Life Zero

“Ich möchte Resident Evil zeichnen”, mit diesem Satz hat Marco Checchetto seine Vision von Life Zero auf den Punkt gebracht. Doch kann dieser Comic ähnliches vollbringen wie das Videospiel, das 1996 den Grundstein für ein ganzes Genre legte?

Rettungskommando im Einsatzlife_zero_truck

Captain Shakos Spezialeinheit wird immer dann gerufen, wenn eine Zielperson aus einer heiklen Lage befreit werden muss. Doch dieses Mal rückt die Einheit aus, um den eigenen Captain aus einem Gefängnis zu befreien. Zu allem Überfluss liegt die Haftanstalt in einem Gebiet, in dem zuvor eine dunkle Wolke auftauchte und die Totem auferstehen ließ. Daraufhin wurde die Stadt unter Quarantäne gestellt. Die Befreiung von Captain Sharko ist jedoch nur der Auftakt in einem gnadenlosen Kampf ums Überleben.

Geschicktes Spiel mit den Erwartungen

Das Zombiegenre wird spätestens seit dem Erfolg der TV-Serie The Walking Dead immer wieder um eine weitere Variante bereichert. Gelegentlich gelingt den Machern Dank eines ungewöhnlichen Ansatzes etwas Frisches und Neues. Doch allzu oft plätschern die Zombiewerke einfallslos vor sich hin und der Leser hat das Gefühl, das alles bereits mehrfach gelesen zu haben. Stefano Vietti setzt genau hier an und nutzt die Erwartungshaltung seines Publikums dazu, der Handlung immer wieder eine überraschende Wendung zu life_zero_covergeben. Dabei schreckt der Autor auch nicht vor harten Szenen zurück, die den Leser wie ein Schlag in die Magengrube treffen. Die Figuren bieten genügend Charakter, um auch abseits der wandelnden Leichen zu faszinieren. Die Spannungen innerhalb des Sonderkommandos sind unübersehbar und sorgen für einige dramatische Twists.

Gezeichnete Spezialeffekte

Die Bilder von Marco Checchetto wirken oft wie Momentaufnahmen eines Videospiels. Dabei setzt der italienische Zeichner viele bewährte Effekte wie Motion Blur oder Lensflares ein. So ensteht eine ganz besondere Stimmung, die von dem eigens für diesen Comic erstellten Soundtrack noch verstärkt wird. Mit Hilfe von QR-Codes kommt der Leser in den Genuss der kraftvollen Musikstücke. Checchetto zeigt die Gewalt in seinen Comics schonungslos und in allen Details. Besonders in den Actionsequenzen fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen. Schon alleine deshalb ist die Lesealtersempfehlung ab 16 des Verlags mehr als gerechtfertigt.

Fazit

Der Autor erfindet das Zombiegenre nicht neu, spielt aber geschickt mit den etablierten Klischees und den Erwartungen des Lesers, sodass Life Zero zu einer kurzweiligen Lektüre wird, die mehr als einmal überrascht. Der Comic wird sicherlich kein neues Genre begründen, er kann aber sicherlich alte Fans wie neue Leser für die wandelnden Toten begeistern.

Life Zero von Stefano Vietti und Marco Checchetto ist bei Panini Comics im Softcover erschienen. Umfang 148 Seiten Preis 19,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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