Carnage 2: Das Buch der Verdammten

Die Jagd geht weiter – und nach den Tiefen einer verlassenen Mine jagt das FBI Cletus „Carnage“ Kasady nun sogar um die ganze Welt.

Kosmischer Horror in Rot

Carnage 2 Buch - Bild für Beitrag 1Zuletzt blies FBI-Agentin Claire Dixon mit ihrer eigenen kleinen Eingreiftruppe ala „Suicide Squad“ zur Jagd auf den roten Symbiontenserienmörder. Doch wo ihr Gefolgsleute wie John „Man-Wolf“ Jameson und Eddie „Toxin“ Brock zwar erhalten bleiben, hat sich der Geldhahn von staatlicher Seite erledigt. Denn nachdem Cletus nicht nur aus der gestellten Falle in einer abgelegenen Mine entkommen konnte, sondern dabei auch noch massig tote Agenten zurückließ, ist Dixon ihren Job los. Da helfen auch all ihre Beschwörungen nicht, dass Carnage bei seiner Flucht über ein magisches Artefakt gestolpert zu sein scheint, das Darkhold, ein verwunschenes Buch. Dieser muss allerdings selbst erst herausfinden, wie die im Buch gebündelten Kräfte freigesetzt werden können, seine leichengepflasterte Spur führt dabei bis nach Asien. Für Dixon, ihr rachsüchtiges Trüppchen und neu auf den Plan tretenden Geldgeber gilt es nun also mehr denn je Cletus Kasady ausfindig und dingfest zu machen.

Carnage der Rote!

Bekanntlich ist ja die Reise das Ziel und wie um dem klaustrophobischen Szenario von unter Tage aus dem letzten Band zu entkommen, verlagert Autor und Spider-Man Urgestein Gerry Conway die Handlung von „Das Buch der Verdammten“ auf die Weiten des Pazifik. Denn,Carnage 2 Buch - Cover so viel darf verraten werden, das Ende um das dunkle Buch, seinen neusten Jünger und die Jagd-Party die auf dessen Fersen hängt, werden wir wohl erst in Band 3 erfahren. Vorerst steht also der lange und beschwerliche Weg über das große Nass zu Gesicht und Cletus Kasady in seiner Verachtung für jedwedes Menschenleben entpuppt sich hier als erstaunlich gutes Piraten-Stand-In. Das hält den Band abwechslungsreich, ob Luxusjacht oder Megatanker, Carnage hinterlässt auch auf den Ozeanen eine unterhaltsame Spur des Chaos. Das gibt auch Mike Perkins (der 2016 in einem weiteren Horror-Szenario zu glänzen wusste) gute Möglichkeit sich auszutoben, auch wenn natürlich themengerecht die schwarz- und rot-Töne absolut dominieren. Insgesamt machen Zeichner und Autor also einen einwandfreien Job, zur wirklichen Größe fehlt dem Band allerdings etwas tatsächlich Eigenes. Die Truppe um Claire Dixon ist bunt gemischt und alles andere als heldenhaft, es fehlen aber die bissigen Dialoge untereinander. Auf der anderen Seite bekommt Killer Kasady sicher so viel Raum wie man beim Titel des Bandes erwartet, allerdings wird dies nicht genutzt um dem Charakter oder seiner Mythologie etwas Neues hinzuzufügen. Und auch optisch fehlt es an den großen Highlights, an dem einen Panel, der einen Splashpage, die auch nach der Lektüre noch im Gedächtnis bleiben sollte.

Fazit:

„Das Buch der Verdammten“ ist mehr vom Gleichen, also nicht so saubere Saubermänner, die denn ganz schön dreckigen Kasady nun nicht mehr durch unter Tage sondern über die Weiten des Ozeans jagen. Conway und Perkins machen beide eigentlich nichts falsch, aber auch wenig außergewöhnlich richtig oder originell, sodass man den Band am ehesten allen empfehlen kann, die schon freudig durch die Seiten des Erstlings geflutscht sind. Für Neuleser bleibt erstmal offen, ob sich der Einstieg lohnt, vielleicht, vielleicht wenn all dies nur das kleine Teilstück im größeren Puzzle sein sollte, wenn im dritten Band Carnage vielleicht tatsächlich den großen kosmischen Horror, mit all seinen interessanten Facetten zu entfesseln weiß.

„Carnage 2: Das Buch der Verdammten“ von Gerry Conway und Mike Perkins erscheint bei Panini Comics im Softcover, 132 Seiten, 16,99€.

 

Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

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