Ant-Man: Season One

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2015 wird Hank Pym alias Ant-Man Bestandteil des großen Marvel Filmuniversums. Der geniale Wissenschaftler bekommt seinen eigenen Film. Grund genug die in Vergessenheit geratene Figur mit einer modernisierten Entstehungsgeschichte zu versehen.

Nur weil du paranoid bist…

…heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind. So lautet das Mantra des viel versprechenden jungen Wissenschaftlers Henry ‚Hank’ Pym. Nachdem seine Frau bei einem Anschlag ums Leben kam, ist der Witwer ein Schatten seiner selbst. Auch die Initiative seines Vaters, der eine seiner Entdeckungen der Fachwelt vorstellte, ändert daran wenig. Als Pym dennoch seine Forschungen wieder aufnimmt, macht er eine revolutionäre Entdeckung. Ein Gas lässt ihn schrumpfen oder wachsen. Im geschrumpften Zustand kommt er einer weit reichenden Verschwörung auf die Spur.

ANTMANSEASONONE_440Redundante Charakterstudie

Tom DeFalco zeigt deutlich die Motivation, die aus Henry Pym einen Helden werden lässt. Allerdings hätte er dafür auch weniger Seiten benötigt. So kommt es immer wieder zu Wiederholungen in der Argumentationskette, die erklären soll, warum sich der Held nicht an die Polizei wendet. Immerhin gestaltet sich die finale Auflösung einigermaßen überraschend. Die genaue Rollenverteilung bleibt über große Strecken unklar. Das ermöglicht dem Autor einige dezente Kehrtwendungen zu platzieren. Die große Überraschung bleibt jedoch aus. Die Passage, in der Henry Pym in die Welt der Insekten eintritt ist zwar unterhaltsam, aber wenig innovativ. Die zahlreichen Motive hat man bereits in zahllosen anderen Schrumpf-Adaptionen gesehen. Auch der finale Kampf mit riesigen Wespen wirkt eher albern als packend. Hin und wieder blitzt aber auch ein besondere Humor auf, der die Geschichte vor dem totalen Verriss bewahrt.

Hinter den Möglichkeiten

Optisch bietet die Origin von Ant-Man kaum Innovationen. Horacio Domingues überzeugt zwar durch einen klaren Figurenentwurf und geradlinige Zeichnungen, bietet dem Auge aber wenig Reize und kaum Neues. Gerade der Ausflug in einen Ameisenhügel bleibt weit hinter den Möglichkeiten. Gelegentlich entsteht der Eindruck, der Künstler würde bestimmte Panels wieder verwenden. Auch die Hintergründe sind häufig detailarm und austauschbar.

Fazit

Leicht verdauliche Entstehungsgeschichte eines eher unbekannten Helden. Durch häufige Wiederholung etwas langatmig. Hier wäre weniger mehr gewesen. Abwarten, was Hollywood aus Ant-Man herausholen wird.

Ant-Man: Season One von Tom DeFalco und Horacio Domingues erscheint als Softcover bei Paninicomics. Umfang 116 Seiten. Preis 14,95€

Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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