Captain America: Der Auserwählte

Captain America in Afghanistan. Als ich das gelesen hatte gingen bei mir irgendwie sofort die Alarmglocken los. Der patriotischste aller Marvel-Helden in einem aktuellen Krieg. Heikle Thematik, doch Autor und Zeichner können damit Umgehen.

Corporal James Newman ist wie viele junge amerikanische Soldaten in Afghanistan stationiert, um dort gegen die Taliban zu kämpfen. Zuhause warten Frau und Kind auf James und er will unter allen Umständen lebend zu seiner Familie zurückkehren. Die Situation vor Ort gestaltet sich als extrem schwierig. Newman kann die Einheimischen nur schwer von potenziellen Terroristen beziehungsweise Al Quaida-Mitgliedern unterscheiden. Während einer Routinemission in einer Stadt gerät Newmans Konvoi unter schweren Beschuss. Viele seiner Kameraden werden getötet oder schwer verletzt und James kann sich nur knapp in einem Unterschlupf in Sicherheit bringen. Draußen warten jedoch seine verletzen Kameraden auf Hilfe. Bis diese vom Hauptquartier eintrifft, könnte es zu spät sein, denn die Angreifer feuern weiter. Die Situation erscheint auswegslos, als plötzlich ein großer Mann in den Unterschlupf eintritt – Captain America. Newman kann es kaum glauben und macht sich nach einem kurzen motivierenden Gespräch mit Cap mit neuem Kampfgeist auf, um die Angreifer auszuschalten und seine Kameraden zu retten. Nach dem er Seite an Seite mit der Legende gekämpft hat, trifft auch die Unterstützung ein. Newman berichtet seinem Vorgesetzten vom der Zusammenarbeit mit Captain America, doch außer ihm hat niemand den Helden gesehen. Laut seinem Vorgesetzten und seiner Kameraden kämpfte er alleine. Zunächst wird das Ganze auf Stress im Kampf zurückgeführt und als Halluzination von Newman abgetan. Er sollte aber wieder auf Captain America treffen, doch dieses Mal in einer weitaus schwierigeren Situation. Ist Captain America wirklich vor Ort oder doch nur ein Halluzination?

Beeindruckend

Ich würde euch gerne viel mehr von der grandiosen Story von David Morrel erzählen, doch  würde ich viel zu viel Vorgreifen und euch die Spannung beim Lesen nehmen. Gerade die Ungewissheit ob Cap nun real ist oder nicht,  ist zumindest bis zur Mitte des Bandes das zentrale Element. Captain Amrica: Der Auserwählte erschien in der Marvel Knights-Sparte und die Story ist außerhalb des regulären Marvel-Universums angesiedelt. Die Geschichte ist spannend und birgt ein paar wirklich überraschende Wendungen in sich. Klar darf eine Brise Patriotismus nicht fehlen, diese bleibt jedoch dezent.

Die Zeichnungen von Mitch Breitweiser sind absolut genial und er schafft es den klassischen Cap genauso gut darzustellen wie die Kampfszenen im Irak. Glaubwürdige Charaktere und rasante  Actionsequenzen machen den Band zu einem echten Erlebnis.

Fazit

Meine Bedenken zum Szenario in Afghanistan haben sich auf den ersten Seiten bereits verflüchtigt. Der Auserwählte ist alles andere als eine Lobeshymne auf die amerikanische Kriegsmaschinerie. Es wurde viel Kritik am Krieg in Afghanistan eingebaut. Sei es die schlechte Ausrüstung oder die Probleme mit der Zivilbevölkerung. Autor und Zeichner gehen sehr vorsichtig mit der Thematik um und es wird weder heroisiert noch verteufelt. Die Story ist vielschichtig und bringt eine ungeahnte Tiefe mit sich. Morrel geht unter anderem auch auf die Kindheit von Newman und die Anfänge von Cap ein. Vor allem zeigt aber Captain America von einer ganz anderen Seite, weit weg vom furchtlosen Superhelden.

Zur Leseprobe

Captain America: Der Auserwählte von David Morrel und Mitch Breitweiser mit 156 Seiten im Softcover. Verlag: Panini Comics. Preis: 16,95 Euro.

 

 

Daniel Klein

Author: Daniel Klein

Comics, Science Fiction und Videospiele begleiten mich seit meiner Kindheit. Im Nachhinein muss ich mich eigentlich bei meinen Eltern entschuldigen, da ich ich ihnen andauernd irgendwelche Comichefte, Actionfiguren oder Raumschiffe aus den Rippen geleiert habe. Ach und danke Oma, für den GameBoy, durch den ich die Welt der digitalen Unterhaltung betreten und bis heute nicht mehr verlassen habe. Heute bin ich natürlich älter und weiser, aber die kindliche Faszination hat die Jahre überdauert und jetzt bin ich sozusagen Berufs-Nerd. An Comics schätze ich, dass kein anderes Medium eine derartige Erzählkunst, mit einem Mix aus Schrift und Bild in unendlichen Variationen bietet.

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1 Kommentar

  1. 19meiky84

    Geil, finde die Zeichnungen echt spitze und die Leseprobe habe ich verschlungen^^ Top.

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