Felix Mertikats Antworten

Hier sind die Antworten von Felix Mertikat auf eure Fragen. Viel Spaß!

feuermond: Im Vorwort von Steam Noir habe ich gelesen, dass du eigentlich nie Comiczeichner werden wolltest. Wie wurdest du Comiczeichner und warum?

Ich hatte einfach gar keinen Bezug zu Comics, obwohl ich sehr wohl viele Filme und auch Comicverfilmungen geschaut habe. Zeichner war ich trotzdem und eigentlich schon immer. Dass ich dann aber zum Comic kam, war Zufall.

Ich hatte gerade an der Filmakademie studiert und sollte meine Diplomarbeit erarbeiten. Mein ursprünglicher Plan einen Film zu machen klappte leider nicht, da entschied ich mich für die Flucht nach vorne und wollte meine Geschichte als Comic umsetzen. Und so kam ich zu meinem ersten Comic, den ich dann umsetzen wollte und musste, also mit dem Abgabedatum im Nacken, war dann auch der Verlag bereit einzusteigen.

 

Björn Bronsert: Was hatt dich auf die Idee gebracht solch ein Comic zu Zeichnen

Das war und ist ein sehr langer Prozess, der wenn man so will vor 14 Jahren anfing. Damals haben Till Bröstl, Mathias Kwapil und zwei weitere Freunde und ich, die Idee ein eigenes Rollenspiel zu gestalten. Aus der Idee wurde 2008 dann endlich Realität und Opus Anima war geboren. Auf dieser Welt basiert Steam Noir, wenn auch in der aktuellen Fassung leichter zugänglich und verständlicher. Die Geschte wiederrum basiert auf der Geschichte „Das Kind im Kamin“ die ich für Opus Anima entwickelt hatte.

 

Fabn: in einer Rezension wird über das Buch Jakob “die Gebrüder Grimm wären stolz” getitelt. Was hältst du von dieser Aussage?

Wenn meine Familie und Freunde stolz auf mich sind, dann würde ich mich mehr freuen.

 

TheDoctor: Mit welchem Comic-Autor würdest du gerne mal zusammenarbeiten und aus welchem Genre wäre diese Zusammenarbeit?

Beim zweiten Band arbeite ich mit einer talentierten Autorin zusammen, mit der ich in der nächsten Zeit gerne auch noch andere Projekte angehen wollen würde. Deine Frage ist sicherlich aber anders gemeint… Im Prinzip ist mir der Name eines Autors nicht so wichtig, da mich die Geschichte begeistern muss. Wenn die Geschichte Bilder in mein Hirn zaubert, dann ist der Rest weniger entscheidend. Im Genre würde ich gerne einmal Sci-Fi umsetzen oder auch einmal post-apokalyptisch.

 

Adrian: Werden in Steam Noir 2,3,4… die anderen Spezies von Opus Anima auftauchen ?

Da muss ich dich enttäuschen, da wir die Spezies radikal rausgelassen haben, um den Fokus stärker auf der Welt und der Geschichte zu belassen. Die Spezies hätten sicherlich einigen Lesern noch viel mehr Leseerlebniss gebracht, ich denke aber den meisten wären das zuviel des Guten geworden. Gerade solche Details sind unserem Streamlining zum Opfer gefallen. Ich hoffe dass wir dem OA Universum aber dennoch treu genug geblieben sind.

 

Andreas Gugau: Wie läuft das bei Dir eigentlich mit dem Zeichnen? Wieviel davon machst Du mit der Hand, wieviel wird am Computer gemacht? Und welche Software nimmst Du dafür? Ich denke, dass sich im Nachgang zur digitalen Fotografie da auch im Bereich Zeichnen einiges getan hat. Oder ist die Entwicklung da eher abgekoppelt, vielleicht viel schneller oder langsamer?

Die Seiten beim ersten Band entstanden alle zeichnerisch auf dem Papier und wurden dort auch getuscht. Erst die Farben sowie Effekte wie Licht und Nebel habe ich dann im Photoshop addiert. Beim zweiten Band entwickel ich gerade eine neue Technik und bin gespannt ob diese besser oder schlechter wird. Dazu kann ich dir dann nach den ersten Testläufen mehr sagen.

Zu den Entwicklungen kann ich leider nichts hilfreiches fragen, weil ich mich damit nicht auskenne.

In jedem Fall aber versuche ich den Hauptteil meiner Arbeit weiterhin auf dem Papier zu machen.

 

Fabbath: Wie kommst du auf die Ideen für die Handlung deiner Werke – suchst du aktiv nach Stoff oder lässt du es einfach auf dich “zukommen”?

Sowohl als auch. Bei Jakob war es eine Aufgabe eines Dozenten aus der Filmakademie, ein Märchen zu schreiben, währen Steam Noir auf einem Abenteuer basiert. In jedem Fall aber reifen die Geschichten sehr lange und ohne Autor, in dem Fall Benjamin Schreuder geht da gar nichts. Benjamin ist ein Detaildenker, der unglaublich reichhaltig denken kann und für jede noch so kleine Szene eine neue Idee parat hat. So füllt sich selbst die einfachste Handlung schnell mit Tiefe.

 

Jana: Gibt es ein Thema oder eine Geschichte, die du unbedingt mal in einem Comic umsetzen willst?

Auf jeden Fall. In meiner Schublade stecken ein paar Ideen, an denen ich mehr oder weniger bereits sitze und plane. Das Hauptproblem ist Zeit. Was ich wirklich gerne machen würde wäre die Kinder des Winterhauses. Eine Geschichte über eine Gruppe von Kindern,die auf sie alleingestellt aus einer Stadt flüchten müssen und sich in der Eiswüste verlaufen, bis sie auf das Winterhaus stoßen mit dem sich ihr Leben für immer verändern wird. Daneben gibt es noch große und kleine Ideen, die noch reifen müssen.

 

Cedric: Kannst du von deinen Comics leben? Und wenn nein, was machst du sonst noch?

Nein das kann ich nicht, weswegen ich noch für diverse Kunden aus der Werbung, beim Film oder dem Verlagswesen arbeite. Dort mache ich vor allem Illustrationen und Designs.

 

Celine: Wie haben deine Freunde und Familie darauf reagiert, dass du Comics machst?

Am Anfang denke ich konnten sie sich nichts konkretes darunter vorstellen, aber als die ersten Skizzen da waren haben mich mein Vater, meine Großeltern und sowieso meine ganze Familie unterstützt. Ich hatte also von Anfang an Unterstützung durch mein Umfeld und ich denke das ist ein wichtiger Teil dessen, dass ich jetzt Vollblutcomiczeichner bin.

 

Daniel Klein

Author: Daniel Klein

Comics, Science Fiction und Videospiele begleiten mich seit meiner Kindheit. Im Nachhinein muss ich mich eigentlich bei meinen Eltern entschuldigen, da ich ich ihnen andauernd irgendwelche Comichefte, Actionfiguren oder Raumschiffe aus den Rippen geleiert habe. Ach und danke Oma, für den GameBoy, durch den ich die Welt der digitalen Unterhaltung betreten und bis heute nicht mehr verlassen habe. Heute bin ich natürlich älter und weiser, aber die kindliche Faszination hat die Jahre überdauert und jetzt bin ich sozusagen Berufs-Nerd. An Comics schätze ich, dass kein anderes Medium eine derartige Erzählkunst, mit einem Mix aus Schrift und Bild in unendlichen Variationen bietet.

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