Inhuman Megaband

Lange Zeit fristeten die Inhumans bei Marvel ein Schattendasein. Doch das Haus der Ideen hat Einiges mit den Superwesen vor. 2019 soll es sogar einen Kinofilm über Black Bolt und sein Volk geben. Höchste Zeit, die Figuren auch in den Comics noch stärker ins Rampenlicht zu stellen.

Aus der Asche

Während der Invasion von Thanos zündete Black Bolt eine Bombe, die zwar seine schwebende Heimatstadt Attilan zerstörte, aber auch die Terrigen-Nebel freisetzte. Dank dieser Nebelwolke verwandelten sich alle Menschen, die ein latentes Inhuman-Gen besitzen, in ein Metawesen Wesen mit ganz unterschiedlichen Kräften. Black Bolts Frau Königin Medusa steht nun vor den Trümmern ihres Reiches und hat die Aufgabe, die neuen Inhumans aufzulesen und das geschwächte Volk zur neuen Größe zu führen. Dabei trifft sie nicht nur auf die aus Furcht in den Hass getriebenen Menschen, sondern auch auf andere Inhumans, die sie nicht als Königin aktzeptieren und gänzlich eigene Pläne verfolgen.

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Der Beginn einer neuen Ära

Man mag es kaum glauben, aber die Inhumans sind fast so alt wie das gesamte Marvel-Universum. 1965 enthüllten Stan Lee und Jack Kirby, dass die Kree mit menschlicher DNA experimentierten. Seitdem leben die Nachkommen dieser Experimente unerkannt unter den Menschen. Erst durch die Terrigen-Nebel werden die schlummernden Gene aktiviert. Der Mensch verpuppt sich in einen Kokon und wird mit unterschiedlichsten Kräften wiedergeboren. Dank der Ereignisse des Crossovers Infinity gibt es nun eine ganze Schar neuer Inhumans. Ms. Marvel ist sicherlich die bekannteste, doch Autor Charles Soule setzt alles daran, um das zu ändern. Die Voraussetzungen sind günstig. Die vielen neuen Inhumans werden zum Anlass genommen, um das Umfeld der mächtigen Metawesen zu erklären.Inhuman_Megaband_Cover Dabei stellt Soule nicht nur das Königreich von Medusa vor, sondern erklärt auch andere Organisationen, die Interesse an den vielen neuen Superwesen haben. Gespickt wird das Ganze noch mit Gastauftritten der Avengers und schon sind die neuen und alten Inhumans fest im aktuellen Geschehen des Marvel-Universums verankert. Und so darf auch ein obligatorisches Tie-In zu Axis nicht fehlen. Leider sind diese beiden Kapitel ein starker narrativer Bruch zur eigentlichem Handlung. Glücklicherweise reißt der Autor das Steuer danach wieder herum und erzählt weiter von dem spannenden Konflikt der innerhalb des Inhumans-Volk tobt und dem Unverständnis der Menschen gegen die Veränderungen.

Zeichner mit großen Namen

Dieser Sammelband vereint auf seinen 332 Seiten die künstlerische Raffinesse von vier Talenten unter einem Dach. Darunter auch Schöpfer von Battle Chasers Joe Madureira, dessen Arbeit in Fankreisen häufig für Euphorie sorgt. Sein unverkennbarer Stil lässt auch die Inhumans gut aussehen. Gerade bei den vielen neuen Figuren macht Madueira das, was er am Besten kann: körperlich sehr präsente Figuren entwickeln, die durch ein ausgefeiltes Auftreten überzeugen. Doch auch die alteingessenen Inhumans wie Medusa, Black Bolt oder Gorgon machen eine gute Figur. Liebhaber von Madureiras Artwork könnten jedoch enttäuscht sein, dass der Altmeister nur drei der fünfzehn Kapitel gezeichnet hat. Der Großteil der restlichen Kapitel wurde von Ryan Stegman, der bereits an einigen namhaften Superheldenserien mitgewirkt hat, gewohnt routiniert zu Papier gebracht. Die beiden anderen Zeichner Pepe Larraz und André Araújo leisten ebenfalls überzeugende Arbeit, können aber nicht aus dem Schatten der bekannten Größen heraustreten.

Fazit

Man spürt, dass Marvel in Zukunft viel mit den Inhumans vorhat. Dieser Band bietet beste Unterhaltung und erklärt dem Leser nahezu spielerisch alles Wissenswerte, um das vielschichtige Volk der Inhumans kennen und lieben zu lernen.

zur Leseprobe

Inhuman Megaband von Charles Soule, Joe Madureira, Ryan Stegman und Pepe Larraz ist bei Panini Comics als Softcover erschienen. Preis 28,00€ Umfang 332 Seiten
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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