Die drei ???: Das Dorf der Teufel

Bereits zum zweiten Mal ermitteln die drei Detektive Justus, Peter und Bob in einem Comic. Diesmal verschlägt es die drei Fragezeichen in ein abgelegenes Dorf, das ein düsteres Geheimnis birgt.

Ein verschwundener Freund

Eigentlich wollten Justus, Peter und Bob nach einem Ausflug nach Peru erst einmal entspannen. Doch während der Fahrt vom Flughafen zum Schrottplatz finden die drei Fragezeichen auf der Rückbank ihres Rolls Royce eine Kette. Beim Versuch das Schmuckstück seinem Besitzer wiederzugeben, erfahren die drei Fragezeichen, dass ein Freund ihres Chauffeurs vermisst wird. Gemeinsam mit Morton machen sich Justus, Peter und Bob auf die Suche und gelangen dabei in ein abgelegenes Dorf. Die Bewohner lehnen jede Art von technischem Fortschritt ab. Schnell zeigen sich Risse in der idyllischen Fassade. Doch wie weit werden die Bewohner von Redwood Falls gehen, um ihre Geheimnisse zu bewahren und welche Rolle spielt der Vermisste dabei?

Raus aus der Komfortzone

Mit wenigen Ausnahmen ermitteln die drei Fragezeichen vornehmlich in Rocky Beach und dem nahegelegenen Hollywood. Die beiden Autoren Ivar Leon Menger und John Beckmann schicken die Juniordetektive diesmal in das beschauliche Dorf Redwood Falls. Der Fall spielt zeitlich in der Epoche, in der Justus, Peter und Bob noch nicht selbst mobil sind und daher auf die Dienste ihres treuen Chauffeurs Morton, der hier sein Comicdebüt gibt, angewiesen sind. Der eigentliche Fall entwickelt sich recht schnell. Dabei wirkt die Entwicklung der Geschichte von der Rückkehr aus dem Urlaub hin zu der Fahrt nach Redwood Falls stark konstruiert. Unwahrscheinlich, dass die Eltern ihre Kinder nicht wenigstens kurz sehen wollen. Ansonsten geht der Fall jedoch im angemessenen Tempo voran. Die Autoren haben einige Überraschungen für die drei Detektive parat. Es ist zwar nicht möglich selber auf die Lösung des Falls zu kommen, aber der Weg der Ermittlungen ist logisch und insgesamt kurzweilig inszeniert.

Atmosphärische Bilder mit einer fantastischen Kolorierung

Christopher Tauber hat bereits den ersten Comicfall der drei Fragezeichen hübsch illustriert. Doch diesmal übertrifft er sich selbst. Der Stil passt ausgezeichnet zur allgemeinen Stimmung der Reihe. Der Künstler verzichtet vorwiegend auf dicke Tuschestriche, sodass die Figuren befreit wirken. Sowohl Morton als auch die titelgebenden Teufel sind schick gestaltet. Gerade der Chauffeur entspricht den Vorstellungen, die man durch Hörspiele und Romane über die Jahrzehnte in der eigenen Fantasie entworfen hat. Tauber versteht es geschickt, dass Auge des Lesers auf die kleinen Hinweise zu lenken, die die drei Fragezeichen bei ihren Ermittlungen weiterbringen. Hier und da platziert der Künstler ein paar dezente Anspielungen auf Kollegen aus der Comicbranche. Die Kolorierung veredelt die ohnehin schon tollen Zeichnungen ungemein. So vermitteln die Farben geschickt die Stimmung. Während die meisten Szenen in einem ruhigen blau-grün gehalten sind, kommt gerade in den bedrohlichen Sequenzen ein alarmierendes Rot zum Einsatz. Dadurch entsteht eine wirklich stimmungsvolle Atmosphäre.

Fazit

Bereits der erste Comic-Fall der drei Fragezeichen begeisterte. Der zweite Fall legt hier sogar noch zu und ist allen Fans der Juniordetektiv wärmstens empfohlen. Doch selbst wer Justus, Peter und Bob bisher nicht kennt, kann bedenkenlos zugreifen und einen spannenden Jugendkriminalfall mit viel Detailverliebtheit genießen.

zur Leseprobe
Die drei ??? Das Dorf der Teufel von Ivar Leon Menger, John Beckmann und Christopher Tauber und Asja Wiegand ist im Kosmos Verlag erschienen. Umfang: 128 Seiten Preis: 16,99€

 

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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1 Kommentar

  1. Das Comic ist super zu lesen und meistens auch recht spannend. Irgendwie könnte ich auch ein paar Parallelen zu Ivar Leon Mengers Monster 1983 erkennen. Jedenfalls ertappte ich mich des öfteren, dass meine Gedanken in Richtung Harmony Bay abgedriftet sind. Mein Wunder, stammen ja beide Geschichten aus Mengers Feder.

    Was mir allerdings nicht so gefallen hat, Morton sieht meiner Meinung nach irgendwie ein bisschen zu jung aus. Immer wenn er auf einem Bild zu sehen war, hat mich das gestört.

    Aber ansonsten ein super Comic.

    Viele Grüße,
    Michael, der Couchpirat

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