America’s got Powers 1

Vor siebzehn Jahren veränderte ein Kristall die Welt wie wir sie kennen. Jetzt kämpfen Menschen mit Superkräften in einer brutalen Castingshow, um einen Platz in Amerikas einzigem Superheldenteam zu erlangen.

San Francisco, die Wiege der SuperheldenAmericas_got_powers_1_cover

Ein Kristall taucht San Francisco in ein merkwürdiges Licht und verändert die Welt für immer. Alle Schwangeren gebären gleichzeitig ihre Kinder. Diese neue Generation verfügt über mannigfaltige Superkräfte. Alle bis auf Tommy Watts. 17 Jahre später kämpfen diese Jugendlichen in einer Castingshow um einen Platz im einzigen Superheldenteam. Eine Position, die mit einigen Privilegien verbunden ist. Doch die sinkende Einschaltquote bringt die Macher der Show dazu, die Regeln drastisch zu ändern. Inmitten dieses Chaos entdeckt Tommy Watts plötzlich sein Potenzial.

Castingwahnsinn mit Superkräften

Die Welt von America’s got Powers erinnert in Grundzügen an den Science-Fiction Klassiker Running Man mit Arnold Schwarzenegger oder an The Hunger Games, das Pendant für die jüngeren Leser. Die Macher der Show gehen für eine gute Quote sogar über Leichen. Dabei ist gar nicht klar, warum es sich lohnt ein Mitglied des Superheldenteams zu sein. Bedrohungen von außen sucht man vergeblich. Jonathan Ross entwirft eine düstere Zukunftsvision, in der die Furcht vor dem Unbekannten die Mächtigen zu erschreckenden Mitteln greifen lässt. Dabei ist die zentrale Figur Tommy Watts ein sympathischer durchschnittlicher Jugendlicher, mit dem man sich selbst schnell identifizieren kann.Americas_got_powers_1_Arena Die restlichen Supermenschen verkörpern wenig ausgeprägte Rollen und sind leicht untereinander austauschbar. So verfolgt der Leser halbwegs gespannt, wie Watts sein wahres Potenzial entdeckt. Dennoch schwingt im Hinterkopf stets die Frage mit, was die Superwesen antreibt, sich in eine regelrechte Sklaverei zu begeben. Erzählerische Zeitsprünge offenbaren zwar Details dieser Welt, die große Erleuchtung sucht man im ersten Sammelband jedoch vergeblich.

Poppig bunte Castingwelt

Bryan Hitch visualisiert die Welt eindrucksvoll. Trotz der bedrückenden Atmosphäre spiegeln die Bilder die auf Hochglanz polierte Medienwelt wieder. Gerade die großen Kampfszenen sind detaillierte Actionfeuerwerke. Die gelungene Kolorierung von Paul Mounts unterstreicht das Glitzerflair der Castingshow. Die eingestreuten Zeitungsartikel tragen viel zur Glaubwürdigkeit dieser Zukunftsvision bei. Hitch zeichnet emotionale Gesichter, denen man jede Regung abnimmt. Auch wenn die Bilder auf den ersten Blick nicht zur Stimmung des Comics passen mögen, verleiht dieser Bruch dem Comic eine zusätzliche Tiefe, die Castingshows als durchgeplante Blendwerke der Medienkonzerne enttarnt.

Fazit

Interessante Grundidee, die leider nur einseitig beleuchtet wird. Dennoch wird man in den Bann der Welt gezogen und möchte mehr über die Protagonisten und ihre Geheimnisse erfahren.

zur Leseprobe

America’s got Powers 1 von Jonathan Ross und Bryan Hitch ist bei Panini Comics im Softcover erschienen. Umfang 108 Preis 14,99€
Marcus Koppers

Author: Marcus Koppers

Durch verschiedene Comicverfilmungen habe ich das Medium relativ spät für mich entdeckt. Seit dem bin ich besonders den Superhelden verfallen. Aber auch alle andere Geschichten die die Eigenheiten des Mediums nutzen können mich begeistern.

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