Ria – Die Lichtklan Chroniken 1

Auf dem Comicsalon in Erlangen 2010 entpuppte sich der Comic RIA – Die Lichtklan-Chroniken 1 aus dem stenarts Verlag als Publikumsliebling. Zukünftig erscheint die Serie aus Deutschland beim Splitter-Verlag. Auch der erste Band wurde erneut in einer erweiterten Fassung veröffentlicht. Grund genug die Serie genauer zu betrachten.

Held, Prinzessin, Mentor und Bösewicht

Diese Grundformel ist so alt wie das heroische Fantasygenre und wurde bereits von vielen Medien umgesetzt. Ein junger Held trifft während seiner Streifzüge auf eine geheimnisvolle Prinzessin. Diese muss von nun an geschützt werden. Dabei hilft ein weiser alter Mann. Relativ schnell erfährt der Anführer der Schurken von der Prinzessin und setzt alles daran die aufkeimende Gefahr im Keim zu ersticken. Innovationen sucht man hier vergebens. Die Handlung ist bekannt und man fühlt sich schnell heimisch.

Komplexe Welt

Wäre das alles, was man zu Ria schreiben könnte, hätte man den Comic relativ schnell wieder vergessen. Doch Autor Thorsten Kiecker siedelt sein Szenario in einer sehr spannenden Fantasiewelt an. Immer wieder treten beiläufig neue Stämme auf, bei denen der Leser sofort mehr über den Hintergrund erfahren möchte. Das liegt auch an dem wirklich bemerkenswerten Figurendesign, das an Facettenreichtum kaum zu überbieten ist. Da gibt es Wesen, die an niedliche Kürbisse erinnern oder sympathisch dreinblickende Schnecken. Der Held der Geschichte weckt Assoziationen an einen kleinen Affen. Die bunte Riege könnte man beliebig fortsetzen. Keines dieser Wesen gleicht dem anderen und so entsteht schnell der Eindruck als könnten sie alle spannende Anekdoten erzählen. Am liebsten würde man sich mit all diesen Wesen an ein Lagerfeuer setzten und stundenlang lauschen.

Wunderschöne Bilder

Die Lichtklan Chroniken werden in atemberaubenden Bildern erzählt. Der Stil erinnert in erster Linie an Disney Zeichentrickfilme wie Atlantis. Relativ schnell findet man die Helden sympathisch. Durch große runde Augen und filigrane Linien am Körper wird ein ansprechendes Äußeres erzeugt. Die Gegner geben dagegen wenig Preis und verbergen sich hinter Masken. Ihre wuchtigen Körper wirken bedrohlich. Thorsten Kiecker variiert das Tempo der Geschichte und nimmt sich stets so viel Platz wie er benötigt. Besonders ein Moment ist unglaublich intensiv: auf einer Doppelseite wird sehr eindrucksvoll dargestellt, welches Schicksal die Welt von Ria ereilt hat. Diese Seite bricht mit den Konventionen des Comics, löst die Panels auf und verwandelt sich in ein riesiges Gemälde, das durch seine vielen Details begeistert. Spätestens hier möchte man unbedingt auch einen Blick in die limitierte Oversize-Version werfen, die im riesigen DIN A3 Format gedruckt wurde.

Fazit

Ria entführt den Leser in eine lebendige Welt mit vielen interessanten Einwohnern. Die Handlung selbst wurde zwar schon in vielen Variationen erzählt, aber selten in einer optisch so herausstechenden Qualität.

Leseprobe
Interview mit Thorsten Kiecker

Ria – Die Lichtklan Chroniken 1  von Thorsten Kiecker, Mary und Fred Pullin  mit 64 Seiten im Hardcover erscheint im Splitter-Verlag. Preis: 13,80 Euro.

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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