Green Arrow: Auferstehung

Wenn Filmemacher und Comic-Autor Kevin Smith einen Toten wiedererweckt, muss man auf alles gefasst sein.

Die Jagd auf den City-Schlitzer

Ein brutaler Serienkiller versetzt Star City in Angst und Schrecken. Während Oliver Queen versucht die Bestie aufzuhalten, sind seine Familie und Freunde überrascht und besorgt. Denn eigentlich starb Green Arrow vor Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Nun weist das Gedächtnis des smaragdgrünen Bogenschützen erhebliche Lücken auf. Batman und seine Kollegen von der Green_Arrow_Auferstehung_SoftcoverJustice League wollen das Rätsel um Green Arrows Auferstehung lösen und machen dabei eine Entdeckung, die das Schicksal der gesamten Menschheit bedroht.

Zurück aus dem Jenseits

Den Meisten dürfte Kevin Smith als Regisseur von Filmen wie Clerks oder Dogma oder als Schauspieler des Silent Bob bekannt sein. Doch Smith ist auch ein erfolgreicher Comicautor. Gemeinsam mit Phil Hester hat Smith 2001 Green Arrow von den Toten auferweckt. Dabei fährt der Autor einiges auf. Viele bekannte DC Helden statten dem Bogenschützen einen Besuch ab und versuchen das Rätsel seiner Rückkehr zu entschlüsseln. Smith löst sich von gängigen Begründungen für eine Auferstehung und präsentiert einen frischen Ansatz, bei dem er von seiner ganz eigenen Version des Jenseits erzählt. Wer den Film Dogma gesehen hat, weiß, wie Kevin Smith mit religiösen Themen umgeht. Wenn Smith in seiner Paraderolle als Silent Bob über die Leinwand spaziert, ist er mehr als wortkarg. Dies kann man von seinen Comicfiguren nicht behaupten. Der Band ist sehr textgewaltig. Die Figuren reden für einen Superheldencomic ungewöhnlich viel. Oft verdrängen die Sprechblasen geradezu die Figuren und drängen sich in den Vordergrund. Die Dialoge sind jedoch gut geschrieben und machen den großen Reiz der Geschichte aus. Mit pointiertem Wortwitz definiert Smith Green Arrow neu und verbeugt sich gleichzeitig vor der Historie der Figur.Green_Arrow_Auferstehung_Hardcover

Aus den Schatten 

Das Artwork von Phil Hester zeichnet sich durch einen dicken, aber schwungvollen Tuschstrich aus. Der Künstler benutzt viele große dunkle Flächen, sodass sich ein Vergleich zu Mike Mignola geradezu aufdrängt. Bei der Seitenkomposition beweist der aus Iowa stammende Zeichner ein gutes Gespür für das Tempo der Geschichte. Da Kevin Smiths lange Dialoge ihren Raum brauchen, macht Hester aus der Not eine Tugend und platziert die Sprechblasen auf einfarbigen Hintergründen, sodass der Leser keine Details der hübschen Bilder verpasst. Während sich Hester bei der Darstellung der klassischen Helden strikt an das etablierte Aussehen hält, kann er zum Ende der Geschichte seiner Kreativität bei einigen Kreaturen freien Lauf lassen. Das Ergebnis ist gelungen und trägt einen Großteil zur Atmosphäre bei. Die Stimmung der Geschichte wird durch die Perspektive der einzelnen Panel unterschwellig mit beeinflusst, sodass der Leser kaum eine Chance hat, sich der Sogwirkung zu entziehen.

Fazit

Der Tod und die Auferstehung sind der ewige Kreis des Superheldendaseins. Doch die innovative Begründung und der typische Kevin Smith Humor lassen Green Arrows Auferstehung aus der Masse an vergleichbaren Titeln positiv herausstechen. Dank der guten Zusammenarbeit von Kevin Smith und Phil Hester trifft dieser Green Arrow Comic genau ins Schwarze.

Green Arrow: Auferstehung von Kevin Smith und Phil Hester ist bei Panini Comics als Soft- und Hardcover erschienen. Umfang: 244 Seiten Preis 24,99€ (SC) 39,00€ (HC)
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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