Das Marvel-Universum gegen Wolverine

2011 schuf Autor Jonathan Maberry eine aussichtslose Zukunftsvision einer Welt, in der der Punisher als letzter Überlebender gegen die früheren Helden kämpfte. Nun kehrt der Autor in diese Vision zurück und erzählt vom Ursprung der Seuche, die aus den moralisch einwandfreien Helden blutrünstige Kannibalen macht.

Wenn die Welt zugrunde geht …

Spider-Man ist das erste Opfer einer Seuche, die aus der freundlichen Spinne von nebenan einen blutrünstigen Mörder macht. Während die restlichen Helden weiterhin die Welt retten, untersucht Mr. Fantastic Spider-Man und macht eine schreckliche Entdeckung.

… ist auf Wolverine verlass

Immer mehr Helden fallen dem Virus zum Opfer. Wolverine kann die schrecklichen Prognosen der Wissenschaftler nicht glauben und stellt sich nahezu allein gegen die rasch wachsende Armee von skrupellosen Gegnern. Als der Hulk sich zum Anführer der Kannibalen ernennt, kommt es zu einem blutigen Aufeinandertreffen der beiden Rivalen.

It’s The End Of The World as we know it

Als wäre Jonathan Maberry von diesem R.E.M. Song inspiriert worden, nimmt er den Leser mit zu den Anfängen der Welt, die er bereits erschreckend in “Das Marvel-Universum gegen den Punisher” darstellte. Doch wie bei jedem Prequel leidet auch diese Geschichte etwas daran, dass der Leser bereits weiß, wer überlebt und wen der unweigerliche Tod ereilt. Dennoch ist der langsame Verfall der Superheldengesellschaft stimmungsvoll in Szene gesetzt und wartet mit mancher Überraschung auf. Die verschiedenen Gegner, die der eigentlich durch seine Romane bekannte Autor auf Wolverine und die letzten Helden der Erde loslässt sind abwechslungsreich und verlangen dem wortkargen Mutanten einiges ab. Höhepunkt der Saga ist der Kampf gegen den grünen Koloss, besser bekannt als Hulk. Der Kampf der Beiden gehört zu den Klassikern der Comickämpfe. Immerhin traf Wolverine bereits bei seinem Debüt auf den grünen Wüterich. Seitdem kämpften der Wutgigant und der klauenbesetzte Winzling immer wieder gegeneinander. Maberry ist sich der Tragweite dieser Auseinandersetzung bewusst und fügt dem Evergreen einige interessante Facetten hinzu.

Raue beklemmende Welt

Die Visualisierung durch Laurence Campbell fängt die hoffnungslose Endgültigkeit dieser sterbenden Welt in rauen und kalten Bildern ein. Sein rauer Stil passt hervorragend zu so einem Endzeitszenario. Die spärlichen Farben verdichten die Atmosphäre und der großzügige Schatteneinsatz wirkt sehr düster. Die Kampfszenen sind sehr intensiv und schrecken auch nicht vor blutigen Details zurück. Sowohl durch die Handlung als auch durch die Bilder wird deutlich, dass sich die Kreativen eindeutig an ein erwachsenes Publikum wenden.

Indianer gratis dazu

Zusätzlich enthält der Band eine Geschichte aus dem Jahre 2009, in dem der eher unbekannte Indianerheld Great Eagle ein entführtes Mädchen sucht und sich dabei mit dem Schurken Cottonmouth anlegt. Die kurzweilige Geschichte weckt die Lust mehr über Great Eagle zu erfahren. Die Erzählung ist zeitlos und die beeindruckenden Bilder von Richard Isanove erinnern stark an imposante Airbrushzeichnungen. Diese Darstellung passt hervorragend zum Wüstensetting und dem heldenhaften Indianer.

Fazit

Auch wenn der Ausgang jedem klar sein sollte, kann die Handlung durch abwechslungsreiche Kämpfe und interessante Figurenkonstellationen punkten. Wem die Welt aus “Das Marvel-Universum gegen den Punisher” gefallen hat, der wird sich sofort wohlfühlen. Doch auch alle anderen Liebhaber von harten Endzeitgeschichten dürfen die Welt, die sich Maberry ausgedacht hat betreten. Wer jedoch eine spaßige Superheldengeschichte mit kindgerechter Prügelei erwartet, sollte um diese Veröffentlichung besser einen großen Bogen machen.

Leseprobe
Das Marvel-Universum gegen Wolverine von Jonathan Maberry und Laurence Campbell erscheint im 100 Seiten starken Softcover bei Paninicomics und kostet 12,95€

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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