Daken – Dark Wolverine 2: Kollision


Während Daken versucht in Madripoor der Boss der Unterwelt zu werden jagt X-23 einen Mann, der versucht das Waffe X Programm wiederzubeleben.
Familientreffen einmal anders
Wer hätte gedacht, dass sich die Wege von Wolverines Abkömmlingen so schnell kreuzen würden? Da ist zum einen Daken, Logans Sohn, der untergetaucht ist und versucht von der kleinen Stadt Madripoor aus ein großes Imperium zu gründen. Den Grundstein dazu legte er im ersten Band. Und zum anderen gibt es Laura Kinney, besser bekannt als X-23. Ein Klon aus Wolverines Genen, der gemeinsam mit Gambit versucht einen Platz im Leben zu finden. Dabei stößt sie auf einen Mann, der das schreckliche Waffe X Programm wiederbeleben möchte. Eine wissenschaftliche Versuchsreihe, die sowohl Wolverines Knochen mit Adamantium überzog und sein Gedächtnis löschte, als auch aus X-23 eine emotionslose Tötungsmaschine machte. Die Spur des Mannes führt nach Madripoor und schnell wird klar, dass auch Daken seine Finger im Spiel hat. So kommt es zur Auseinandersetzung zwischen den mit scharfen Klingen bewaffneten Geschwistern.
Die an diesem Crossover beteiligten Autoren Marjorie Liu und Daniel Way haben schon öfter zusammengearbeitet. Außerdem kennen sich beide mit den Figuren und ihren Beweggründen gut aus. Daniel Way ist sogar der Schöpfer von Wolverines Sohn. Er hat die Figur in der Serie Origins eingeführt und seitdem weiterentwickelt.
Die Grundvorrausetzungen für ein gelungenes Aufeinandertreffen sind somit gegeben. Doch so richtig begeistern kann das Familientreffen nicht.
Das liegt vor allem an den verwirrenden Intrigen, die hier gesponnen werden. Daken scheint immer im Bilde zu sein und seinen Gegnern immer einen Schritt voraus. Selbst wenn es mal nicht gut für ihn läuft, zeigt sich kurz danach, dass Daken auch diese Entwicklung vorausgesehen hat. Über kurz oder lang bleibt dann die Logik auf der Strecke.
Auch die anderen Figuren wie Tyger Tiger tragen zur Verwirrung bei, da nie richtig klar wird, welche Ziele sie verfolgen. Neben dem Taktieren gibt es auch reichlich Action, die eindeutig besser funktioniert als die restliche Handlung.
Viele Zeichner
Fast jedes Kapitel wurde von einem anderen Künstler zu Papier gebracht. So verwundert es auch nicht, dass fünf unterschiedliche Stile hier Verwendung finden. Die Unterschiede sind zum Teil eklatant. Ryan Stegman zeichnet eher weich und konzentriert sich sehr auf die Mimik. Marco Checchetto zeichnet härter, realistischer und setzt mehr auf Schatten. Die Künstler kommen nur schwer überein und so entsteht ein optischer Bruch innerhalb der Geschichte, der so ausgeprägt ist, dass sich der Leser erst wieder auf den neuen Stil einstellen muss. Leider trübt in diesem Fall die Vielfalt das Lesevergnügen. Dies geht sogar so weit, dass sich die Kostüme in Details unterscheiden. In einem Aspekt sind sich jedoch alle Zeichner einig. Sie geben sich besondere Mühe X-23 sehr sexy wirken zu lassen. Auch auf die Gefahr hin die Figur in denkbar untypischen Kampfposen zu präsentieren. Hauptsache ihre Rundungen kommen zur Geltung. Das ist wirklich schade, denn so wird ein durchaus interessanter Charakter auf seine Weiblichkeit reduziert. Ein Schicksal, das Laura mit vielen weiblichen Heldinnen teilt, aber wirklich nicht verdient hat.
Fazit
Ein Crossover, das trotz guter Voraussetzungen leider nicht richtig begeistern kann. Zum einen schlägt die Handlung zu viele Kapriolen und auch die vielen Zeichner trüben den Lesespaß. Freunde der krallenbestückten Protagonisten aus Wolverines Umfeld können über diese Mankos jedoch hinwegsehen und bekommen sicherlich viel von dem, was sie erwarten. Denn erbarmungslose Action findet sich in diesem Band zu Genüge.
X-Men Sonderband: Daken – Dark Wolverine 2 von D. Way, M. Liu und M. Checchetto, R. D. Stegman sowie R. Garney mit 148 erscheint im Softcover bei Panini Comics. Preis 16,95€




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