Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens

John Layman und Chris Mooneyham wird heute wegen schweren Crossover-Verbrechen der Prozess gemacht. Was erwartet die Schöpfer von Predator vs Judge Dreed vs Aliens? Lebenslange Haft oder Freispruch?

Das Vergehen

John Layman hat sich erdreistet, zwei traditionsreiche Marken miteinander zu verbinden. Auf der Jagd nach Erzbischof Emoji gelangt Judge Dredd mit seinem Team in ein unerforschtes Terrain. Hier experimentiert ein verrückter Wissenschaftler mit verschiedenen DNA-Proben herum. Unter anderem kombiniert er die gefährliche Xenomorph-DNA mit anderem Gen-Material und erzeugt so furchterregende und tödliche Kreaturen. Während der Schlacht trifft Dredd auf eine Gruppe Predatoren, die bereits zur Jagd auf die Genmonster aufgebrochen sind. Getreu dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ gehen die Judges ein fragiles Bündnis mit den Predatoren ein.

Die Anklage

Neben den unzähligen Superhelden-Crossovern erfreuen sich besonders Treffen bekannter Marken wie RoboCop vs Terminator oder Akte X/30 Days of Night großer Beliebtheit. Dabei wittern die Kreativen oft das schnelle Geld und zimmern ein dünnes Erzählkonstrukt zusammen, das die Figuren zusammenführt. Am besten gibt es zu Beginn ein Missverständnis, sodass die Helden erst einmal gegeneinander antreten, um dann dem gemeinsamen Feind den Garaus zu machen. Ein kollegiales Schulterklopfen später geht man wieder getrennte Wege. So scheint es auch hier der Fall zu sein. Plötzlich tauchen im Umfeld von Mega City One, der Heimat von Judge Dredd zufällig Aliens und Predatoren auf. Die beiden Parteien befinden sich seit 2004 im mal mehr, mal weniger erfolgreichen Dauerclinch. Es folgt eine Aneinanderreihung von bombastischen Actionszenen, die auf das explosive Finale zusteuern.

Die Verteidigung

Vordergründig kann man der Anklage sicherlich folgen, doch John Layman würzt den intergalaktischen Schlagabtausch mit seinem typischen Chew-Humor. Der Autor erschafft gleich mehrere neue Figuren, die sich nahtlos in das Judge Dredd Universum einfügen. Allen voran Erzbischof Emoji. Dieser Schurke ist herrlich überdreht und spiegelt zugleich den Zeitgeist einer ganzen Whats-App-Generation, die nur noch mit Emojis und Akronymen kommuniziert. Layman greift die typische Dredd-Stimmung auf und integriert sowohl Aliens als auch Predatoren so nahtlos in diese Welt, als würden sie schon immer dazugehören. Das wirkt sich auch auf den Verlauf der Handlung aus. Der Konflikt zwischen den Parteien wirkt in sich schlüssig und nicht konstruiert. So verschmelzen die Marken zu einem stimmigen Ganzen. Die detailreichen Zeichnungen von Chris Mooneyham unterstützen die hoffnungslose Atmosphäre. Dabei überzeugt der Amerikaner sowohl in den ruhigen als auch in actiongeladenen Bildern. Besonders geschickt kommen Licht und Schatten bei Auftritten der Aliens zum Einsatz. Übersetzter Marc Schmitz gelingt es, den Wortwitz des englischen Originals mit viel Liebe zum Detail ins Deutsche zu übertragen. So wurden beispielsweise die Akronyme von Erzbischof Emoji nicht einfach übersetzt sondern gegen passende deutsche Abkürzungen ausgetauscht.

Das Urteil

John Layman und Chris Mooneyham werden von allen Anklagepunkten freigesprochen. Ihr Comic ist ein Paradebeispiel für überzeugende Crossover. Die Geschichte macht Lust auf mehr Comics mit den Figuren. Schade, dass es so wenig Judge Dredd Comics auf Deutsch gibt. Wer auf der Suche nach einem unterhaltsamen Weltraum-Action-Spektakel ist, kommt an diesem Comic nur schwer vorbei.

zur Leseprobe
Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens von John Layman und Christopher Mooneyham ist bei Cross Cult als Softcover erschienen. Umfang: 112 Seiten Preis: 15,00€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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2 Kommentare

  1. Marcus Koppers

    Gern geschehen. Ich freue mich immer, wenn jemand einen neuen tollen Comic für sich entdeckt

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