Captain America: The First Avenger

Pünklich zur Veröffentlichung von Captain America: The First Avenger auf DVD und Blu-Ray, gibt es auf micomics die passende Kritik dazu. Kann Cap in seinem ersten Kinofilm überzeugen?

Ok, der letzte Satz war zumindest zum Teil eine Lüge. Im Jahre 1990 gab es bereits einen Film über Captain America. Doch in diesem B-Movie wirkte Cap eher wie eine Witzfigur und die Kritiker haben das Werk von Regisseur Albert Pyun durchweg zerissen. Trotz allem erlangte der Film unter Fans einen gewissen Kultstatus. Aber zurück in die Gegenwart.

 

Kritik vor dem Filmstart

Noch bevor irgendjemand den Film oder wenigstens einen Trailer gesehen hatte, wurde die Entscheidung Chris Evans die Hauptrolle zu geben sehr kritisch gesehen. Der Grund dafür war, dass er in den Verfilmungen der Fantastischen Vier als Johnny Storm zu sehen war und man ihn bereits dieser Rolle im Marvel Universum zugeordnet hatte. Die Tatsache, dass die beiden Kinofilme über die F4 nicht besonders gelungen waren und auch die schauspielerischen Leistungen mangelhaft waren, waren Chris Evans nicht gerade dienlich. Damit schloss man vorab auf eine gleiche Leistung von Evans im Cap-Film. Diese Kritik kann ich komplett zurückweisen, denn Chris Evans spielt einen sehr glaubwürdigen Steve Rogers und bringt durch seine Leistung den Charme der Comics in den Film. Inhaltlich ist Captain America: The First Avenger eine klassische Origin Geschichte und wir erleben die Verwandlung des schmächtigen Steve Rogers zum Supersoldaten und Helden einer ganzen Nation. Anschließend führt er einen erfolgreichen Kampf gegen den Red Skull und Hydra. Soweit nichts neues. Aber sind wir mal ehrlich: Wie bei Hulk, Iron Man und Thor diente auch Captain America primär dazu Marvels Best-Selling Helden einer neuen Generation von potentiellen Fans schmackhaft zu machen und die Welt auf die Avengers vorzubereiten.

Hintergründe

Bevor ich mich intensiver mit der Figur von Steve Rogers aka Captain America beschäftigt hatte, war mir der amerikanischste aller Helden und ursprüngliche Propagandafigur sehr suspekt. Bei mir hatte sich irgendwie das Bild des Superamerikaners eingeprägt. Ich schätze mal, dass es vielen Menschen hierzulande so gegangen ist. Setzt man sich aber mehr mit dem Helden in Stars and Stripes Kostüm auseinander, wird schnell klar, dass Captain America zu einem der politkritischsten Superhelden aus dem Marvel Universum gehört. Spätestens seit dem Civil War lasse ich nichts mehr über Steve Rogers kommen. Im Film wird diese Problematik ebenfalls clever behandelt. Zunächst haben wir den Überpatriot Rogers, der zwar extrem schmächtig ist, aber alle Eigenschaften für einen Helden besitzt. Kurz bevor sein Patriotismus ihn auffrist und das Publikum langweilt, verwandelt er sich in den Supersoldaten. Jetzt hat er auch endlich die körperlichen Eigenschaften um seinen Land als perfekter Soldat zu dienen. Daraus wird aber nichts und Captain America muss als Werbemaskottchen für Kriegsanleihen herhalten. Während man Zuhause von Cap begeistert ist, sieht das an der Front anders aus und die Soldaten interessieren sich überhaupt nicht für den Helden in Strumpfhosen. Erst nach langen Werbetouren ergibt sich für Rogers die Möglichkeit sich zu Beweisen und wächst dabei zu dem Helden heran der er eigentlich ist. Diese Entwicklung der Figur könnte man leicht auf Entwicklung der Cap-Geschichten in der Comicbranche übertragen. Erst nach Jahrzenten erkannte Marvel welch ein Potential in Cap steckt. Ein Held im Stars and Stripes-Kostüm, der sich nach dem Anschlägen am 9/11 schützend vor muslimische Zivilisten stellt als ein wütender Mob amerikanischer Bürger auf sie losgehen will. Würde die gleich Szenen eine solche Wucht haben, wenn man die Figur Captain America gegen den Hulk eintauscht?

Fazit

Captain America: The First Avenger erzählt eine den Fans bekannte Geschichte und zeigt dennoch warum Captain America eine der erfolgreichsten Figuren aus dem Hause Marvel ist. Auf jeden Fall, lies der Film genügend Stoff für einen zweiten Teil zurück und ich persönlich rechne noch stark mit einem Auftritt des Wintersoldiers in den kommenden Jahren.

Daniel Klein

Author: Daniel Klein

Comics, Science Fiction und Videospiele begleiten mich seit meiner Kindheit. Im Nachhinein muss ich mich eigentlich bei meinen Eltern entschuldigen, da ich ich ihnen andauernd irgendwelche Comichefte, Actionfiguren oder Raumschiffe aus den Rippen geleiert habe. Ach und danke Oma, für den GameBoy, durch den ich die Welt der digitalen Unterhaltung betreten und bis heute nicht mehr verlassen habe. Heute bin ich natürlich älter und weiser, aber die kindliche Faszination hat die Jahre überdauert und jetzt bin ich sozusagen Berufs-Nerd. An Comics schätze ich, dass kein anderes Medium eine derartige Erzählkunst, mit einem Mix aus Schrift und Bild in unendlichen Variationen bietet.

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1 Kommentar

  1. War ebenfalls positiv überrascht, gerade weil die Macher das „Patriotismusproblem“ gut in den Griff bekommen haben.

    Eine Fortsetzung hätte auf jeden Fall das nötige Potenzial um noch viel mehr aus dem Captain rauszuholen.

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