Daredevil: Der Mann ohne Furcht

Daredevil verhalf Frank Miller zu seinem Durchbruch als Comicautor. Jahre später revanchierte sich Miller, indem er gemeinsam mit John Romita Jr. die Entstehungsgeschichte vom Teufel aus Hells Kitchen modernisierte. Eine Geschichte, die auch die Macher der Netflixserie inspirierte.

Ein folgenschwerer Unfall

Als Kind rettet Matt Murdock einen blinden Mann davor, von einem Lastwagen überfahren zu werden. Doch die giftige Fracht des LKW ergießt sich über den Jungen, der daraufhin selbst erblindet. Seine anderen Sinne werden jedoch durch das radioaktive Material geschärft. Sein geheimnisvoller Mentor Stick lehrt den Jungen mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Als Matts Vater ermordet wird, schwört Matt Rache. man_without_fear_in_actionEr beendet sein Jurastudium und wird Anwalt. Doch immer dann, wenn der Gerechtigkeit nicht genüge getan wird, verwandelt sich Matt Murdock in Daredevil, den Mann ohne Furcht.

Ein liebevolles Mosaik

Mit der Geschichte über Matt Murdocks Anfangstage als Mann ohne Furcht krönte Frank Miller 1993 selbst seine ohnehin schon legendären Daredevil-Geschichten. Als Miller noch am Anfang seiner Karriere stand, durfte er die Abenteuer von Daredevil erst zeichnen und später auch schreiben. Viele seiner Ideen, wie die geheimnisvolle Assassinin Elektra oder Matt Murdocks Mentor Stick, begeisterten die Fans und verwandelten Daredevil vom Ladenhüter zu einem der populärsten Superhelden aus dem Haus der Ideen. Als Miller zu Daredevil zurückkehrte, um seiner Origin eine moderne Note zu verpassen, bediente er sich bei diesen Komponenten und fügte viele Elemente wie kleine Mosaiksteinchen in die etablierte Entstehungsgeschichte ein. So integrierte sich diese Geschichte nahtlos in das große Ganze ein und der Leser bekommt den Eindruck, Miller hätte es von Anfang an so geplant. Dabei änderte Miller dezent, aber konsequent einige, zum Teil vom ihm selbst etablierte, Komponenten, die einfach nicht mehr zeitgemäß waren. Die Geschichte ist rasant und actionreich. Die aufgeladene Beziehung zwischen der Femme fatale Elektra und dem noch relativ unbeholfenenman_without_fear_softcover Matt Murdock unterhält über lange Strecken und das obwohl Miller Elektra stark sexualisiert. Dass Frank Miller packende Origins schreiben kann, hatte er schon 1987 mit Batman: Year One unter Beweis gestellt und so ist es wenig verwunderlich, dass auch Daredevil in den Häuserschluchten von Hells Kitchen eine gute Figur abgibt.

Ein schwarzer Teufel

John Romitas dynamischer Stil verleiht Millers Worten die Wucht, die sie benötigen, um den Leser mitzureißen. Dabei hat der Sohn einer wahren Zeichnerlegende sich ordentlich ins Zeug gelegt und dem Mann ohne Furcht ein dunkles Kostüm geschneidert. Dieser schwarze Dress passt so gut in die Anfangstage von Matts Heldenkarriere, dass auch die Macher der Netflixserie sich von diesem Kostüm inspirieren ließen. Romitas Stil hat einen großen Wiedererkennungswert. Fans von Kick Ass könnten sogar Parallelen zwischen Dave Lizewski und dem jungen Matt Murdock erkennen.

Fazit

Eine der besten Geschichten aus Daredevils Anfangszeit hat, auch mehr als zwanzig Jahre nach ihrer Veröffentlichung, nichts an Ausdruckskraft verloren.

Daredevil: Der Mann ohne Furcht von Frank Miller und John Romita jr. ist bei Panini Comics als Soft- und Hardcover erschienen. Umfang 180 Seiten Preis; 16,99€ (SC) 25,00€ (HC)
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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