Red Skin 1

Xavier Dorison und Terry Dodson schicken eine russische Speznas-Agentin nach Amerika. Ihre Mission: Sie soll die erste Superheldin der USA werden.

Hinter den feindlichen Linien

In Amerika bricht Ende der 70er eine sexuelle Revolution aus. Die Pornoindustrie überflutet den Markt mit unzähligen Produktionen. Doch nicht jeder ist ein Freund dieser neuen Freizügigkeit. Ein geheimnisvoller Killer, der sich selbst als Zimmermann bezeichnet. tötet reihenweise Pornoschauspieler und Produzenten. Dies stärkt eine überaus konservative Politikerin. Im Kreml wird diese Entwicklung sehr besorgt zur Kenntnis genommen. Man befürchtet sogar einen neuen Ausbruch des Kalten Kriegs. Aus diesem Grund entsendet man Vera Jelnikoff, Codename Red Skin, nach Amerika, um dort die amerikanischen Herzen als Superheldin im Sturm zu erobern und dem Zimmermann das Handwerk zu legen.Red_Skin_1_Cover

Nicht gehaltenes Versprechen

Das Cover von Red Skin ist ein Blickfang, der vor allem Männer ansprechen soll. Die hübsche Agentin trägt nichts außer Hammer und Sichel und wirft dem Betrachter einen koketten Blick über die Schulter zu. Doch der erste Eindruck trügt, denn Red Skin ist weit mehr als eine stumpfe Befriedigung männlicher Fantasien. Xavier Dorison hat vielmehr eine herrliche Superhelden- und Agentenpersiflage geschrieben. Das Aufeinandertreffen von kommunistischen Werten und der verschwenderischen amerikanischen Gesellschaft sorgt für zahlreiche Lacher. Außerdem hat der Autor sein Werk mit einigen Anspielungen gespickt. So plant Red Skin ihren Kontaktmann in einem schlecht besuchten Kino zu treffen. Die Premiere des Science-Fiction-Films Star Wars scheint hierfür prädestiniert zu sein. Wenn man sich den Hype ansieht, der durch Episode VII entstanden ist kann man diesen Plan heutzutage nur schlecht nachvollziehen. Obwohl große Teile der Handlung im Pornomilieu spielen, werden die körperlichen Reize der weiblichen Figuren nicht plakativ eingesetzt. Setting und Cover versprechen hier Klischeeklippen, die der Autor gekonnt umschifft und stattdessen eine unterhaltsame und spannende Geschichte erzählt.

Alter Superheldenhase

Bei ihren Heldentaten muss Red Skin den Vergleich mit bekannten Superhelden nicht scheuen. Dies liegt vor allem daran, dass Zeichner Terry Dodson schon einige Erfahrungen bei den großen Superheldenverlagen Marvel und DC sammeln konnte. Seine Zeichnungen machen auch in dem großformatigen Album eine gute Figur. Die Actionsequenzen wirken überaus dynamisch. Aber auch die ruhigeren Passagen, in denen es vor allem um emotionale Gesichtsausdrücke geht, meistert Dodson spielerisch.

Fazit

Kurzweilige Superheldenparodie, die mit den gängigen Klischees spielt und daraus etwas Liebenswertes entstehen lässt.

zur Leseprobe

Red Skin 1 von Xavier Dorison und Terry Dodson ist beim Splitter Verlag im Hardcoveralbum erschienen. Umfang 64 Seiten Preis 14,80€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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