Avengers 1: Neue Helden

Neuer Serienstart, neue Avengers – denn neben altbekannten Helden wie Iron Man und Thor tummelt sich auch Marvels neustes Teen-Trio in Mark Waids neuem Avengers-Band.

AVENGERS! … Ihr kennt den Drill

Trotz neuer Nummer 1 bleibt für die Helden erst einmal absolut alles beim Alten: New York ist immer noch die unsicherste Stadt der Welt, magische Drachen und giftgrüne Atommutanten scheinen täglich die Stadt unsicher zu machen. Grund genug also für Sam „Captain America“ Wilson, Iron Man und der aktuellen Thor die Avengers zusammen zu trommeln. Die Bedrohungen bleiben allerdings nicht bei simplen Stadt-Untergangsszenarien, auch in den Reihen der Avengers scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Und dann steht mit den Chitauri, angeführt von einem zeitreisenden Erzfeind der Rächer, auch noch RICHTIG Ärger ins Haus!


Die Jungen müssens reißen

Mit Nova, Miles Morales als Spider-Man und Ms. Marvel ist auch das Trio Infantile wieder vertreten, dass auch schon im Nova Megaband eine große Rolle einnahm – wem das bereits zusagte, der dürfte auch an Waids Avengers seinen Spaß haben. Denn die gestandene Riege um Captain America und Iron Man spielt hier eher die Begleitmusik, auch Jane FosTHOR macht eher durch Kurzauftritte auf sich aufmerksam. Lediglich Ur-Avenger Vision kommt in dieser Storyline eine etwas größere Rolle zu, schließlich bleibt hier für Leser und Helden zu enträtseln ob und was mit dem Androiden nicht stimmen könnte. Was nicht heißen soll, dass „Neue Helden“ uns hier lediglich die Teen-Avengers vorführt, einige Neuigkeiten und Entwicklungen zu Tonys und Sam Wilsons Charakter gibt es dennoch. An dem großen Drama ist der Band sowieso nie interessiert, diese Avengers sind spaßige Abenteurer, die Abwechslung an Gegenspielern dadurch hoch und alle paar Seiten gibt es kleine Neuigkeiten zu sehen. Auch die sind aber eher Mittel zum Zweck, Waid ist besonders an dem Miteinander der unterschiedlichen Rächer interessiert, der verbale Schlagabtausch steht immer im Vordergrund. Als leichter Hinkefuß erweist sich hier jedoch die deutsche Übersetzung. Der Pfiff der oftmals blitzschnellen Wortwechsel lässt sich wieder mal eher schwer ins Teutonische herüber frachten; es gibt Superheldenausflüge bei denen das weniger stört, „Neue Helden“ ist allerdings wieder mal so ein Fall wo man die treffenderen, englischen Zeilen durchaus vermissen kann.

Aus Zwei mach Eins

Zeichnerisch geht es trotz Doppelschlag überraschend homogen zu, denn Adam Kuberts und Mahmud A. Asrars Zeichnungen unterscheiden sich zwar  erkennbar, dem ganzen Band bleibt aber ein stimmiger Gesamteindruck. Asrar hält das Gezeigte flach auf einer Ebene, dafür mit ausdrucksstarken Mimiken und mit den Farben Dave McCaigs knallebunt, was zu der abenteuerlustigen Handlung absolut passt. Kubert hälts da schon wieder plastischer und schafft es auch nicht jede Actionszene in der entsprechend, knalligen Stimmung zu präsentieren. Dafür hat er aber in den ruhigeren Momenten, gerade wenn dieser mit schöner Lichtstimmung aufwarten, die Hand fest am Steuer; gerade wenn es an astrale Beschwörungen oder grünleuchtende Drachenmonster geht, sieht das doch ordentlich schick aus.

Fazit:

„Avengers 1: Neue Helden“ ist seichter Comic-Spaß, in einer sehr hübschen Verpackung, der mehr auf schnelle Unterhaltung und noch schnellere Wortwechsel statt auf großes Drama und überraschende Twists setzt. Ein Veteran wie Waid hat dies auch eigentlich immer unter Kontrolle, um aus dem Heldenausflug eine spaßige, wenn auch nicht sonderlich frische, Rundreise zu machen; Schade also, wenn Waids Dialoge sich nicht ganz so treffend ins Deutsche übertragen ließen.

zur Leseprobe
„Avengers 1: Neue Helden“ von Adam Kubert, Mark Waid und Mahmud Asrar erscheint bei Panini Comics im Softcover, 172 Seiten, 16,99€.

 

Simon Traschinsky

Author: Simon Traschinsky

Seit ich denken kann eigentlich Zocker, Brettspieler und passionierter Filmliebhaber, erwachte mein Interesse für das Medium Comic unglaublich spät – aber auch mit zwanzig Lenzen aufem Buckel war Nolans "The Dark Knight" so faszinierend, dass er mir die Tür zur Welt der Bildergeschichten öffnete – und ich nach dem hindurchschreiten meinen Augen nicht trauen konnte. Jahre später bin ich verloren, hole Klassiker nach, genieße Aktuelles, entdecke für mich immer noch neues, unbekanntes Terrain. Ob Gail Simones "Secret Six", Robinsons "Starman" oder Brubakers "Captain America": Von Ermüdung keine Spur, Autoren und Alben ringen wieder und wieder um den ersten Platz in meinem Fan-Herzen – und das mit Erfolg.

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*