Green Lantern 2: Die schwarze Hand des Todes

Und zurück zur Erde. Hal Jordan hält es nach seiner Flucht vor intergalaktischen Kopfgeldjägern, schließlich wird Jordan für den Untergang des ganzen Green Lantern Corps verantwortlich gemacht, nicht lange in der Einsamkeit des Alls. Mit dem Trip nach Hause stehen aber eine ganze Menge Probleme ins Haus.

Back to Earth

Der Abtrünnige“ hat ein ziemlich episodenhaftes Format, das Hal bei unterschiedlichsten Abenteuern und Rettungsaktionen zeigte. Der zweite Band schlägt einen ähnlichen Weg, beendet aber gleichzeitig einige Handlungsstränge. Green Lantern 2 - Hand des Todes CoverSo muss sich die grüne Leuchte immer noch dem verrückten Schwarz entgegen stellen – Erzfeind Black Hand driftet nämlich ebenfalls durchs All, seit einem Trip zur Source Wall mit der unbeherrschbaren Fähigkeit ausgestattet ganze Planeten mit nur einer Berührung zu versteinern. Und wie auch Hal, will der verrückt gewordene Black Hand „nur nach Hause“ – zurück zur Erde. Klar, dass der Titelheld das zu verhindern gedenkt. Selber zuhause angekommen, sieht er sich schnell absolut irdischen Problemen gegenüber. Eine Unabhängigkeitsbewegung versucht mit terroristischen Attacken ihre Ziele zu erreichen, dabei gerät auch die Familie von Hals Bruder ungewollt ins Zielvisier.

Guter, alter Superheldencomic!

Der erste Band machte für eine Einführung eigentlich viel richtig, verspielte aber viele Chips an den unterschiedlichsten Stellen: Hals Zusammenstoß mit einer Gruppe Weltraum-Piraten war dank deutsch(bayrischer!) Übersetzung unnötig albern, genauso wie die zu gewollt komischen Dialoge mit Hals Bordcomputer. Der zweite Band schafft mit einer geraderen Linie, was das Erzählen angeht viele Schwächen des Vorgängers aus der Welt. Hals Kampf mit einem der Ur-Gegner des Corps, Black Hand, kann auf allen Green Lantern 2 - Hand des Todes Bild für Beitrag 1Ebenen punkten. Das Konzept ist zuallererst einmal visuell interessant: Jordans Grün gegen Black Hands graue Versteinerungen geben Zeichner Tan und seinem Koloristen allerlei Möglichkeit zur visuellen Spielerei, was die Auseinandersetzung der Beiden zu einem Highlight fürs Auge werden lassen. Das funktioniert andererseits aber auch nur so gut, weil das Duell der Beiden auch auf Storyebene die richtigen Schalter drückt. Heldenhafter könnte Jordan nicht dastehen, wenn er seinen durchgedrehten Widersacher mehr von seiner Kraft befreien will statt ihn lediglich zu Klump zu prügeln. Und auch Black Hand ist in seinem Wahnsinn viel mehr Mitleids- als Furchterregend, Venditti entwirft ihn hier viel mehr als Kleinkind mit zerstörerischer Kraft. Wer also das „Heldige“ vermisst und es satt hat, dass es in immer mehr Comics um die Auseinandersetzung zwischen den Helden selbst oder moralische Grauzonen geht, sollte hiermit seinen Spaß haben. Diese ganze, knackige Storyline ist bis hin zum Finale wo sich Jordan und der eigentliche verfeindete Relic sogar zusammentun,  um Black Hand zu besiegen, perfekt durchexerziert. Dazu passt auch, dass Hal auf der Erde solch klassischen „Heldenkram“ erledigt wie umstürzende Riesenräder aufzufangen.

Fazit:

Vorwerfen könnte man dem zweiten Band höchstens, dass er sich immer noch sehr wie ein Road-Movie anfühlt, dass dürfte vielleicht nicht jedem gefallen. Und auch Hals neu etablierte Begleiter, fallen in der zweiten Hälfte des Bandes einfach unter den Tisch, statt weiter entwickelt zu werden. Damit enden aber auch die Geschmacksunterschiede zu „Die schwarze Hand des Todes“ denn wer den ersten Band „gut“ fand, kann bei Band 2 noch einmal ein paar Punkte dazu addieren. Jordans Zusammenstoß mit Black Hand fühlt sich herrlich „superheldig“ an, Billy Tans Zeichnungen stagnieren weiter auf einem hohen Niveau und Venditti etabliert nebenbei schon weitere interessante Ideen für kommende Bände. Wer Band Eins etwas ernüchtert ins Regal gestellt hat, darf hier gerne noch einen Blick riskieren, ob er nicht zu früh vom Green Lantern Zug abgesprungen ist.

zur Leseprobe

„Green Lantern 2: Die Schwarze Hand des Todes“, Autor: Robert Venditti, Zeichner: Billy Tan, erscheint bei Panini Comics im Softcover, 16,99€, 140 Seiten

 

Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

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