wieder. Die bei der Schattierung großzügig eingesetzten groben Rasterpunkte stören den ansonsten positiven Gesamteindruck der Zeichnungen. Die Verfolgungsjagd ist dynamisch umgesetzt und stellt die immense Kraft des Lastwagens und die Agilität der Motorräder glaubhaft dar.
Rafa Garres hat die zweite Geschichte gezeichnet und verwendet einen klassischen Horrorcomicstil. Düstere und bedrohliche Bilder erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, der sich niemand entziehen kann. Der geschickte Einsatz von Geräuschworten führt das Auge schnell und dem Inhalt entsprechend über die verschieden großen Panels.

Stimmige Übersetzung

S.c. Kuschnerus übersetzte die Geschichten vom Amerikanischen ins Deutsche. Dabei wirkt die Sprache der Motorradgang sehr authentisch und nicht aufgesetzt. Kuschnerus ist Schlagzeuger der Band Krypteria und somit gefestigt im Rockumfeld. Dementsprechend glaubwürdig liest sich dieser Comic. Lediglich der zweite Teil sorgt zu Beginn für Verwirrung. Wer die Vorlage nicht kennt, wird sich über Sätze wie: “Mann fuhr westwärts nach San Francisco” wundern. Im Deutschen klingt diese Formulierung unglaublich hölzern. Bedenkt man jedoch, dass der Protagonist “David Mann” heißt, wird deutlich, wieso es hier zu den merkwürdigen Formulierungen kommt.

Fazit

Kurzweilige Umsetzung einer häufig erzählten Geschichte, die besonders durch die authentische Übersetzung auffällt. Ansonsten werden die Erwartungen, die die großen Namen auf dem Cover wecken, nicht erfüllt.

Road Rage von Chris Ryall, Nelson Daniel und Rafa Garres erschienen bei Panini enthält Road Rage: Throttle 1-2 und Road Rage: Duell 3-4 2012 bei IDW Publishing. Umfang 100 Seiten im Softcover. Preis 12,95€

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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