Birthright 1

Der muskelbepackte und schwertschwingende Barbar ist zum Archetypen des Fantasygenres geworden und fehlt auch in Birthright nicht. Doch Joshua Williamson und Andrei Bressan haben auch viele Überraschungen im Gepäck.

Ein Junge verschwindet

Bei einem Vater-Sohn-Ausflug verschwindet der kleine Mickey spurlos. Die Rhodes-Familie zerbricht an dem Verlust. Der Vater gibt die Hoffnung nicht auf, sucht aber Trost auf dem Boden einer Schnapsflasche. Die Mutter und der ältere Bruder versuchen die Tragödie zu vergessen. Ein Jahr nach dem Verschwinden taucht plötzlich ein muskulöser Hüne auf, der behauptet, Mickey zu sein und in einem fernen Reich für den Kampf gegen das Böse ausgebildet worden zu sein.Birthright_1_Cover Nun ist er auf einer Mission und soll versteckte Magier töten. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich sind Vater und “Sohn” auf der Flucht.

Ein erzählerisches Kleinod

Joshua Williamson hat ein gutes Gespür fürs Tempo. Gerade der Beginn der Geschichte, bei dem man Zeuge des langsamen Zerfalls einer Familie wird, ist unglaublich intensiv. Nachdem ersten Auftritt des erwachsenen Mickeys gibt es zwei Erzählebenen. Zum einen erfährt man viel von Mickeys Mission auf der Erde. In Rückblenden erfährt der Leser viel vom schweren Leben in der fernen Fantasy-Welt namens Terrenos. Hier bedient sich der Autor aus einem breiten Fundus von fantastischen Kreaturen. Der besondere Reiz an den Rückblenden liegt darin, dass Williamson immer wieder Details enthüllt, die dem Geschehen in der Jetzt-Zeit eine überraschende Wendung geben und den Leser zum Spekulieren animieren. Ein ähnliches Konzept sorgte bereits bei der TV-Serie Lost für verblüffende Enthüllungen. Der erste Band von Birthright steht dem in nichts nach. Die Dialoge sind gelungen und teilweise auch witzig. Übersetzer Franz He transportiert die Atmosphäre gekonnt ins Deutsche. Allerdings muss man dabei wohlwollend über ein paar Flüchtigkeitsfehler hinwegsehen.

Flammenschwert, geflügelte Kinder und Monstrositäten

Während Andrei Bressan bei der Darstellung unserer Welt viel Wert auf Realismus legt, trumpft er bei den Bildern der fabelhaften Wesen von Terrenos auf. In dem fantastischen Reich gibt es nichts, was es nicht gibt. Birthright_1_KinderDer kleine Mickey wird von geflügelten Kindern aufgenommen, die von einem grimmigen Ork ausgebildet werden und dabei mehr als ein blutrünstiges Monster treffen. Sein dynamischer Strich stellt die Action glaubhaft dar und auch die Seitenkomposition des brasilianischen Künstlers unterstützt die Erzählart des Autors durch visuelle Schlaglichter.

Fazit

Ein ungewöhnlicher Ansatz mit rasantem Tempo, glaubwürdigen Figuren und zahlreichen Wendungen macht aus Birthright einen Fantasycomic, der den angestaubten Heldengesängen frischen Atem einhaucht.

zur Leseprobe

Birthright 1 von Joshua Williamson und Andrei Bressan ist bei Cross Cult im Hardcover erschienen. Umfang: 128 Seiten Preis: 20,00€

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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