Rezension Flashpoint 5 | mainstream & independent comics

Flashpoint 5

by on 11. August 2012

Auf dem Schlachtfeld zwischen Amazonen und Atlantern versucht Flash alles, um die Welt, wie er sie kennt zu retten, doch dazu muss der schnellste Mann der Welt ein gewaltiges Opfer bringen.

Alles auf Anfang

In einer epischen Schlacht geht Flashpoint zu Ende und führt dabei zum Neustart des DC Universums. Flash trifft auf seine Nemesis, den Reverse Flash und erfährt, wie es zu dieser veränderten Zeitlinie gekommen ist. Batman beweist einmal mehr, dass er sich anders verhält als der Leser es gewohnt ist. Am Ende liegt es an Flash seine Zeitlinie zu retten, doch dafür muss er schneller rennen als jemals zuvor und ein großes Opfer bringen.

Booster Gold kämpft gegen …?

Neben Flash ist Booster Gold der Einzige, der sich an die Zeitlinie vor Flashpoint erinnert. Seine Bestrebungen, die Zeit zu reparieren wurden jedoch von einem ferngesteuerten Doomsday verhindert. Nun kommt es wieder zum Kampf zwischen dem Außerirdischen und dem Helden aus der Zukunft. Und auch in der letzten großen Flashpoint-Schlacht spielt Booster eine Rolle.

Es blitzt, es donnert und es ist laut

Eins muss man dem Finale von Flashpoint lassen. Es macht einen gehörigen Lärm. Fast auf jedem Panel findet man ein neues Geräuschwort, das die Szenerie untermalt. Hier waren die Macher überaus innovativ und kreativ und präsentieren Wortschöpfungen wie “KraaKoom“, “Bwoooffff”, “KrrrKKaazztt” oder auch “Krrakkll”. Sicherlich können solche Geräusche zur Atmosphäre beitragen, aber wenn sie so offensichtlich und inflationär benutzt werden wirken sie eher lächerlich. Ebenso antiquiert wirkt das Konzept der kosmischen Tretmühle, ein Laufband, mit dessen Hilfe Flash durch die Zeit reisen kann. Immer wieder kommt es vor, dass ein Konzept modernisiert wird. Warum sich bisher kein Autor eine moderne Art der Zeitreise für Flash einfallen ließ, bleibt ein Rätsel. Wesentlich überzeugender ist die Doppelseite auf der Flash erfährt, wie die neue Zeitlinie entsteht und welcher Zweck sich dahinter verbirgt. Die Offenbarung des eigentlichen Verantwortlichen für die Flashpointmisere ist eine überraschende Wendung und zählt zu den spärlichen Höhepunkten dieser Serie.
Andy Kubert legt sich in der letzten Ausgabe noch einmal ordentlich ins Zeug und bringt möglichst viele der Flashpoint Figuren in der letzten Schlacht unter. Die zahlreichen Effekte werden eindrucksvoll von Sandra Hope koloriert. Ihre breite Farbpalette passt wirklich ausgezeichnet zur gesamten Atmosphäre.

Business as usual

Bei Booster Gold bekommt man seit vier Ausgaben immer wieder das Gleiche präsentiert. Booster Gold und Doomsday prügeln sich in unterschiedlichen Umgebungen. Das Konzept mag ein Heft lang funktionieren, aber spätestens in der vierten Auflage bietet dieser Kampf nichts Neues. Daran kann auch das Eingreifen von Boosters neuer Freundin nichts ändern.
Zum Ende hin passiert das was, bei Booster Gold auch häufiger vorkommt: immer wieder wird gebetsmühlenartig wiederholt, wie wichtig es ist mit dem Zeitstrom vorsichtig zu sein und auf keinen Fall in die Geschichte einzugreifen. Und wieder einmal versucht Booster Gold eine Ausnahme dieser Regel durchzuführen und wie immer kommt es dabei fast zur Katastrophe. Wenigstens erfährt der Leser noch, wer die Tafel mit den vielen geheimnisvollen Hinweisen am Ende von Time Masters beschrieben hat. Allzu logisch darf man über diese Offenbarung allerdings auch nicht nachdenken. Denn wie so oft in Zeitreisegeschichten droht ein Kontinuitätsknoten im Hirn.
Zumindest optisch bietet die vierte Runde zwischen Doomsday und Booster einiges Neues. Den Rick Leonardi hat einen ganz anderen Stil. Seine Figuren wirken kantig und der Künstler fügt kleine Bilder in die größeren Panels ein. So entsteht ein dynamischer Erzählstil, der immer wieder ein Schlaglicht setzt. Auf detaillierte Hintergründe wird größtenteils verzichtet, sodass die meiste Action vor einfarbigen Flächen stattfindet.

Fazit

Das Finale von Flashpoint verliert sich zu sehr in der letzten Schlacht. Zwar gibt es einige Erklärungen, doch der große Wurf ist Geoff Johns hier nicht gelungen. Booster Golds Abenteuer bleibt seiner Linie treu, was jedoch auch kein Kompliment ist. Alles in allem bleiben einem von Flashpoint am ehesten die Auswirkungen im Gedächtnis. Denn viel mehr als eine halbwegs plausible Erklärung für den Neustart des DC Universums steckt leider nicht drin.

Flashpoint 5 von Geoff Johns und Andy Kubert/Dan Jurgens und Rick Leonardi mit 60 Seiten erscheint bei Panini Comics im Heftformat. Preis: 4,95 Euro

2 Responses to “Flashpoint 5”

  • Maverick sagt:

    Ach so, die Tafel bezog sich auf Time Masters. Das Detail fehlte mir. Aber ob es mit dem neuen Wissen jetzt mehr Sinn macht …?

  • Marcus Koppers
    Marcus Koppers sagt:

    Genau am Ende von Flashpoint, wenn die Helden aus dem Zeitstrom zurückkehren finden sie eine Tafel mit merkwürdigen Hinweisen. Und hier erfährt man wer die Tafel beschrieben hat. Wie das aber mit der veränderten Zeitlinie überein passt ist mir unklar.

    http://cdn.ifanboy.com/wp-content/uploads/2011/07/Time-Masters-61.jpg

    Hier ein Bild dieser Tafel. Solche merkwürdigen Hinweise findet Booster Gold übrigens öfter ;)

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