James Bond 007 1: Vargr

Bis Englands berühmtester Doppel-Null-Agent zum 25. Mal im Kino zu sehen ist, müssen sich die Fans noch eine Weile gedulden. Zur Überbrückung präsentiert der Splitter-Verlag einen James Bond Comic aus der Feder von Warren Ellis, einem der berühmtesten englischen Comicautoren.

Den Drogen auf der Spur

Der britische Geheimdienst schickt James Bond auf eine Mission nach Deutschland. Ein Drogenschmuggler droht die Straßen Englands mit einer neuen Droge zu überfluten. 007 soll ihn aufspüren und das Handwerk legen. Der Auftrag klingt nach einer Routinemission und so bricht Bond wenig begeistert nach Berlin auf, um einer Spur nachzugehen. Doch schnell ergeben seine Ermittlungen, dass mehr hinter der Sache steckt, als der MI6 vermutet.

Alles drin und trotzdem fehlt etwas

Durch die James-Bond-Filme mit ihrer unverkennbaren Mischung aus Action, Gimmicks, Bond-Girls und exotischen Orten hat der britische Agent 007 eine große Fangemeinde bekommen. Warren Ellis greift in seiner Bond-Adaption viele dieser Komponenten auf. So beginnt das Album sogar wie ein typischer Bond-Film. Erst kommt eine kurze Einleitung, die vom Vorspann (hier der Titel der Geschichte und die Angaben zu den Verantwortlichen) unterbrochen wird um dann mit der eigentlichen Handlung zu starten. Danach ermittelt sich James Bond von Actionsequenz zu Actionsequenz, bei denen er die zahlreichen Spezialwaffen, die ihm zuvor von Q überreicht wurden, ausprobieren kann. Natürlich kommt auch ein Techtelmechtel mit einem obligatorischen Bond-Girl nicht zu kurz und trotzdem will sich das typische James-Bond-Gefühl nicht einstellen. Vielleicht liegt es daran, dass Ellis den ansonsten charmanten Briten in einen wortkargen Killer verwandelt, der seine Lizenz zum Töten bei jeder Gelegenheit einsetzt. Oder es liegt an den vielen Zufällen, die Bond bei seinen Ermittlungen weiterbringen. Ellis hetzt 007 von Schießerei zu Verfolgungsjagd und entwirft nebenbei ein eher blasses Bild eines typischen Bondschurken, der sogar einen klischeehaften erklärenden Monolog hält, um seine Motive zu erläutern.

Aus der Werbeagentur

Der südafrikanische Zeichner Jason Masters hat vor seiner Comickarriere als Werbegrafiker gearbeitet. Der durchgestylte Strich mit klaren Formen und einer kühlen Ästhetik findet sich auch auf den Seiten von James Bond wieder. So wirken vor allem die Büroeinrichtungen sehr realistisch. Darunter leidet jedoch die Dynamik. Besonders die Actionsequenzen wirken zu starr. Doch hin und wieder überrascht Masters dann mit einer außergewöhnlichen Seitenkomposition. So ist eine Sequenz, in der Bond ein Schiff durchsucht sehr interessant umgesetzt. Hier blitzt eine künstlerische Raffinesse auf, die man sich für den ganzen Band wünschen würde. Dass dieses hohe Niveau nicht konstant durchgehalten wird, ist besonders in den langen oft wortlosen Kampfszenen ärgerlich, da die Bilder hier ganz für sich alleine stehen und der Leser nicht von Dialogen abgelenkt wird.

Fazit

Warren Ellis löst sich vom 007, den man von der großen Kinoleinwand kennt und nähert sich Ian Flemings ursprünglicher Vision des Doppelnullagenten an. Dabei geht leider viel vom typischen Bond-Gefühl verloren. Fans des britischen Spions dürften außerdem von James Bonds Härte überrascht sein.

zur Leseprobe
James Bond 1: Vagr von Warren Ellis und Jason Masters ist als Hardcover im Splitter Verlag erschienen. Umfang: 144 Seiten Preis 19,80€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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