Howard the Duck

Mit seinem Kurzauftritt nach dem Abspann von Guardians of the Galaxy verwirrte Howard the Duck die Kinobesucher. Mit Hilfe neuer Comicabenteuer aus der Feder von Chip Zdarsky, will man den Erpel-Detektiv bekannter machen. Dabei sollen auch zahlreiche Gastauftritte anderer Helden helfen. Ob das Konzept aufgeht?

Erpel, übernehmen Sie

Howard the Duck hat sich als Privatdetektiv selbstständig gemacht. Doch trotz einer Kinowerbekampagne bleiben die Aufträge aus. Howard_the_duck_1_UndercoverUmso eifriger macht sich der Erpel an die Arbeit, als er beauftragt wird, eine gestohlenen Kette wiederzufinden. Gemeinsam mit der Tätowiererin Tara Tam macht sich Howard auf die Suche. Dabei ahnt er noch nicht, dass ihn dieser Fall vom Weltall über mystische Sphären bis hin zu einem Undercovereinsatz im Central Park schließlich zu einem Kampf um das Schicksal des Universums führen wird.

Ein Spürschnabel auf der Überholspur

Der Kanadier Chip Zdarsky hat ein Gespür für überdrehte Geschichten. So visualisierte er für Matt Fractions Sex Criminals einen Orgasmus auf innovative Art und nahm während Original Sin den Helden des Marvel-Universums die Beichte ab. Gemeinsam mit Zeichner Joe Quinones inszeniert er die fünfte Howard the Duck Serie. Im Dezember 2007 startete die letzte Miniserie über den Erpel mit dem frechen Mundwerk. Acht Jahre später kommt Howard mit einer neuen Solo-Serie zurück. Die ersten fünf Hefte spielen noch vor dem Secret Wars, der das Multiversum ordentlich auf den Kopf stellte.Howard_the_duck_1_Cover Zdarsky spielt gekonnt mit der Historie der Figur und lässt dabei selbst so eigensinnige Ausflüge wie den Film von 1986 nicht außen vor. Er kommentiert augenzwinkernd einige Stationen aus Howards Vergangenheit. Darüberhinaus persifliert der Autor auch einige popkulturelle Phänomene und Serien wie Prison Break in liebevoller Art. Während seiner Ermittlungen trifft Howard auf zahlreiche andere Marvelhelden. Obwohl die vielen Gaststars vom titelgebenden Helden ablenken, wird jeder Auftritt mit reichlich Pastiche zelebriert. So zeichnet Quinones Spider-Man in der klassischen John Romita Sr. Haltung, die man vom The Amazing Spider-Man#50 Cover kennt und in zahlreichen Abwandlungen gesehen hat. Der Band ist voll von solchen visuellen Verweisen auf einige Meilensteine des Marvel-Kosmos. Der klassische Secret Wars wird ebenso referenziert wie The Infinity Gauntlet. Wer sich ein wenig mit der Marvel-Historie auskennt, wird viel Spaß mit den Anspielungen haben. Chip Zdarsky lässt aber nicht nur Nostalgisches Revue passieren: mit der taffen Tara Tam bekommt Howard eine interessante Gefährtin und geradezu ebenbürtige Partnerin. Die Figur ist ähnlich angelegt wie Dawn, die neue Reisebegleitung des Silver Surfers. Im Gegensatz zu Dawn wirkt Tara jedoch weniger verträumt und blauäugig. Eine vom Leben geprägte Frau, die es versteht dem Erpel Paroli zu bieten.

Die vielen Facetten von HowardHoward_the_duck_1_Tara

Während die Haupthandlung von Zdarsky und Quinones umgesetzt wurde, gibt es immer wieder eingeschobene Kurzgeschichten, die von anderen Zeichnern umgesetzt wurden. Besonders der karrikative Stil von Chew-Zeichner Rob Guillory passt einfach perfekt zu Zdarskys Art zu erzählen. Aber auch Katie Cook und Jason Latour verstehen es, dem Meister des Quack-Fu ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Fazit

Humorvoller Band, der Howard wieder mehr ins Zentrum des Marvel-Universums rückt. Die unzähligen Anspielungen laden zum Entdecken ein und begeistern vor allem Kenner der Materie. Spätestens bei Howards Undercovereinsatz im Central Park bleibt kein Auge trocken. Wer in Zeiten von immer düstereren Superheldengeschichten auf der Suche nach Spaß ist, darf Howard gerne
bei seinen Ermittlungen begleiten.

zur Leseprobe
Howard the Duck von Chip Zdarsky, Joe Quinones, Jason Latour, Katie Cook und anderen ist bei Panini Comics im Softcover erschienen. Preis 12,99€ Umfang 116 Seiten
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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