Hilo 1: Der Junge, der auf die Erde krachte

Batman-Autor Judd Winick zeigt sich in Hilo – Der Junge, der auf die Erde krachte von einer anderen Seite und überrascht mit einem liebenswerten Comic für Kinder, an dem auch Erwachsene ihre Freude haben können.

Und was kannst Du besonders gut?

Seit seine Freundin weggezogen ist, fristet D.J. ein langweiliges Leben in einem überschaubaren Ort. Als jedoch ein Junge in einer silbernen Unterhose vom Himmel fällt, ändert sich D.J.s Leben von Grund auf. Er freundet sich mit Hilo an und versucht das Geheimnis seiner Herkunft zu lüften. Schnell wird klar, dass Hilo besondere Kräfte hat, doch im Kampf gegen seine Verfolger ist Hilo auf Hilfe angewiesen. Natürlich steht ihm sein neuer Freund D.J. mit Rat und Tat zur Seite.

Freundschaft als Superkraft

Judd Winnick entwirft ein tolles Figurenensemble mit einem hohen Identifikationspotenzial für Grundschüler. Da ist vor allem D.J., der in einer Familie aufwächst, in der jeder ein besonderes Talent hat. Nur D.J. ist in nichts herausragend, er ist nur ein super Freund. Und genau so einen Freund braucht Hilo, der plötzlich vom Himmel fällt und sich auf der Erde zurechtfinden muss. Hier punktet der Autor mit reichlich Situationskomik. Allerdings wird auch viel über Rülpsen und andere Dinge, die besonders Kinder lustig finden, geredet. Das macht die Figuren sicherlich authentisch, mag den einen oder anderen älteren Leser aber auch schnell langweilen. In kurzen Rückblenden enthüllt der Autor die Herkunft von Hilo. Hier bedient sich Winnick bei gängigen Science-Fiction-Themen und offenbart nicht nur ein Paralleluniversum, sondern auch eine von Robotern kontrollierte Welt. Die Actionsequenzen halten dabei die Spannung hoch, werden aber auch regelmäßig von lustigen Szenen unterbrochen, um die Dramatik für die Zielgruppe erträglich zu halten. Zeichnerisch sind die Figuren cartoonartig überzogen und haben große Köpfe auf kleinen Körpern. Das ermöglicht Winnick, der auch als Zeichner verantwortlich ist, die Möglichkeit, viel mit der Mimik seiner Schöpfung zu spielen. Da die Dialoge sehr knapp gehalten sind, tragen die Bilder viel zur Stimmung bei. In manchen Szenen erzeugt Winnick sogar komplett ohne Worte eine ungeheure Komik. Hilos Versuch, sich mit Hilfe eines Waschbären an der Schule einzuschreiben, ist eine grandiose Slapsticksequenz und ein perfektes Beispiel dafür, wie Comics auch ohne Sprache funktionieren können. Abgerundet wird das knuffige Artwork durch die bemerkenswerten Farben von Guy Mayor.

Und was sagt die Zielgruppe?

Eine nicht repräsentative Umfrage bei einem Achtjährigen, der die 197 Seiten geradezu verschlungen hat, hat ergeben, dass die Rückblenden eher als störend empfunden werden. Die Actionszenen hingegen wurden gelobt und auch das dramatische Cliffhanger-Ende macht Lust auf mehr.

Fazit

Gelungener Science-Fiction-Comic mit einer tollen Freundschaftsbotschaft und authentischen Figuren sorgt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen für kurzweilige Unterhaltung.

zur Leseprobe
Hilo 1 von Judd Winnick ist bei Popcom Comics im Hardcover erschienen. Umfang: 197 Seiten Preis 14 €
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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