Batwoman 1: Hydrologie


Vor dem Neustart wurde eine eigene Batwoman Serie wiederholt verschoben. Doch jetzt startet die weibliche Vigilantin voll durch.

Dramen, Tragödien und eine starke Heldin

Eine Reihe rätselhafter Kindesentführungen gibt Batwoman Rätsel auf. Wer steckt hinter den Verbrechen, was verbirgt sich hinter einer mysteriösen Legende und warum tauchen einige der Opfer ertrunken auf, obwohl weit und breit kein Wasser zu finden ist? Neben diesen Rätseln, die sich aus ihrer Arbeit als Verbrechensbekämpferin ergeben, muss Kate Kane noch einige andere Probleme lösen. Da ist zum einen das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater und zum anderen ihre Cousine, die ihr so gerne als Flamebird zur Seite stehen möchte. Und dann gibt es auch noch die nette Polizistin, die Kate den Kopf verdreht und ihre Gefühlswelt auf den Kopf stellt.

Alles auf Anfang…oder auch doch nicht!

Superheldinnen haben es bei den großen Comicverlagen nicht leicht. Breits 2009 nahm sich J.H. Williams III der rothaarigen Vigilantin an und schrieb das vielgelobte “Klagelied der Fledermaus”. (100% DC 26). Einige Ausgaben lang war Kate Kane der Star von Detective Comics. Der Ruf der Fans nach einer eigenen Serie wurde laut und die Zeichen standen gut. Doch in den Führungsetagen von DC hatte man andere Pläne. Der große Neustart des gesamten Universums stand vor der Tür und man wollte Batwoman nicht innerhalb kürzester Zeit zweimal ins Rennen schicken. Somit mussten sich J.H.Williams und die Fans gedulden. Doch nun sind die New52 erschienen und auch Batwoman hat ihre eigene Serie erhalten. Panini veröffentlicht hier nicht nur die ersten fünf Ausgaben der neuen Serie. Es findet sich auch eine Nullnummer darin, die in den USA bereits im Januar 2011 veröffentlicht wurde.
Von dem Neustart ist relativ wenig zu bemerken. Der Autor spielt immer wieder auf vorherige Geschehnisse an und entwickelt seine Heldin konsequent weiter. Das stört auch kaum und sollte neue Leser nicht verschrecken, denn Williams ist in der Lage eine souveräne Geschichte zu erzählen und dem Leser das gesamte Rüstzeug für den Zugang zu seinen Figuren mitzuliefern.

Optischer Leckerbissen

Absoluter Höhepunkt dieses Comics ist jedoch die grafische Ausarbeitung. Jede Seite gleicht einem Kunstwerk, bei dem die eigentliche Handlung oftmals in den Hintergrund tritt. Williams ist sich der Stärke des Mediums vollauf bewusst und erzeugt intensive Momente. Unvergesslich ist eine Sequenz, in der meisterlich zwei parallele Geschehnisse gezeigt werden. Dieser Moment ist nicht nur für die Heldin prägend, sondern bleibt auch dem Leser lange im Gedächtnis. Neben wirklich gelungenen Bildern ist auch die Farbgebung von Dave Stewart beeindruckend. Zwar wirkt Kate Kane etwas blass, doch alle anderen Töne sind brillant getroffen und erzeugen eine einzigartige Atmosphäre.

Fazit

Von wegen Superheldinnen können keine Comics verkaufen. Wenn sie so grandios ausgearbeitet sind und eine gelungene Mischung aus Drama, Charakterentwicklung und Action bieten, dann darf sich gerne jeder männliche Held hier eine Scheibe abschneiden. Zusammen mit der kunstvoll ausgearbeiteten Visualisierung ergibt sich ein absolut lesenswerter Comic.
Die lange Wartezeit hat sich gelohnt und J.H. Williams belohnt die Fans für ihre Geduld.

Leseprobe

Batwoman 1: Hydrologie von J.H. Williams III und W. Haden Blackman mit 140 Seiten erscheint bei Paninicomics im Softcover. Preis 16,95€

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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