Guardians of the Galaxy 1: Die neuen Wächter

Nach dem Ende der Secret Wars hat sich einiges geändert. Das gilt auch für die Guardians of the Galaxy, die sich mit neuer Besetzung und altbekanntem Autor für die Vernichtung der Kree-Heimatwelt verantworten müssen.

Die neuen Galaxie-Wächter

Peter Quill hat sein Erbe angetreten und ist der Herrscher über Spartax. Sein Team, die Guardians of the Galaxy, müssen jedoch nicht ohne Führung auskommen. Kitty Pryde, Peters Freundin, ist die neue Star-Lord und hält das Team, bestehend aus Rocket Raccoon, Groot, Drax, Venom und dem Neuzugang Ben Grimm, das_ding_bei_den_guardiansbesser bekannt als das Ding von den Fantastischen Vier, zusammen. Das noch recht frische Bündnis wird auf eine harte Probe gestellt als Hala, die letzte Überlebende des Kree-Volks, auftaucht und Vergeltung fordert.

Wo Bendis draufsteht…

Das Marvel-Universum nach den Secret Wars steht unter dem Motto „All-New All-Different“ und auf den ersten Blick scheint das auch für die Guardians zu gelten. Doch wenn man genauer hinsieht, halten sich die umwälzenden Änderungen in Grenzen. Klar gibt es neue Teammitglieder und alte Bekannte in neuen Rollen, aber insgesamt betrachtet bekommt der Leser genau dasguardians_of_the_galaxy_1_cover, was er von Brian Michael Bendis erwarten darf. Bendis streut seine routinierten Pointen und setzt insgesamt vor allem auf lange Dialoge. Dabei lässt er auch zahlreiche Außerirdische auftreten. Viele Witze funktionieren, indem der menschliche Alltag von den anderen Spezies abwertend durch den Kakao gezogen wird. Abseits des Humors bekommt der Leser reichlich Action geboten. Mit Kitty Pryde hat Bendis außerdem eine seiner persönlichen Lieblingsfiguren an Bord geholt und rückt Kitty auch gleich in den Mittelpunkt. Die intergalaktischen Ränkespiele wirken ebenfalls routiniert und wenig überraschend. Dies klingt wahrscheinlich viel negativer als der Comic eigentlich ist. Fans von Bendis kommen sicherlich voll auf ihre Kosten. Unter dem Aspekt alles anders machen zu wollen, scheitern die Gurdians of the Galaxy jedoch. Valerio Schiti nutzt das Blockbusterpotentzial der galaktischen Wächter aus und geizt nicht mit eindrucksvollen Splashpages. Durch die vielen großangelegten Bilder ist die Lektüre jedoch schnell vorbei. Der Italiener versteht es gekonnt, die Figuren in heroischen Posen aufs Papier zu bringen.

…muss nicht unbedingt Bendis drin sein.

Der erste Sammelband ist eine kleine Mogelpackung. Auf dem Cover wirbt man mit Bendis und Schiti. Auf der Rückseite werden dem Leser fünf US-Hefte versprochen. Bei gutgläubigen Menschen könnte der Eindruck entstehen, man bekäme für 12,99€ die ersten fünf Ausgaben der neuen Serie. Dem ist aber nicht so. Lediglich drei Hefte gehören zum Bendis Run. Die Handlung wird dann unterbrochen und der Band wird mit zwei älteren guardians_of_the_galaxy_team_upGeschichten aus der Guardians of the Galaxy Team-Up Serie aufgefüllt. Hier trifft Gamora in einer intergalaktischen Kampfarena auf Nightcrawler. Das actionreiche Treffen wurde von Bill Willingham geschrieben und kann mit einer überraschenden Schlusspointe punkten. Dank des dynamischen Strichs des Brasilianers Diogo Saito, der dezent fernöstliche und amerikanische Stilrichtungen vereint, wirkt die Weltraumprügelorgie künstlerisch wertvoll. Beim zweiten Superheldentreffen aus der Feder von Javier Pulido trifft Peter Quill am Silvesterabend auf Peter Parker. Während der Jagd nach einem gestohlenen Artefakt treffen die Helden auch noch auf Black Cat. Da steht einem aufregenden Jahreswechsel doch nichts mehr im Wege. Das eigenwillige Artwork unterstreicht den ungewöhnlichen Humor des Spaniers. Leider ist die Geschichte etwas verwirrend.

Fazit

Trotz einiger Neuzugänge wirken die neuen Abenteuer der Guardians of the Galaxy sehr routiniert. Wer bisher seinen Spaß mit der bunt gemischten Weltraumcrew hatte, kann auch hier bedenkenlos zugreifen, sollte aber bedenken, dass der Sammelband mit Team-Up Geschichten gestreckt wurde. Als Einstiegspunkt ist der Band eher schlecht geeignet, da Bendis Wissen aus vorherigen Geschichten voraussetzt.

zur Leseprobe
Guardians of the Galaxy 1 von Brian Michael Bendis, Bill Willingham, Valerio Schiti und Javier Pulido ist bei Panini Comics als Softcover erschienen. Preis 12,99€ Umfang 116 Seiten
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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