Interview mit Andi Papelitzky

Und noch ein Interview zu Plemplem Productions neuester Comic-Veröffentlichung „Der Punch“. Jetzt meldet sich auch Zeichner Andi Papelitzky zu Wort und plaudert etwas aus dem Nähkästchen.

Andi2

Micomics: Wie bist Du zu dem Projekt gekommen?

Andi: Mit Andy (Medusa) hab ich vor einiger Zeit schonmal an einer Comic-Idee gearbeitet. Wie er damals auf mich gekommen ist, weiß ich nicht mehr. Wir kannten uns vorher nur flüchtig aus der Münchner Musikszene und irgendwer hat ihm wohl gesteckt, dass ich auch zeichne. Es hat gleich gefunkt, deshalb hat er mich dann auch für die Punch-Idee ins Boot geholt.

Micomics: Dein Zeichenstil ist recht surreal und ähnelt dem Stil von Tim Burton. Wo holst Du Dir Deine Inspirationen?

Andi: Es bestanden schon erste Charakterskizzen von Coverartist Senz. Außerdem hatte Andy den Stil schon recht klar vor Augen. Wir haben einige Test-Seiten gemacht und aus dem ganzen hat sich dann der Stil entwickelt. Ich würde das nicht als „meinen“ Stil bezeichnen, aber mittlerweile fühl ich mich dabei sehr wohl.

Micomics: Besonders auffällig ist die Farbgebung. Das Rot sticht stark hervor. Was sagst Du dazu?

Andi: Wie schon gesagt haben wir den Stil gemeinsam entwickelt. Die ersten Skizzen, die ich gemacht habe waren komplett bunt. das war uns aber zu bunt komplett schwarz/weiß wollten wirs auch nicht machen, also haben wir die Farbe vom Kasperl und seinem Theater als 3. Farbe zur Auflockerung des Ganzen dringelassen.

Micomics: Ein paar der anderen Handpuppen sind auch farbig. Erleben wir in den kommenden Heften noch die eine oder andere Überraschung?

Andi: Jawoll, besonders markante Elemente heben wir immer mal wieder mit knalligen Farbakzenten hervor. ähnlich wie in der Sin City Reihe.

Micomics: War die Story ein fließender Prozess, oder hast du dich stur ans Skript gehalten?

Andi: In die Haupt-Story misch ich mich so gut wie gar nicht ein. Ich lass mich da überraschen (weiß immer noch nicht genau wies ausgeht . Manchmal entwickeln sich aber noch kleine Szenen oder Gags während der gemeinsamen Entwicklung der Seiten.

Micomics: Wie war die Zusammenarbeit mit Medusa? Habt Ihr auch mal „künstlerische Differenzen“ gehabt?

Andi: Super, wir haben unsere mehr oder weniger regelmäßigen Comic Sitzungen im Griabigen Kammerl mit Wein und cooler Mucke, bei der wir die Seiten durchsprechen, grob aufzeichnen und schaun was man wie machen kann. Jetzt wo wir voll drin sind und oft keine Zeit für die Meetings haben, schickt mir Andy auch manchmal den Text mit groben Seitenaufrissen und ich setz das dann um. Wir haben da langsam ähnliche Vorstellungen und es gibt selten Meinungsverschiedenheiten. Die meisten Ideen find ich eh schon cool und wenn ich hier und da mal was änder, kommts meist gut an.

Andi1

Micomics: Hast Du schon andere Comics gezeichnet?

Andi: Ich hab mal mit einer Story angefangen, aus der dann ein Animationsfilm für meine Abschlussarbeit geworden ist. Dann gibt’s noch ein Projekt mit Andy, das wir für den Punch auf Eis gelegt haben. Aber grundsätzlich wird der Punch mein erster „richtiger“ Comic.

Micomics: Wie sehen Deine weiteren Pläne aus? Arbeitest Du zur Zeit noch an anderen Projekten?

Andi: Ich arbeite hauptberuflich in einer coolen Agentur mit einigen spannenden Projekten. Nebenher bleibt da nicht viel Zeit für eigene Geschichten. Ab und zu mach ich mal ein paar Buch- oder Coverillustrationen, aber eher zum Spaß. Kein großes Projekt wie der Punch am Horizont, bis jetzt.

Micomics: Liest Du selbst auch gerne Comics? Wenn ja, welche?

Andi: Sehr gerne. Alles mögliche von Moore-, Miller-, Gaiman-Klassikern, bis zur aktuellen Walking Dead Serie. Meine alltime Favorites sind (neben den allseits bekannten Wachmännern und Batmännern) glaub ich: „Stray Toasters“ von Bill Sienkiewicz, „Daytripper“ von Fabio Moon und Gabriel Ba und „Hector Umbra“ vom Münchner Uli Oesterle. Außerdem alles von Greg Ruth. Und Jan Reiser sollte auch mal wieder was rausbringen.

Nils Dönges

Author: Nils Dönges

Er ist der Schrecken der die Cons durchflattert. Mit allen Comic-Wassern gewaschen durchstreift er die Comiclandschaft, findet so immer wieder neue Kleinode und natürliche grandiose Zeichner die sein Sketchbook veredeln...

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*