Green Arrow: Das erste Jahr

2007 modernisierten Autor Andy Diggle und Zeichner Jock die Herkunftsgeschichte von Green Arrow. Weil dieser Comic die Macher der TV-Serie stark beeinflusst hat, gelangt die Miniserie nun doch noch in die Regale deutscher Händler.

Gestrandet

Der Milliardär Oliver Queen genießt sein privilegiertes Leben in vollen Zügen. Auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick verprasst er sein Vermögen. Nach einem Schiffsbruch kämpft Queen auf einer Insel ums nackte Überleben. Als er ein Flugzeug auf sich aufmerksam machen will, entdeckt er, dass er nicht alleine auf der Insel ist. Ein Drogenring nutzt die Insel als Stützpunkt. Green_Arrow_Das_erste_Jahr_SoftcoverGreen_Arrow_Das_erste_Jahr_HardcoverEs entbrennt ein erbitterter Kampf, der den Playboy in einen Kämpfer für die Gerechtigkeit verwandelt.

Die Insel der Katharsis

Der Erfolg von Frank Millers Batman: Year One hatte zur Folge, dass vielen Helden eine Geschichte über ihre Anfangszeit auf den Leib geschrieben wurde. Es war nur eine Frage der Zeit bis auch DC’s Bogenschütze in diesen elitären Kreis aufgenommen wurde. Autor Andy Diggle, der sogar Namenspate für Arrows Bodyguard in der TV-Serie wurde, stellt dem Leser einen sehr unsympathischen Milliardär vor. Queens Suche nach dem ultimativen Kick schickt den Playboy um die ganze Welt. Seine überhebliche Art lässt ihn immer wieder anecken und auch beim Leser gewinnt man so keine Sympathiepreise. So kann es sogar passieren, dass man “Geschieht ihm recht” denkt, wenn es zur Schiffbruchszene kommt und Queen einsam am Strand der Insel landet. Der darauffolgende Wandel geht dem Milliardär etwas zu leicht von der Hand. So wird die Transformation vom Lebemann zum Überlebenskämpfer eher unglaubwürdig. Im Laufe der Handlung gibt es immer wieder Zufälle, die dem Leser einiges zumuten. Ein Großteil der Handlung wird in Textkästen erzählt. Dies ist vor allem der Umgebung geschuldet. Die wenigen Dialoge vermitteln alle Informationen, die man benötigt, um das simple Konstrukt von Gut und Böse zu durchschauen. Bemerkenswert ist noch, dass die Figuren auffällig oft keuchen und stöhnen. Dies füllt zwar Sprechblasen, bringt die Handlung aber weder inhaltlich noch atmosphärisch voran.

Unverkennbares Aussehen

Die Bilder des britischen Zeichners Mark Simpson, der sich unter seinem Pseudonym Jock auf dem US-Comicmarkt einen Namen gemacht hat, haben einen hohen Wiedererkennungswert.Green_Arrow_Das_erste_Jahr_Whos_there Sein rauer Stil und sein Spiel mit Schattierungen unterstreicht das unwirtliche Leben auf der Insel. Jock überzeugt mit einem dynamischen Seitenaufbau. Er bringt die Action rasant zu Papier und kann geschickt mit Szenenbeleuchtung experimentieren. Besonders beeindruckend ist eine Splashpage, auf der Green Arrow unter Halluzinationen leidet. Lediglich bei der Umgebung hat es sich der Künstler sehr leicht gemacht. Eine Dschungelinsel als Schauplatz weckt die Erwartungen an tropische Naturschauspiele. Jock spart diese Details bei seinen Panels oft komplett aus und lässt die Figuren lieber vor eintönigen Hintergründen agieren.

Fazit

Lediglich die Zeichnungen trösten über die konstruierte Handlung mit der überraschend leichtfüßgen Wandlung des Helden hinweg. Fans der TV-Serie haben bereits eine bessere Variante dieser Geschichte gesehen.

zur Leseprobe
Green Arrow: Das erste Jahr von Andy Diggle und Jock ist bei Panini Comics im Soft- und Hardcover erschienen. Umfang: 148 Seiten Preis 14,99€ (SC) 29,00€ (HC)
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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