Avengers Millenium

In der Miniserie Avengers Millennium schickt Mike Costa die Avengers im Kampf gegen HYDRA durch die Zeit. Verstreut über unterschiedliche Epochen kämpfen die Rächer eine Schlacht, die die Jahrtausende überdauert.

Verschollen in der Zeit

Als die Avengers eine unscheinbare HYDRA-Basis untersuchen, entdecken sie ein Zeitportal. Es scheint jedoch so als wäre die Zeit unverändert. Beim Versuch, den Plan von HYDRA zu durchschauen, reisen die Avengers durch die Zeit. Sie werden aber getrennt und landen in unterschiedlichen Epochen. Captain America, Hawkeye und Quicksilver werden in das prähistorische Zeitalter gespült. Black Widow, Spider-Man und Iron Man finden sich in Japan während des Zweiten Weltkriegs wieder, und Scarlet Witch und Bruce Banner reisen in eine mehr als düstere Zukunft.avengers_millenium_cover Nun müssen die Rächer die Barrieren von Zeit und Raum überwinden, um HYDRAs Plan zu vereiteln und wieder in ihre eigene Zeit zurückzukehren.

Die Helden aus dem Kino

Die Avengers sind schon immer dafür bekannt, dass die Zusammensetzung ständig wechselt. Autor Mike Costa schickt die Rächer in einer Zusammensetzung in die Schlacht, die viele der Heroen aus dem zweiten Avengers Blockbuster beinhaltet. Außerdem bekommen Captain America und seine Kameraden vom Fan-Liebling Spider-Man Unterstützung. Gerade die pointierten Dialoge zwischen Spidey und Hawkeye sorgen für viel gute Laune. Ansonsten krankt Millenium an vielen Klischeefehlern, die mit einer Zeitreisegeschichte einher gehen. Legt man die Logiker-Brille jedoch beiseite und lässt sich auf die Geschichte ein, wird man mit einer rasanten Superheldengeschichte belohnt.  Costa springt fröhlich zwischen den Zeitebenen und enthüllt so nach und nach Details, die, wie man es auch aus dem Marvel-Kinofilmen kennt, in einer riesigen Materialschlacht kumulieren. Da schießt dem Popcornblockbusterfan das Adrenalin in die Adern.

Und zwischen den Panels herrscht Finsternis

Der Italiener Carmine Di Giandomenico sorgt durch seine Seitenkomposition dafür,avengers_millenium_briefe dass auch das Auge denkt, man säße im Kino und betrachtet eine Leinwand. Die Panel wirken als hätten sie Breitwandformat. Dabei löst der Künstler die oftmals starre Zusammensetzung der Seite auf und platziert einzelne Panels lose auf den Seiten. Da die Serie ursprünglich für das digitale Lesen entwickelt wurde, macht dieses Format durchaus Sinn. Die spezielle Übergänge, Spezialeffekt und Wechsel der Sprechblasen gehen in der gedruckten Form zwar verloren. Insgesamt erzeugt die Machart jedoch einen rasanten Lesefluss, der, dem schwarzen Hintergrund sei Dank, von nichts abgelenkt wird. Die Action wird dynamisch aufs Papier gebracht und bombastisch inszeniert. Gerade im Finale bekommen auch Fans von Zerstörungsorgien à la Godzilla einiges geboten. Lediglich die Mimik der Figuren wirkt häufig überzogen und gestellt.

Darf es auch etwas mehr sein?

Weil vier Ausgaben für einen Sammelband etwas wenig sind, hat man bei Panini Comics noch eine Geschichte über die Wrecking Crew aus Marvel Comics presents 5 abgedruckt. Merrill Hagan und Staz Johnson erzählen, wie die Wrecking Crew trotz interner Querelen aus einem kanadischen Gefängnis ausbricht. Die Geschichte ist relativ kurz und sticht weder erzählerisch noch künstlerisch hervor. Ein Bezug zum Zeitreiseabenteuer der Avengers besteht nicht und so entsteht der Eindruck, die Panini Redaktion hätte lieblos Füllmaterial ausgewählt, um den Band auf 100 Seiten zu strecken.

Fazit

Wenig Anspruch aber viel Krachbumm. Trotzdem ein unterhaltsamer Zeitreise-Action-Comic als kleine Lektüre für zwischendurch.

zur Leseprobe
Avengers: Millenium von Mike Costa und Carmine Di Giandomenico ist bei Panini Comics als Softcover erschienen. Umfang 100 Seiten Preis 12,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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