Gotham Central 3

Stress in der Vorweihnachtszeit kennt jeder, doch für die Bürger von Gotham City wird die Adventszeit zum mörderischen Spießrutenlauf.

Stille Nacht, tödliche Nacht

gotham_central_3_coverEin brutaler Heckenschütze hält die Stadt in Atem und treibt die Beamten des GCPD an ihre Grenzen. Dabei werden die Polizisten zum Spielball von Politikern und Medien. Doch wer abgelenkt ist, macht Fehler und die können in den Straßen von Gotham City tödlich sein. Als sich die Hinweise verdichten, dass der Joker hinter den Attentaten steckt, wächst der Druck immer weiter. Denn nun droht Batman, den Fall zu übernehmen und das lässt kein Polizist, der was auf sich hält auf sich sitzen.

Polizisten-Soap mit Superschurken

Zuletzt rückte Greg Rucka Renee Montoya, eine seiner persönlichen Lieblingsfiguren, in den Fokus von Gotham Central. Im dritten Band ist Ed Brubaker wieder mit an Bord und sorgt dafür, dass auch die anderen Polizisten des Gotham City Police Department genügend Aufmerksamkeit bekommen. Neben einem kurzen Fall über eine verschwundene Leiche hält diesmal der Joker die Beamten ordentlich auf Trab. Dabei zeigen die Autoren eindrucksvoll, wie die Polizisten ihr Bestes geben und dabei stets in Konkurrenz zu Batman stehen. Selbst der Joker richtet sich mit seinen Botschaften ehergotham_central_3_verhoer an den dunklen Ritter. Neben der harten Arbeit ist das Leben der Polizisten von den Beziehungen untereinander geprägt. Rucka und Brubaker liefern einen vielschichtigen Einblick in die Gefühlswelt der Ermittler, deren Welt eigenen Regeln unterliegt und in der die Loyalität zum Partner über allem steht. Die Menschlichkeit der Figuren bildet dabei einen starken Kontrast zur düsteren Diabolik des grinsenden Superschurken. So entfesselt sich ein packendes Drama, dass auch ohne spektakuläre Action auf ganzer Linie überzeugt.
Lediglich das Vorwort von Christian Endres könnte für Verwirrung sorgen. Der Redakteur greift viele Dinge auf, die der Leser erst nach der Lektüre des Comics wissen kann. So bekommt man jedoch während der Einleitung das Gefühl, die ersten beiden Bände nicht aufmerksam genug gelesen zu haben.

Düsteres Schneegestöber

Hört man den Namen Gotham City, denkt man sofort an verregnete Straßenschluchten mit gothischen Wasserspeiern. Michael Lark nimmt diese Grundatmosphäre und verwandelt sie souverän in eine düstere Schneelandschaft. Aus dem Dauerregen werden Flocken und fertig ist der vorweihnachtliche Alptraum. Die differenzierten Figuren hauchen der Kulisse Leben ein und so versinkt der Leser von der ersten Seite an in der stimmungsvollen Szenerie einer hektischen Polizeiwache. gotham_central_3_jokerWährend die Mimik der Protagonisten sehr ausgefeilt daher kommt, verliert man in schnellen Szenen mit Schusswechseln schon mal die Orientierung. Glücklicherweise reduziert Lark diese Passagen auf ein Minimum. Seine Darstellung des Joker ist gelungen und schlägt gekonnt die Brücke zwischen den Schauspielern Cesar Romero, der den Joker in der Batman TV-Serie der 60er Jahre spielte und Jack Nicholsons Darbietung aus Tim Burtons Batman Film.

Fazit

Der ewige Kampf zwischen Batman und Joker aus einer ungewohnten und frischen Perspektive. Dank der starken Charaktere überzeugen die Cops aus Gotham City einmal mehr und wer sich bisher von den Qualitäten dieser Serie nicht überzeugen ließ, kann auch problemlos mit dem dritten Band einsteigen und dadurch den eigenen Weihnachtsstress relativieren.

Gotham Central 3 von Ed Brubaker, Greg Rucka und Michael Lark ist bei Panini Comics erschienen. Umfang: 124 Seiten Preis 14,99 €

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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