Iron Man 11: Fear Itself


Nicht nur Tony Stark bringt in Fear Itself ein großes Opfer. Auch Autor Matt Fraction opfert den Göttern aus Asgard einen vielversprechenden Comic.

Göttliche Waffen und fluchende Zwerge

Die Tochter von Red Skull hat einen vergessenen Gott erweckt. Seine Avatare verbreiten überall auf der Erde Angst und Schrecken und die Helden sind wegen den vielen Krisenherde gnadenlos überfordert. Tony Stark klammert sich an einen kleinen Strohhalm und bittet beim Göttervater Odin um eine Audienz. Damit Odin ihm Gehör schenkt schmeißt Iron Man seine Selbstachtung und Abstinenz über Bord und greift wieder zur Flasche.
Von diesem Opfer milde gestimmt, gewährt Odin Tony Zugriff zur Waffenschmiede der Asen. Mit Hilfe von fluchenden Zwergen will Iron Man das tun, was er am besten kann: Waffen entwickeln.

Unterdessen auf der Erde

Pepper Potts versucht das Chaos in Paris in den Griff zu bekommen. Doch die vielen Toten machen ihr zu schaffen und auch innerhalb von Stark Resilient gibt es einen Maulwurf, der es auf Pepper abgesehen hat. Hat Tony Starks ehemalige Assistentin das Zeug zur Heldin oder wird sie am Druck zerbrechen?

Langweiliges Tie-In

Noch in Iron Man 10 konnte man Matt Fraction nicht genug loben für die ausgewogenen Figuren und ihre Beziehung zueinander. Es scheint jedoch, als wäre dem Autor der Erfolg zu Kopf gestiegen. Mit einem Eisner Award ausgezeichnet und innerhalb der Marvel Hierarchie zu einem “Architekten” (die wenigen auserwählten Autoren, die die langfristigen Schicksale des Universums planen) aufgestiegen verlässt ihn jede Inspiration. Sein erstes großes Crossover verkommt zur eintönigen Prügelei, in der sich die Schwergewichte des Marveluniversums die Köpfe einschlagen. Diese unspektakuläre Bedrohung nimmt Fraction zum Anlass, um Tony Stark zurück in den Alkoholismus zu treiben. Dabei ist die Grundidee sicherlich nicht schlecht und hätte richtig umgesetzt für einige wirklich gute und emotionale Szenen gesorgt. Doch im Rahmen von Fear Itself wirkt dieser Wandel der Figur an den Haaren herbeigezogen, aufgesetzt und nahezu sinnlos.
Das liegt auch daran, dass man abgesehen von einigen Saufgelagen mit fluchenden Zwergen, kaum merkt, dass Tony Stark wieder trinkt. Denn trotz der Selbstaufgabe und des erhöhten Alkoholkonsums ist er immer noch ein begnadeter Erfinder, der sich auf seine Arbeit konzentriert.
Die oben bereits erwähnten Zwerge sind nebenbei auch noch ein gelungenes Stilmittel, um den Lesefluss im Keim zu ersticken. Die Flüche sind nämlich in Zwergensprache geschrieben und unterbrechen nahezu jeden Satz der kleinen Wichte. Noch problematischer wird es, wenn auch Tony Stark die Flüche aufgreift.

Gelungene Präsentation

Am Artwork gibt es nichts auszusetzen. Salvador Larroca variiert die Panelgröße und passt seine Bilder so dynamisch der jeweiligen Szenerie an. Die gesamte Komposition wirkt überaus stimmig und auch Pepper Potts Einsatz in Paris wird stimmungsvoll gezeichnet. Die Gesichter sind sehr ausdrucksstark und spiegeln die gesamte Bandbreite der Emotionen wieder. Leider kann auch das beste Artwork nicht über eine lausigen Plot hinwegtäuschen.

Fazit
Fear Itself reißt eine ansonsten gute Serie mit in den Abgrund. Es bleibt abzuwarten wie der Autor mit dem neuen Status Quo von Tony Stark nach dem Ende des Crossovers umgehen wird und ob sich Fraction wieder mehr auf die starken Nebenfiguren konzentriert. Ansonsten dürfte das für längere Zeit die letzte Auszeichnung für Iron Man gewesen sein.

Ganz so schlimm findet Simon die Geschichte nicht

Iron Man 11 von M. Fraction, S. Larroca erscheint im Softcover(108 Seiten) bei Panini Comics. Preis 12,95€

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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