Punisher 1: Memento Mori

Eine Spur von Drogen und Waffen führt den Punisher nach Kalifornien. Unter der heißen Sonne der Westküste erwarten den rachsüchtigen Vigilanten viele neue Gegenspieler und ein alter Bekannter.

Der Staat gegen Frank Castle

Punisher_1_SzeneDer skrupellose Selbstjustizkreuzzug von Frank Castle ist der Justiz schon lange ein Dorn im Auge. Umso überraschter sind die Behörden als sich der Punisher vor einem Gericht verantworten will. Der Prozess wird zu einem großen Medienzirkus, bei dem einige Überraschungen ans Licht kommen.

Ein neuer Anfang in Los Angeles

Der Punisher verlässt New York und folgt einer blutigen Spur aus Drogen direkt nach Los Angeles. Die Verbrechersyndikate in Kalifornien sind von Castles Besuch wenig begeistert und engagieren eine Spezialeinheit, die den Punisher ausschalten soll. Während Castle bestraft, was das Zeug hält, taucht ein Superschurke auf, der ganz eigene Pläne mit dem Punisher hat. Es kommt zum explosiven Showdown zwischen dem Punisher und Electro.

Punisher_1_CoverSpannender als Barbara Salesch

Die Gerichtsverhandlung ist spannend inszeniert und der finale Twist, den sich Autor Marc Guggenheim für seine kurze Episode ausgedacht hat, bleibt bis zum Ende geheim. Damit die Action in diesem örtlich stark eingegrenzten Thriller nicht zu kurz kommt, gibt es viele Rückblenden auf die Taten des Punishers. Die Szenen werden oft als ganzseitige Kompositionen dargestellt. Leinil F. Yu und Mico Suayan legen großen Wert auf eine realistische Darstellung. Die ausdrucksstarke Mimik unterstreicht den dramaturgischen Schwerpunkt der Episode.

Alles neu macht Nathan Edmondson

Als Comicheld, der was auf sich hält, muss man manche Stationen einfach durchlaufen. Manche sogar mehrfach. Zu den obligatorischen Superheldenszenarien zählen neben dem Heldentod und einer Hochzeit auch der Umzug in eine neue Umgebung. Nachdem Frank Castle unlängst von Rick Remender in den untoten FrankenCastle und wieder zurück verwandelt wurde, steht nun also der Umzug an die Westküste bevor. Das neue Habitat bietet interessante Nebenfiguren und dezenten optischen Veränderungen. So trägt der Punisher nun bei seinem Rachefeldzug eine Totenkopfkapuze und verbirgt damit seine Identität vor der attraktiven Polizistin, mit der er gerne bei einem Kaffee über das Leben sinniert. Seit 2009 ist der Punisher wieder aktiv im Marvel Universum unterwegs und legt sich regelmäßig mit Superschurken an. Für den Einzelkämpfer, ohne Superkraft ein schwieriges Feld. Eigentlich reicht es dem Vigilanten vollkommen gegen gesichtslose Verbrecher in denPunisher_1_Electro Krieg zu ziehen und dabei dennoch zu unterhalten. Das Kräfteverhältnis zwischen Schurken und Antihelden ist einfach zu unausgewogen und so wirkt auch Electro leider wie ein störender Fremdkörper in der ansonsten solide inszenierten Actiongeschichte. Die Zeichnungen von Mitch Gerads sind eingängig, aber rau und unterstreichen die gnadenlose Art des Punishers. Der Amerikaner ist bei seiner Darstellung nicht zimperlich, hält die explizite Gewaltvisualisierung jedoch in einem vernünftigen Rahmen. Das Blut verkommt nicht zum reinen Schockelement, sondern trägt dezent zur Atmosphäre bei. Gerads arbeitete zuvor vielfach als Kolorist. Dies merkt man deutlich an der sehr stimmigen Einfärbung. Durch den warmen Farbton fühlt man sich wie unter der Sonne Kaliforniens.

Fazit

Die räumliche Veränderung bringt frischen Wind im Kosmos des Punishers. Sein Kampf gegen die kalifornischen Drogenbarone ist spannend inszeniert. Lediglich der Auftritt Electros trübt den Actionspaß etwas. Guter Einstieg, um mit dem Totenschädel-Shirt auf Tuchfühlung zu gehen. Aber Vorsicht: der Band endet mit einem fiesen Cliffhanger.

zur Leseprobe

Punisher 1: Memento Mori von Marc Guggenheim, Nathan Edmondson, Leinil Yu, Mitch Gerads ist bei Panini Comics im Softcover erschienen. Umfang 180 Seiten Preis 16,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*