Low 1

Rick Remender und Greg Tocchini entwerfen ein dystopisches Weltbild, in dem die Menschheit unter der Meeresoberfläche lebt und die Hoffnung auf Rettung bereits aufgegeben hat…zumindest fast.

Unter dem MeerLow_1_Cover

Die sterbende Sonne macht die Erde zu einem unbewohnbaren Planeten. Die Menschheit flüchtet auf den Meeresgrund und schickt Sonden aus, um neue bewohnbare Welten zu finden. Lange Zeit scheint diese Suche ergebnislos und die Menschen verlieren ihre Hoffnung. Die Gesellschaft zerfällt zu einem lasterhaften Sündenpfuhl. Lediglich Stel Caine will den Traum von Rettung nicht aufgeben und greift trotz unzähliger Schicksalsschläge nach jedem noch so kleinen Strohhalm.

Comic als Therapieersatz

Remender legt bereits im Vorwort die Karten auf den Tisch. Er offenbart, dass Low in einer Zeit entstanden ist, in der er selbst einen Therapeuten besuchte, um zu lernen wie man positiv denkt. So zieht sich der Konflikt zwischen Optimismus und Pessimismus wie ein roter Faden durch die Geschichte und wird nahezu gebetsmühlenartig wiederholt. Auch wenn das Thema für den Autor einen starken persönlichen Bezug hat, wäre hier weniger mehr gewesen. Dabei ist Low geprägt von einer ungewöhnlichen Erzählweise. Zwischen den einzelnen Kapiteln vergeht relativ viel Zeit. Dennoch schafft es Remender den Figuren Leben einzuhauchen und die Unterwasserwelt interessant auszustaffieren. Immer wieder verwendet der Autor Elemente aus dem römischen Reich, um das lasterhafte Leben der Gesellschaft zu thematisieren. Die Politiker schöpfen aus den Vollen und verkürzen sich die Zeit bis zum Weltuntergang mit Fress- und Sexorigien.

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Skizzenhafte Bilder

Die Zeichnungen von Greg Tocchini sind oft eher skizzenhaft. Dies fällt besonders bei den Szenen auf, bei denen viele Personen auftreten. Hier zerfließen die Einzelteile zu einer schwer differenzierbaren Melange. Dass es auch anders geht, beweist Tocchini in den ruhigen Dialogen, in denen die Gefühle im Mittelpunkt stehen. Hier zeigt er ein Talent für Zeichnungen, die auch Emotionen transportieren können. In den Actionsequenzen hingegen wird der Künstler in seiner Darstellung durchaus drastisch und schreckt auch vor expliziten Bildern nicht zurück. Die Visualisierung der Unterwasserwelt mit ihren zahlreichen Bewohnern lässt den Leser oft staunen.

Fazit

Die interessante Grundidee mit ihren überraschenden Wendungen wird durch den dauerhaften Konflikt zwischen Optimismus und Pessimisus getrübt. Science-Fiction-Fans mit einer Vorliebe für Endzeitszenarien dürften von Low jedoch nicht enttäuscht werden.

zur Leseprobe

Low 1 von Rick Remender und Greg Tocchini ist im Splitter Verlag als Hardcover erschienen. Preis 24,80 Umfang 176 Seiten
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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