America’s got Powers 2

Jahrelang kämpften Teenager mit Superkräften in einer Casting-Show um Privilegien. Doch nachdem Zero seine Kräfte entdeckt hat, ändert sich alles und die Verantwortlichen lassen ihre Masken fallen.

From Zero to Hero

Tommy Watts war das einzige Kind, das nach dem Erscheinen eines seltsamen Kristalls in San Francicso geboren wurde und keine Superkräfte entwickelte. Das brachte ihm den Spitznamen Zero ein. Während einer TV-Show entfaltete sich plötzlich Zeros Potenzial. In ihm schlummern ungeahnte Kräfte, die die Regierung für ihre Pläne nutzen will. Doch auch die unterdrückte Superteenies haben ihre eigenen Ideen und planen eine Revolution. Zero gerät zwischen die Fronten und schnell wird ihm klar, dass keine Seite irgendwelche Skrupel besitzt, um die eigenen Ziele zu erreichen. Schnell gibt es Opfer auf beiden Seiten und Tommy wagt etwas Unglaubliches, um den Konflikt zu beenden.America_got_powers_2_punch

Absolute Macht und ihre Folgen

Nutzte Jonathan Ross den Auftakt von America’s got Powers noch, um die Scheinheiligkeit von Castingshows zu entlarven, greift er jetzt das gerade bei Superhelden beliebte Thema um große Macht und die damit verbundene Verantwortung auf. Die Parteien, die dabei an Tommy Watts zerren, werden nach und nach von der Vorstellung einer ultimativen Waffe korrumpiert. Die Eskalationsspirale dreht sich immer schneller und beide Fraktionen greifen zu immer drastischeren Maßnahmen. Bei Ross gibt es kein klares Gut und Böse. Beide Seiten haben verständliche Motive und trotzdem erkennt der Leser schnell, dass die eingeschlagenen Wege keine Lösung bieten. Den Figuren in der Geschichte fehlt diese Erkenntnis und die wenigen Sympathieträger werden vom Mahlwerk der Gewalt zermürbt. So entsteht eine pessimistische Atmosphäre, die erst durch das stark überzogene Happy End aufgelöst wird. Der starke Bruch, der dabei entsteht, halt lange nach. America_got_powers_2_coverEs wäre wünschenswert gewesen, wenn Ross den ursprünglichen düsteren Ton seiner Geschichte beibehalten hätte. Die mag jedoch auch dem Umstand geschuldet sein, dass zwischen den einzelnen Heften teilweise sechs Monate Schaffenszeit vergingen. Da kann sich die Intention eines Autors schon mal verändern.

Hitch, der Mann fürs Kolossale.

Bryan Hitch konnte während seiner Arbeit an Die Ultimativen eine Neuinterpretation der klassischen Avengers entwerfen, die sogar auf das erfolgreiche Filmuniversum Einfluss nahm. Seitdem hat Hitch den Ruf, auch überlebensgroße Ideen zu Papier zu bringen. Dieses Talent kann er bei America’s Got Powers voll ausschöpfen. Viele Panels wirken durch die Detailfülle sehr wuchtig. Besonders einige Szenen, in denen riesige Teenager vor der Golden Gate Bridge gegen Militärhubschrauber kämpfen, haben Blockbusterpotenzial. Insgesamt wird die Action eindrucksvoll visualisiert. Die ruhigen und emotionalen Momente kommen dabei leider zu kurz. Der Künstler nimmt sich den Platz, den er braucht. Das sorgt für teilweise geradezu verschwenderisch wirkende Seiten, denen geradezu gequetschte und völlig überladene Panelkonstellationen folgen. Insgesamt ist das Artwork jedoch eine Bereicherung für Ross Geschichte.

Fazit

Im Finale der Serie stimmt Jonathan Ross die bekannte Verantwortungsarie an, ohne das unzählig oft erzählte Thema nennenswert zu bereichern. Liebhaber groß angelegter Action mit Popcornkinocharakter dürften trotzdem daran Gefallen finden.

zur Leseprobe
America’s got Powers 2 von Jonathan Ross und Bryan Hitch ist bei Panini Comics im Softcover erschienen. Umfang 116 Preis 14,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*