Gamescom Preview: Shadow Realms

Vier gegen Einen sollt ihr sein!

Mit seinem ominösen „You’ve been chosen“-Teaser voller Dämonen in Kleinstädten, hat Biwoare in den letzten Tagen bereits auf eine Neuankündigung aufmerksam gemacht, ob es allerdings eine Fortsetzung bekannter Marken oder eine völlig neue IP werden sollte, darüber durfte spekuliert werden. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: mit „Shadow Realms“ gibt es ein neues Universum, dass flüchtig wie eine Mischung aus dem Film „Wächter der Nacht“ und left4dead wirkt. In einem Krieg gegen höllische Hausbesitzer zieht ihr in Transpersonal Ansicht mit drei Kumpels im Coop in die Schlacht gegen Skeletthorden und Sprengfallen – der kniff: ein fünfter Spieler übernimmt dabei die Kontrolle über den so genannten „Showdown Lord“, ergreift Besitz von Standardmonstern um deren Spezialfähigkeiten anzuwenden oder legt Bomben- und Sprengfallen um den Lebensbalken der vier Freunde in den Keller zu jagen.

Mit Anzug und Axt durch New York – Scheiß Hipster!

Die Spielwelt bilden moderne Metropolen und Kleinstädte gepaart mit unterirdischen Dungeons und anderen Dimensionen. Wie das Ganze genau zusammengehört war bei der Präsentation noch nicht auszumachen, auf jeden Fall führt dieser Mischmasch aber dazu, dass eure Krieger gekleidet in Businessanzug oder Punkerklamotten mit gesegnetem Schwert und Knüppel in den Kampf ziehen. Ein Level war bereits spielbar, vom Feeling her darf man es sich vorstellen wie ein entschlacktes „Dark Souls“ – Ausweichrollen, Blocks und Konter spielen eine große Rolle, nicht jeder falsch gedrückte Knopf kostet euch aber gleich den ganzen Lebensbalken. Wenn man allerdings in eine gut platzierte Säge läuft, nur um sich ein Blinzeln später direkt noch einen explosiven Sprengsatz vom fünften Spieler unter den Hintern setzen zu lassen, dann kann es den eigenen Recken schonmal aus den Latschen hauen. Kein Problem, können die anderen Mitspieler einen doch wieder aufstellen, dies ist jedoch nicht unbegrenzt möglich. Dieses Schicksal widerfährt uns auch als wir nach einem Schritt ins gleißende Licht (das hätte uns doch vorwarnen sollen) vom Kellerdungeon in eine dämonische Dimension gebeamt werden. Dort wartet nicht nur allerlei untotes Gekröse sondern auch eine Satansbestie im Format eines Kleinwagens – verrückt, wenn sich der Shadow Lord dieses Monsters also nicht bemächtigen würde, um die Spezialattacken gezielt inmitten unserer Heldengruppe zu platzieren. Gerade die aus dem Boden schießenden Wände sind eine fiese Nummer, denn einmal separiert von den drei Kollegen endet die Keilerei schnell mit dem Gesicht im Dreck. So gehen unserem Team durch das Wums auch schnell die Tränke und „Wiederbeleben“-kits aus, mein nahkämpfender Haudrauf liegt längst am Boden, während unser flinkerer Duellant noch länger den höllischen Hauern entkommen kann. Letztendlich knickt aber auch der vierte Kollege ein und die letzten zwanzig Minuten gehen an den verschmitzt grinsenden Pressekollegen, der am Platz des Antagonisten Platz genommen hat. Ein gutes Zeichen allerdings, dass es mir in den Fingern kribbelte, am Liebsten gleich die nächste Partie zu starten und bestmöglichst für mein Team zu entscheiden.

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Ausblick:

Natürlich steckt „Shadow Realms“ noch in klitzekleinen Kinderschuhen, der spielbare Level gibt aber einen guten Ausblick darauf, was der Spieler von der Koop-Schnetzelei erwarten kann. Asynchrones Gameplay birgt immer ein gewaltiges Spaßpotenzial und was Left4Dead als First-Person-Shooter zur Exzellenz getrieben hat, könnte mit den Biowares Schattenreichen vielleicht auch als Third-Person Actioner funktionieren. Diesen Titel sollte man also im Auge behalten.

Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

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