Hellboy 13

Lange hat Hellboys geistiger Vater die visuelle Gestaltung seiner Geschichten anderen überlassen. Nun steht Hellboy an einem Scheideweg und Mike Mignola kehrt für diese schwere Stunde höchstpersönlich als Zeichner zurück.

Rückkehr des verlorenen Sohns

Hellboy opferte sich für die Welt und findet sich nun in der Hölle wieder. Doch das Pandämonium scheint verlassen. Die Bewohner der Unterwelt sind geflohen, nachdem sie von Hellboys Rückkehr hörten.Hellboy_13_Cover Während eine riesige Armee darauf wartet von Hellboy erweckt zu werden, trifft der paranormale Ermittler auf einen früheren Gegner, der ihm auch in der Hölle das Leben schwer macht. In der Unterwelt schlummert jedoch auch das Geheimnis von Hellboys Hand und wer ist eigentlich Hellboys mysteriöser Führer in der Unterwelt?

Hat Mignola das Zeichnen verlernt?

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass der Altmeister nichts von seiner Genialität verloren hat. Seine Darstellung der Hölle besticht durch eine sehr intensive Atmosphäre. Großflächige Hintergründe und kantige Figuren verschmelzen zu einer einzigartigen Präsentation. Was auf den ersten Blick detailarm wirkt, entwickelt im Laufe der Lektüre eine ganz eigene Faszination. Mignola prasst nicht mit Details, aber die, die er verwendet sind wirkungsvoll und nachhaltig. Veredelt wird die Unterwelt und ihre Bewohner durch die dezente Farbgebung von Dave Stewart. Und entgegen der vorherigen Veröffentlichungsstrategie hat sich Cross Cult dazu entschieden, Hellboys neuestes Abenteuer farbig zu drucken. Die vorherigen von Mignola gezeichneten Geschichten erschienen in einer schwarz-weißen Edition. Dadurch wurde der Stil des Künstlers noch mehr betont. Für Hellboys Höllentrip ist die farbige Ausgabe sicherlich ein Segen, da in der düsteren Unterwelt häufig mit dezenten Farbvarianten gespielt wird.Hellboy_13_Hoelle

Was will uns der Künstler damit sagen?

So hübsch Hellboys Abstieg in den Hades auch aussieht, eine leichte Lektüre ist es nicht. Mike Mignola verknüpfte schon immer gerne Elemente aus Märchen, Folklore und klassischer Literatur mit seinem großen roten Dämonen. So findet man hier ganz offensichtliche Anspielungen auf Dantes Göttliche Komödie oder die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Aber gerade die vielen subtilen Versatzstücke bringen unachtsame Leser schnell ins Schleudern. Wenn dann auch noch andere Figuren aus dem großen Mignolaverse auftreten, wünscht man sich sehnlichst eine Interpretationshilfe. Doch Mignola staffiert sogar eigene Kreationen mit einer so lebhaften Geschichte aus, dass man erst nach einer eigenen Recherche bemerkt, dass die erwähnten Personen oder Gemälde gar nicht existieren. Bei seiner Erzählung verlässt sich der Autor auch auf seinen Leser. Er erklärt nicht alles, lässt sogar vieles offen und beflügelt so die Fantasie des Lesers. Mignolas Geschichte ist eine Herausforderung an den Leser, die den belohnt, der sie annimmt. Liebhaber von Märchen wie “Der Teufel mit den drei goldenen Haaren” kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Und wer Hellboys Werdegang schon länger verfolgt, bekommt endlich die Auflösung des Rätsels um Hellboys legendäre Steinhand.

Fazit

Vielschichtige Hellboygeschichte, die lose Enden aufgreift und die Weichen für die Zukunft stellt. Auf diesen Comic haben Migonals Fans lange gewartet und alle Erwartungen werden übertroffen.

zur Leseprobe

Hellboy 13 von Mike Mignola und Dave Stewart ist bei Cross Cult im Hardcover erschienen. Umfang 160 Seiten Preis 22€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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